Gezielte Hilfe in sozialer Not

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Sa, 22. Dezember 2018

Gottenheim

Spendenaktion der Gottenheimer Firma Merkle hilft Initiativen, die sich für Menschen einsetzen.

GOTTENHEIM. Spenden in Höhe von insgesamt 41 000 Euro überreichte die Geschäftsleitung der Firma "ahp Merkle" zu Weihnachten an insgesamt 14 karitative Vereine und soziale Organisationen. Damit verzichtet der auf Hydraulikzylinder spezialisierte Betrieb auch in diesem Jahr wieder auf Weihnachtsgeschenke an seine Kunden: Die Mitarbeiter hatten weitere 1200 Euro für eine eigene Spende gesammelt.

"Die Spendenübergabe ist ein lieb gewordenes Ritual am Jahresende und einer meiner schönsten Termine", betonte Geschäftsführer Christen Merkle. "Die Spenden sind jedes Jahr eine bewusste Entscheidung, je nachdem, wie das Geschäftsjahr lief". Nach schwachem Beginn sei die Auftragslage bis in den Herbst immer besser geworden, so Merkle.

Die Spendenübergabe selber nahm Co-Geschäftsführerin Katrin Merkle vor und überreichte dem als Projekt des Jahres auserkorenen "Obdach für Frauen – Förderverein für Frauen in Not" 5000 Euro. Seit 20 Jahren gebe es den Verein, erläuterte Elisabeth Armbruster. Man habe auch eine Notfallhilfe für einsame oder psychisch belastete Frauen in hilflosen Wohnsituationen. Auch die Mitarbeiterspende ging an diesen Verein.

Die Spende in Höhe von 3000 Euro diene jetzt besonders dazu, für Obdachlose Handschuhe, warme Decken und Übernachtungs-Sets aus Rucksack, Schlafsack und Isomatte anzuschaffen, erläuterte Katja Weeke vom Förderverein für den Freiburger Kleiderladen. Ebenfalls 3000 Euro gingen an den Freiburger Essenstreff. Hier berichtete Horst Zahner, dass zwar jährlich gut 30 000 Essen an Bedürftige zum Preis von 2,50 Euro ausgegeben würden, die Zahl aber in jedem Monat gegen Ende deutlich zurück gehe. Damit auch die Menschen, bei denen am Ende vom Geld noch viel Monat übrig ist, zum Essen kommen können, würde mit den Spenden für die Bedürftigsten der Preis zum Monatsende auf einen Euro gesenkt.

Viele Gruppen kümmern sich um benachteiligte Kinder

Auch die Freiburger Tafeln (3000 Euro) wurden bedacht. Mit dem Geld werde man den Tafelgarten mit der eigenen Gemüseproduktion vergrößern, erläuterte Annette Theobald. Das aktuelle Projekt beim Haus des Lebens (3000 Euro), das sich um junge Mütter und ihre Kinder kümmert, ist die Erweiterung der hauseigenen Kindertagesstätte, berichtete Daniela Hauser. Der Verein, der sich um Kinder psychisch kranker Eltern kümmert, werde seine 3000 Euro insbesondere in die Ausweitung der Sprechstunden investieren, erklärte Rosa Schmidt. Der Kinderschutzbund (3000 Euro) will einen ehrenamtlichen Helfer-Pool aufbauen, der in Notfällen schnell eingreifen kann und Patenschaften für Familien übernimmt. Petra Schempp berichtete von einem neuen Projekt, das dazu dienen soll, geflüchtete Mütter zu stabilisieren.

Die Stadtpiraten (3000 Euro), die mit rund 60 Helfern Betreuungsangebote für bis zu 150 Kinder organisieren, seien gerade dabei, einen Bereich mit Angeboten für Jugendliche aufzubauen, informierte Anna-Verena Fronz. Die Freiburger Straßenschule (3000 Euro) wiederum sehe sich mit jungen Menschen konfrontiert, die psychische Auffälligkeiten haben, berichtete Jürgen Blumenberg.

Weitere 3000 Euro gingen an den Verein Sommeraufbruch, den Verein für Psychomotorik und die Renate-Merkle-Stiftung. Renate Merkle selbst berichtete von der Arbeit im ukrainischen Sosnivka. Gerade die älteren Menschen würden sich sehr über ein Weihnachtspaket mit Mehl, Fett und Zucker freuen, damit sie zu Weihnachten backen könnten. Und Renate Merkle fragte, wie Freiburg wohl aussehen würde, wenn es all die ehrenamtlichen Hilfsangebote nicht gäbe.

Für das Jugendzentrum Umkirch nahm Jens Ulbrich 1500 Euro entgegen, damit dort das Capoeira-Projekt weitergehen kann. 1500 Euro erhielt auch der Verein KuKuK, der sich um geschützte Räume für Kinder kümmert, die in nicht normalen Verhältnissen aufwachsen. Aktuell plane man einen neuen Spielplatz an der Flüchtlingsunterkunft Sankt Christoph, erläuterte Bianca Elgas, der gemeinsam mit den Bewohnern gebaut werden soll.