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09. Mai 2009

Die Füße hochlegen mit Blick übers Glottertal

Die Gemeinde Glottertal bemüht sich um ihre Gäste / Wanderer sind eine wichtige Gruppe, die mit Angeboten gelockt werden / Neu: vier Naturliegen

  1. Foto: Frank Kiefer

  2. Eine neue Wanderkarte steht eingangs des Glottertals an der Mattenmühle (links oben). Ein prächtiger Ausblick übers Glottertal auf den Kandel (links unten) bietet sich demjenigen, der auf der Naturliege ruht (rechts); Sponsoren, Handwerker und Arbeitskreismitarbeiter freuen sich. Foto: Frank Kiefer

  3. Foto: Frank Kiefer

GLOTTERTAL. Wer als Gemeinde im Tourismus ein wesentliches wirtschaftliches Standbein sieht, der muss sich um die Gäste bemühen. Auf gleich zwei Neuheiten können Schwarzwaldverein und Gemeinde Glottertal verweisen. Gleich am Eingang des Glottertals steht eine neue Hinweistafel mit Wandervorschlägen und einer Wanderkarte. Wer sich etwas anstrengt und die Höhen des Tals erklimmt, der kann an vier Standorten die zweite Neuerung ausprobieren: Naturliegen – mit fantastischem Ausblick.

"Wir haben es gerade rechtzeitig für den Beginn der Wandersaison geschafft, die wichtigsten Waldwanderwege wieder freizuräumen", weiß Bürgermeister Eugen Jehle. Sturm Kyrill hatte im Dezember für große Schäden an Osthängen im Glottertal gesorgt, deren Baumbestand schon alt war und in früheren "Sturm"-Zeiten recht geschützt lag. Beim Abtransport wurden allerdings die Wege schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nur im "Badwald", einem Privatwald, gebe es noch Sturmholz.

Die Wegebaugemeinschaften im Tal wandten sich gar nach Stuttgart und baten um Förderung. "Das kann man nicht alles den Bauern aufbürden", so Eugen Jehle, der sich mit dem Vorsitzenden der Schwarzwaldvereinsortsgruppe darüber freut, dass pünktlich zum Maifeiertag die beliebtesten Rundwege wieder frei waren.

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"An manchem Baumstumpf hängt nun eine unserer Wegmarkierungen, die früher an einem stolzen Baum angebracht war, lobt Vorsitzender Hanspeter Herbstritt die Umsicht der Glottertäler Waldbauern. Eine erste Übersicht über Wanderangebote bietet die neue Schautafel unterhalb der "Mattenmühle" eingangs des Gewerbegebiets Engematten, wo drei Touren vorgeschlagen werden: eine Rundtour durch die Reben, eine Rundwanderung nach Föhrental und eine ins Suggental. "Rund 500 Euro hat die Tafel gekostet", weiß Andrea Würzburger, die Leiterin der Tourist-Info. Allerdings haben der örtliche Schreiner- und Zimmererbetrieb sowie der Metallbauer die Holztafel und auch die neuen Naturliegen "zum Selbstkostenpreis" gebaut.

Diese Liegen gehen auf eine Idee der "Leader"-Zukunftswerkstatt zurück. "Gemeinsam fürs Glottertal" war nicht nur ein sozialer Arbeitskreis tätig (die BZ hatte berichtet), sondern auch der für Tourismus. Eine engagierte Dame regte an, diese Liegen, die sie ähnlich auch andernorts gesehen hatte, im Glottertal zu installieren. Vier gibt es bereits: auf der "Dischhanse’ Elme", am Streckereck, am Silbergrüble und auf dem Leimeneck.

Für jeden dieser Standorte hatte der Arbeitskreis Sponsoren gesucht und gefunden Pensionen, Bankinstitute und das "Gastliche Glottertal", eine Wirtegemeinschaft übernahm die finanzielle Patenschaft. Örtliche Betriebe halfen mit tatkräftigem Einsatz.

"Wir denken daran, ähnliche Naturliegen auch an anderen Standorten zu errichten", sagt Bürgermeister Jehle. Im Gespräch sind Orte am Winzerpfad.

Der "Werbeetat" für den örtlichen Tourismus sieht in diesem Jahr insgesamt 23 700 Euro vor. 17 000 Euro sollen in die eigentliche Werbung fließen. Für Anzeigen in deutschen Zeitschriften und Zeitungen stehen 8900 Euro zur Verfügung. Weitere 2200 Euro für ausländische Medien. Den Internetauftritt lässt sich die Gemeinde 3360 Euro kosten. Für Verlinkungen und Einträge auf anderen Homepages – beispielsweise bei http://www.suedschwarzwald.de – stehen weitere 2000 Euro zur Verfügung. Für den neuen Tourismus-Werbeverbund "Schwarzwaldregion Freiburg" sind 1600 Euro eingeplant. Insgesamt werden für den Tourismus rund 530 000 Euro auf verschiedenen Einzelbudgets des Gemeindehaushaltes bereitgestellt.

Autor: Frank Kiefer