Global Player an der Elz

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Do, 06. September 2018

Waldkirch

Wirtschaftliche Stabilität und Dynamik sind wichtige Heimat-Faktoren für Waldkirch .

Wer über das Thema Heimat nachdenkt, kommt am Thema Arbeitsplatz nicht vorbei. Und davon hat Waldkirch einiges zu bieten: Rund 1000 Unternehmen bieten hier fast 9000 Arbeitsplätze.

Der Hauptteil der Betriebe sind kleine und mittelständische, oft familiengeführte Unternehmen im Handwerk, Handel und Dienstleistungsbereich. Dazu kommen viele Arbeitsplätze in Behörden, im Gesundheitsbereich sowie in Bildung und Betreuung. Zudem gibt es 14 größere Unternehmen, die zusammen etwa die Hälfte des insgesamt in Waldkirch erwirtschafteten Gesamtumsatzes generieren.

Erfahrungen in der Weltwirtschaft hat Waldkirch schon seit langem. In den 500 Jahren, als die Stadt zu Vorderösterreich gehörte, blühte hier das Edelsteinhandwerk. Unter der habsburgischen Kaiserin Maria Theresia begann im 18. Jahrhundert eine geradezu industriemäßige Blüte der Granatschleiferei – die Waldkircher Schleifereien hatten das Monopol zur Bearbeitung böhmischer Granatsteine. Zeitweise gab es in Waldkirch 28 Schleifereien mit mehr als 400 Beschäftigten.

Ebenfalls auf dem globalen Markt aktiv war und ist der Waldkircher Orgelbau, der schon sehr früh begann, unter anderem nach Frankreich zu exportieren und dort solch einen guten Ruf genoss, dass sich sogar eine Firma aus Paris entschloss, sich auch in Waldkirch anzusiedeln. Heute werden insbesondere größere Orgeln vorwiegend für den Export produziert.

Von den einst zahlreichen Spinnereien und Webereien in der Stadt sind noch zwei geblieben, wobei aber eine davon überwiegend auf Gemarkung der Nachbargemeinde Gutach liegt.

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich verschiedene moderne Wirtschaftszweige von Elektrotechnik über Kunststoffverarbeitung und Verpackungssysteme bis hin zur optisch-elektronischen Technologie und intelligenter Sensortechnik in Waldkirch etabliert.

Die Sick AG ist heute das Flaggschiff mit weltweit rund 9000 Mitarbeitern, davon mehr als 2500 im "Mutterhaus" in Waldkirch. Deren Sensortechnik wird überall dort eingesetzt, wo es um Sicherheit und Prozessautomation geht. Im Alltagsleben begegnen uns Sick-Produkte unter anderem auf Flughäfen, in Straßentunneln oder an den Mautbrücken der Autobahnen. Exporttreiber sind Sensoren für die Überwachung und Regelung von Imissionen und Emissionen. Weltweit unterwegs sind unter anderem auch die August Faller Gruppe mit Verpackungslösungen für Medikamente, Ganter Interior mit exklusivem Laden- und Innenausbau oder die Firma Mack Rides mit ihren Achterbahnen, die inzwischen mit Virtual Reality kombiniert werden. Weitere Beispiele für aufstrebende Unternehmen sind Pfaff mit High-Tech-Kunststoffteilen für die Medizin und Langer Medical mit Anwendungen für medizinisches Neuromonitoring oder die Hummel AG im Metallbau. Die Liste ließe sich ergänzen, und sie alle zusammen sorgen für Beschäftigung, sowohl für die Waldkircher als auch für viele Pendler aus der Region. Nicht wegzudenken sind sie für die Stadt auch als Gewerbesteuerzahler, die etliche Infrastrukturleistungen für die Allgemeinheit erlauben und als Unterstützer sozialer Zwecke oder der hiesigen Vereine.

Eine wichtige Voraussetzung für die künftige Entwicklung stellt die Initiative "W-Net" der Stadtwerke Waldkirch dar, die seit 2017 nicht nur Gas, Wasser und Strom liefern, sondern mit dem Ausbau eines stadtweiten Glasfasernetzes begonnen haben, das die notwendigen Internetbandbreiten für die Zukunft gewährleisten soll.

Ein Bereich mit zunehmender wirtschaftlicher Bedeutung ist der Tourismus. Im vergangenen Jahr wurden in Waldkirch 66 564 Übernachtungen (plus etwa zehn Prozent gegenüber Vorjahr) gezählt, insgesamt im Elz- und Simonswäldertal (Tourismusgesellschaft Zweitälerland) sogar 362 213 Übernachtungen.