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19. Oktober 2011

"Es soll Spaß machen, hier durchzustöbern"

Winzergenossenschaft Gottenheim eröffnet ihren neuen Verkaufsraum / Wein ist nicht das einzige kulinarischen Angebot.

  1. Freuen sich über den neuen, modernen Verkaufsraum: Doris Berkmann und Michael Schmidle, Geschäftsführer und Vorsitzende der WG. Foto: Saurer

GOTTENHEIM. Die Gottenheimer Winzergenossenschaft hat wieder einen Verkaufsraum. Nachdem der alte Betreiber Theo Hunn seine Verkaufsstelle in der Nähe des Bahnhofs aus Altersgründe aufgegeben hatte, konnte das neue Geschäft mit dem Namen "Zehngrad" in der ehemaligen Aral-Tankstelle an der Hauptstraße nun offiziell eröffnet werden. Ein halbes Jahr haben die Umbauarbeiten gedauert. Neben Wein, Sekt und Likören gibt es nun auch Geschenke, Schokolade und Glückwunschkarten zu kaufen.

Alte Eichenfässer oder Wagenräder sucht man vergeblich in den neuen Verkaufsräumen der Gottenheimer Winzergenossenschaft. Absichtlich sei auf die klassischen Intarsien traditioneller Weinstuben verzichtet worden, um Platz für eine moderne Innenarchitektur zu schaffen, betonte der Geschäftsführer und Vorsitzende der WG, Michael Schmidle, im Rahmen der Eröffnungsfeier. Hell und lichtdurchflutet ist der Raum geworden. Großzügige Freiflächen sorgen für Übersichtlichkeit und eine klare Linie. Dazu passt auch eine moderne, hauptsächlich in Schwarz-, Weiß- und Brauntönen gehaltene Möblierung. "Uns war es wichtig, dass der Raum harmonisch wirkt und viel Platz lässt", erklärt Schmidle. Damit hebt er sich stark von dem bisherigen Raum ab.

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Über Jahrzehnte vertrieb die Winzergenossenschaft ihre Weine über den Winzerhof von Theo Hunn. Als dieser vor drei Jahren ankündigte, sich aus Altersgründen vom Verkauf zurückziehen zu wollen, musste eine neue Lösung gefunden werden. "Damit geht auch eine Ära zu Ende", betonte Schmidle die Verdienste von Theo Hunn für den Gottenheimer Wein.

Die Suche nach einer neuen Verkaufsmöglichkeit war zunächst nicht einfach. Nachdem sich eine Lösung im Gottenheimer Bahnhof zerschlagen hatte, wich die Winzergenossenschaft auf die leerstehende Tankstelle aus und ließ sie zu einem repräsentativen Verkaufsraum umbauen. Pächterin und Geschäftsführerin ist die Buchheimerin Doris Berkmann, deren Vater selber Hobbywinzer war und die insofern von klein auf eine Verbindung zum Wein aufweist. Von ihr kam auch der Vorschlag des Namens, der eine Anspielung auf die ideale Trinktemperatur von Weißwein sein soll. "Eigentlich wären das zwölf Grad gewesen, aber der Name war schon vergeben", erklärt Michael Schmidle die Hintergründe der ungewöhnlichen Namensgebung.

Bürgermeister Volker Kieber meldete trotzdem Zweifel an: "Eigentlich ist der Name schon falsch gewählt, denn wer die Doris Berkmann kennt, weiß, bei ihr geht es warm und herzlich zu", meinte Kieber schmunzelnd.

Berkmann freut sich auf die kommende Zeit. Der Laden und sein Sortiment tragen zu einem großen Teil ihre Handschrift. Weg vom klassischen Weinverkauf wolle sie gehen, etwas Weitergehendes und Innovatives machen. Deswegen gibt es neben Wein, Sekt, Likören und dem einen oder anderen Schnäpsle auch eine ganze Reihe von Dingen zu kaufen, die man nicht sofort mit dem Weinverkauf in Verbindung bringt. Schokolade zum Beispiel, oder verschiedene Geschenkartikel finden sich in den Regalen ebenso wie Glückwunschkarten und Bücher. Auch Öle aus der Breisacher Ölmühle, Soßen und Pestos hat sie im Sortiment. "Es soll einfach Spaß machen, hier ein bisschen durchzustöbern". Für die Zukunft hat sie einige Pläne – auch für Veranstaltungen. Weinproben seien zum Beispiel schon fest eingeplant. Einen festen Kundenstamm möchte sie so etablieren, denn auf die Laufkundschaft kann sie nicht mehr lange bauen. Im nächsten Jahr wird die Verlängerung der Bundesstraße 31 eine Durchfahrt durch Gottenheim unnötig machen, bis dahin muss sich auch "Zehngrad" etabliert haben. "Wir bieten hier etwas Besonderes, das es sonst nicht überall gibt. Das wird sich sicher schnell herumsprechen", so Berkmann.

Autor: Michael Saurer