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01. Oktober 2009 18:43 Uhr

Start Wintersemester

Wohnungsnotstand: Studenten weichen auf Notlager aus

Zentral und günstig sollen sie sein – und gerade deshalb sind sie Mangelware: Studentenwohnungen. In diesem Jahr scheint die Not besonders groß zu sein. Die erste Notunterkunft hat bereits geöffnet.

  1. Auf der Suche nach einer Wohnung: Studenten in Freiburg. Foto: Ingo Schneider

  2. Notunterkunft am Seepark. Foto: Ingo Schneider

Die Matratzen sind noch in Plastik eingeschlagen. Nebeneinander liegen sie an den Wänden, zwölf provisorische Betten plus Wäschegarnitur und Nachttisch. Noch ist es leer in der Notunterkunft in der Studentensiedlung am Seepark (Stusie), nur zwei Koffer stehen in den Ecken des kleinen Raumes im Souterrain des Studentenwohnheims.

Ihre Besitzer sind gerade auf der Suche nach einer anderen Unterkunft – mit eigenem Zimmer und Privatsphäre. "Das Matratzenlager ist wirklich nur für die ersten Tage gedacht", erklärt Renate Heyberger vom Studentenwerk, das die Notunterkunft bereit stellt. "Wir hoffen darauf, dass sich kurzfristig noch Leute melden, die Zimmer frei haben."

In zwei Mehrzweckräumen könnten knapp 30 Männer und Frauen getrennt voneinander unterkommen, bei Bedarf könne auch aufgestockt werden, so Heyberger. "Wir rechnen damit, dass in den nächsten Tagen noch mehr Anfragen kommen." Bisher haben sich erst zehn angehende Studenten angemeldet. Sieben Euro kostet das Ferienlager-Feeling pro Nacht, eine Gemeinschaftsküche, Dusche und WC sind vorhanden.

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Dass es zum Wintersemester hin knapp wird mit den Mietangeboten für Studenten, ist in Freiburg nichts Neues. So groß wie dieses Jahr sei die Wohnungsnot jedoch noch nie gewesen, sagt Dunja Groß vom International Office der Uni. Vor allem Gaststudenten hätten es schwer. "Die Zahl der Erasmus-Studierenden ist in diesem Jahr wieder gestiegen." Das sei zwar eine schöne Entwicklung, so Groß. Nur brauche es dafür eben auch die entsprechende Infrastruktur.

Grund für den großen Andrang seien unter anderem die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge, die größtenteils zum Wintersemester starten. Diese international anerkannten Studienabschlüsse seien auch interessant für Studierende aus dem Ausland.

Ein Student aus Palästina steckt seinen Kopf zur Tür herein. Der 23-Jährige lächelt, er sei gerade noch um das Massenlager herumgekommen. Erst vorgestern habe er erfahren, dass er ein Zimmer im Studentenwohnheim bekommen hat. "Ich musste viele Mails schreiben und mich überall vorstellen. Es war wirklich nicht einfach, vor allem, weil ich noch nicht so gut Deutsch spreche."

Für diese Fälle stellt das International Office den ausländischen Studenten Wohnraumtutoren zur Seite, die bei der Zimmersuche helfen, vermitteln und übersetzen. "Wir haben es in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt, dass Studierende wieder in ihr Heimatland zurückgefahren sind, weil sie zwar einen Studienplatz, aber keine Unterkunft in Freiburg hatten", sagt Dunja Groß.

Es gibt nur noch Restbestände

Im Infoladen des Studentenwerks stehen jetzt, kurz vor Semesterbeginn, täglich 30 Neuankömmlinge Schlange in der Hoffnung, dort ein Zimmer oder wenigstens einen guten Rat zu bekommen. Die Pinnwand ist jedoch relativ leer.

Es sind die Restbestände des freien Wohnungsmarktes, ohne Küche, mit nur einer Toilette pro Stockwerk oder im Umland. Ein Zimmer im Wohnheim kostet zwischen 180 und 300 Euro, wer privat wohnt, zahlt 250 bis 350 Euro. Trotz der höheren Kosten sei die Nachfrage nach Einzimmerwohnungen gestiegen, sagt die Maklerin Jutta Grieshaber. Die Leiterin der Abteilung "Wohnen auf Zeit" der Home Company musste schon vielen Studenten absagen: "Wir haben deutlich mehr Anfragen, vor allem von Master-Studenten."

Studentenbuden
Beim Studentenwerk gibt es Infos zu den Wohnheimen, ein schwarzes Brett mit Angeboten und eine Online-Zimmervermittlung auf www.studentenwerk.uni-freiburg.de. Direkte Hilfe gibt es im Infoladen in der Schreiberstraße 12, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr, Samstag, 9 bis13 Uhr.
In der Badischen Zeitung inserieren nicht nur Studenten, sondern gibt es auch Zimmer zur Unter-, Zwischen- und Nachmiete auf www.schnapp.de. Daneben gibt es noch diverse Anzeigenblätter in der Stadt. Private Unterkünfte gibt es auf www.gast-freunde.de. Klassiker bei der Wohnungssuche: www.wg-gesucht.de und www.studenten-wg.de.

Autor: Dana Hoffmann