Die Welt in Gottenheim

Axel Dröber

Von Axel Dröber

Mi, 01. Dezember 2010

Gottenheim

Schon zum dritten Mal machen junge Wissenschaftler Gottenheim zur Universitätsstadt auf Zeit.

GOTTENHEIM. Akademiker aus der ganzen Welt zu Gast in Gottenheim: Für eine Woche wird die Tuniberggemeinde zum Ort einer internationalen Konferenz, an der rund 200 Wissenschaftler aus 30 Ländern teilnehmen. Am Montag eröffnete Bürgermeister Volker Kieber die "European Conference for Academic Disciplines", die schon zum dritten Mal in Gottenheim stattfindet.

In der Eröffnungsrede begrüßte Volker Kieber die Gäste, die aus vielen verschiedenen Ländern in den Breisgau gekommen sind. Vor den im Obergeschoss des Gottenheimer Feuerwehrhauses versammelten Professoren und Doktoranden brachte der Schirmherr der Konferenz seine Freude über die Ankunft der Wissenschaftler zum Ausdruck. Er sei stolz, dass die Konferenz immer mehr Akademiker in die Weinbaugemeinde im Breisgau ziehe.

Die erste Konferenz fand vor zwei Jahren statt. Nahmen damals noch 80 Gelehrte an dem interdisziplinären Treffen teil, ist die Zahl in der Zwischenzeit auf rund 200 gestiegen. Organisiert wird die Konferenz von Joseph Bonnici aus Boston, der dem amerikanischen "International Journal of Arts and Sciences" angehört. Als der Wissenschaftler der Bostoner Universität vor drei Jahren Gottenheim besuchte, war er sofort von dem Weindorf begeistert. Besonders die heimelige Atmosphäre und die Gastfreundschaft der Gottenheimer haben es dem Akademiker angetan. Fortan rangiert Gottenheim in einer Reihe mit anderen Konferenzorten wie Las Vegas oder Toronto.

Gastgewerbe der Region freut sich über die internationalen Gäste

Das steigert das Renommee der Gemeinde. "Gottenheim wird international bekannt", meint Bürgermeister Kieber und verweist auf die Hinweise in wissenschaftlichen Arbeiten und Internetauftritten der verschiedenen Universitäten, die Bezug auf die Konferenz in Gottenheim nehmen. Und natürlich profitiert auch die hiesige Gastronomie kräftig von dem Besucheransturm – nicht nur in Gottenheim alleine. Denn auch in den angrenzenden Gemeinden sind Hotels und Pensionen dank der akademischen Gäste ausgebucht. Ab Frühjahr 2011 soll die Zusammenkunft der Akademiker am Tuniberg zudem zwei Mal im Jahr stattfinden. Dabei erwartet die Gemeinde noch mehr Teilnehmer. Schon jetzt stößt sie an ihre Grenzen. Neben dem Feuerwehrhaus sind noch zwei Räume in der Grundschule als Konferenzräume vorgesehen. Doch das dürfte im kommenden Jahr nicht mehr reichen. "Vielleicht können wir die Turnhalle als zusätzlichen Veranstaltungsort nutzen", meinte Bürgermeister Kieber gegenüber der Badischen Zeitung.

Bunt gemischt sind die Themen, über die sich die Wissenschaftler eine Woche lang austauschen werden. Im Mittelpunkt stehen Ethik, Sprachen und Bildung genauso wie Finanzen und Naturwissenschaften. Besonders attraktiv für die Wissenschaftler, die zumeist mit Hilfe von Stipendien ihrer Heimatuniversitäten die Reise in den Breisgau angetreten haben, ist die Lage von Gottenheim im Dreiländereck. Die Wissenschaftler werden darum auch Ausflüge nach Straßburg, Basel, Freiburg und Heidelberg machen. Besonders für Teilnehmer aus fernen Ländern wie Irak, Indien oder die USA ist die Aussicht, in kurzer Zeit drei europäische Länder zu bereisen, besonders verlockend. Irene Ulrich von der Freiburger Wirtschaft, Touristik und Messe referierte auf der Eröffnung der Konferenz als Gastrednerin über die Wirtschaftsförderung und den Tourismus in der oberen Rheinregion.

Viele Teilnehmer interessierten sich am Montag auch für Gottenheim selbst. Volker Kieber zeigte seinen Gästen in einem kleinen Rundgang die Sehenswürdigkeiten. Im Mittelpunkt standen das Gottenheimer Rathaus und die Kirche, die die Gäste besonders interessierte.