Unternehmen contra Rathausspitze

Wohnungswirtschaft warnt vor neuer Wohnungspolitik in Freiburg

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 27. November 2018 um 12:03 Uhr

Freiburg

Unternehmen der Freiburger Wohnungswirtschaft haben die Pläne der Stadtverwaltung, die Wohnungspolitik neu auszurichten, als "völlig falsche Richtung" kritisiert.

Kurz vor der heutigen Gemeinderatssitzung, bei der es fast ausschließlich um die Wohnungspolitik in Freiburg gehen soll, hat sich die Vereinigung Freiburg Wohnungs- und Gewerbeunternehmen (VFW) zu Wort gemeldet. Die 18 in der VFW vertretenen Unternehmen warnen die Fraktionen im Gemeinderat eindringlich davor, dem Vorschlag der Rathausspitze zu folgen. Diese möchte die Wohnungspolitik stärker auf soziale Belange ausrichten.

Die VFW verweist darauf, dass die Zahl der genehmigten Wohneinheiten seit 2015 kontinuierlich zurückgeht. Weil keine nennenswerten Neubauflächen in Sicht seien, werde sich dies auch nicht so schnell ändern. Offensichtlich, so VFW-Geschäftsführer Alexander Simon, habe man sich von der einst vom Gemeinderat beschlossenen Entwicklung von jeweils fünf Baugebieten in den Jahren 2016 und 2017 längst wieder verabschiedet: "Eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt rückt so in immer weitere Ferne."

Die Interessenvertretung rechnet in dem Schreiben an die Fraktionen vor, dass es bis zum Jahr 2030 einen Nachholbedarf von 285 Hektar Bauland gebe – dies entspreche einem Investitionsvolumen von rund 4,6 Milliarden Euro. Allein im neuen Stadtteil Dietenbach seien knapp 2 Milliarden Euro an Investitionen notwendig. Diese "gigantische Summe" könne wohl kaum alleine von der öffentlichen Hand, der Stadtbau, den Genossenschaften und ähnlichen Organisationen erbracht werden.

Die private Wohnungswirtschaft allerdings werde nur investieren, wenn sie auch Käufer finde. Falls sich der Gemeinderat jedoch entscheiden würde, die zulässige Höchstmiete für den geförderten Wohnungsbau überall dort, wo es städtebauliche Verträge geben, zwingend aus dem Mietspiegel zu entwickeln, sei eine Rendite ausgeschlossen. Das werde zur Folge haben, dass nicht nur geförderte, sondern auch frei finanzierte Wohnungen nicht in der nötigen Anzahl gebaut würden. Das seien Probleme, die "ausschließlich hausgemacht" seien. VFW-Geschäftsführer Simon: "Falls der Gemeinderat gleichwohl seine Beschlüsse gemäß der Vorlage fasst, wird eine Chance auf eine Stadt, die es allen ihren Bürgern auch erlaubt, in ihr zu wohnen, vertan."