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28. Oktober 2010
Gute spanische Weine wollen gefunden werden
BETRIEBSPORTRÄT"La Viña" importiert spanische Weine.
FRIESENHEIM-OBERWEIER. Die Weinimportfirma La Viña in Oberweier hat eine Mission: Die drei Gesellschafter wollen den Menschen in der Region spanische Genüsse näherbringen. Vor allem den Wein. Seit 15 Jahren importiert La Viña schon Weine aus Spanien in die Ortenau. Dabei steht eines für sie fest: Es gibt mehr als nur Rioja. "Heute zählen wir mehr als 60 Weinbauregionen in Spanien. Wir haben davon mittlerweile zwölf in unserem Programm", sagt Norbert Wolf, einer der drei Gesellschafter der Firma. Zum Beispiel Wein von der Atlantikküste aus der Weinbauregion Rias Baixas oder aus der Landschaft des Don Quijote, La Mancha. Die Weine bezieht La Viña direkt vom Erzeuger.
Die Gründung der Weinimportfirma war eine klassische Schnapsidee. "Vor 15 Jahren haben wir zusammen beim Essen gesessen und gemerkt, dass sich kaum jemand mit spanischem Wein auskennt – weil das weinbaulich eben noch die Diaspora ist, auch wenn Spanien flächenmäßig das größte Weinbauland der Welt ist", sagt Norbert Wolf. Zu siebt haben sie dann eine GmbH gegründet. Ziel: Aus dem großen Angebot die wenigen guten Stücke herausfiltern.
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Die Weine, mit denen La Viña handelt, lagern im Untergeschoss der ehemaligen Zigarrenfabrik Geiger an der Oberweierer Hauptstraße in dem gelben Gebäude. Jeden Wein, der das Lager als Flasche in die Hände eines Kunden oder im Paket zu einem fernen Käufer verlässt, haben die drei Firmenchefs selbst getestet. Dabei sind die Hürden für eine Aufnahme in die Kollektion hoch. Einmal pro Jahr gibt es in Oberweier in den Lagerräumen eine große Weinprobe. "Dazu laden wir Freunde und gute Kunden ein, die sich mit Wein auskennen", erklärt Geschäftsführerin Juliane Kunz. Am Ende schaffen es von 30 Vorschlägen manchmal nur zwei Weine in den Katalog.
Der ist nach 15 Jahren immer noch wichtigster Vertriebskanal, sagt Kunz. Auf 25 Seiten stehen im gedruckten Katalog alle Weine, die bei La Viña bestellt werden können. "Manchmal kommen Kunden zu uns, die haben das Heft von vorne bis hinten mit kleinen Klebezettelchen gespickt, um ihre Lieblingsweine sofort zu finden", sagt Norbert Wolf.
Norbert Wolf, Joachim Wiegert und Geschäftsführerin Juliane Kunz führen die Firma nebenberuflich. Eigentlich sind sie Lehrer, Rentner und Hausfrau. Dennoch erwirtschaften sie mit ihrem Weinimport bei einem Umschlag von etwa 15 000 Flaschen pro Jahr einen Umsatz von rund 100 000 Euro von dem am Ende ein kleiner vierstelliger Gewinn übrig bleibt. Ist ein Jahr mal besonders erfolgreich, wird der Überschuss gleich auf den Kopf gehauen und in einen gemeinsamen Urlaub mit den Familien investiert – in Spanien, wo sonst. Denn wenn sie schon einmal alle gemeinsam unterwegs sind, besuchen sie auch gleich Winzer vor Ort und probieren sich durch deren Vorräte, um am Ende vielleicht einige Flaschen für die jährliche Weinprobe mitzunehmen.
Das Sortiment der Friesenheimer Weinliebhaber reicht vom günstigen Tropfen zu 4,95 Euro bis zum Edelwein wie einer Flasche des 1995er Arzuaga, Gran Reserva aus der Region Ribera del Duero. Preis: 83 Euro. Die meisten Kunden bei La Viña stammen übrigens aus der Ortenau. Die Mission vom Genussimport in die Region scheint aufzugehen.
Autor: Bastian Henning
