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08. Januar 2010

Lohnender Musikerausflug

Zum zweiten Mal gaben die Gottenheimer Musiker ihr Neujahrskonzert in Bötzingen.

  1. Auch die Harfe erklang im Konzert des Gottenheimer Musikvereins in Bötzingen. Ein Höhepunkt des Abends war die Ernennung von Lothar Dangel zum Ehrenvorsitzenden. Foto: mario schöneberg

  2. Foto: Mario Schöneberg

BÖTZINGEN/GOTTENHEIM. Mehr als 400 Besucher und weit über 50 Mitwirkende sorgten am Dienstagabend bei der zweiten Auflage des Gottenheimer Neujahrskonzerts in der Bötzinger Festhalle für einen großen Erfolg.

Viel Applaus vom dankbaren Publikum für ein gelungenes Konzert und erschöpfte aber zufriedene Musiker auf der Bühne – auch in diesem Jahr hatte sich der Ausflug des Musikvereins Gottenheim nach Bötzingen gelohnt. Die Gottenheimer Musiker spielen dort, weil die Turnhalle in der eigenen Gemeinde zu klein ist für einen Auftritt vor größerem Publikum. "Schön dass sie so zahlreich erschienen sind, doch es wird langsam eng – da müssen wir wohl bald in eine noch größere Halle ausweichen", scherzte der Vorsitzende des Musikvereins, Martin Liebermann, der zum ersten Mal ein Neujahrskonzert eröffnete. Sein Vorgänger Lothar Dangel wurde später zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. Dangel hatte zehn Jahre lang die Geschicke des Vereins geleitet und war zuvor schon 15 Jahre stellvertretender Vorsitzender. Für diese langjährige Vorstandstätigkeit überreichte ihm Wolfgang Herr vom Blasmusikverband die silberne Verbandsehrennadel. Außerdem bekamen zahlreiche Jungmusiker das bronzene oder das silberne Leistungsabzeichen überreicht. Nicht zuletzt ein Erfolg von Andreas Thomann, der seit nunmehr zehn Jahren bei der Gottenheimer Musik den Taktstock schwingt.

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Der Konzertabend selbst wurde vom vereinseigenen Vororchester eröffnet. Die jungen Musiker im Alter von neun bis 13 Jahren unter der Leitung von Michael Thomann, der später auch durchs Programm führte, spielten fünf flotte und fröhliche Stücke und eine Zugabe, zumeist bekannte Pop-Titel, die sie gelungen interpretierten.

Anspruchsvolle Eigenkomposition des Dirigenten

Nach der Pause war die große Kapelle an der Reihe und begann gleich flott und wuchtig im Stile eine Sinfonieorchesters mit dem bekannten "Wilhelm Tell Galopp" von Gioachino Rossini. Für sein Solo am Xylophon bekam Stefan Binder einen Extraapplaus. Anschließend wurde es deutlich konzertanter. In "Erinnerung an ein Ballerlebnis" entführten die Musiker das Publikum in die goldenen 1920er Jahre, als sich die feine Gesellschaft in prunkvollen Ballsälen traf. Facettenreich, von leicht tänzerischen Klängen bis hin zu flottem Swing, reichte hierbei der musikalische Bogen. Den Konflikten des Menschen mit der Natur und der Gefährdung unseres Planeten widmete sich die Kapelle danach im Hauptwerk des Abends. "Schöpfung", "Fortschritt" und "New Life" hat Komponist Kurt Gäble die drei Teile seiner Komposition "Der blaue Planet" getauft. Nach einer nachdenklichen Einführung wurde die Musik fast traurig, dann wieder optimistisch und fröhlich um später doch bedächtig zu enden. Ein schweres Stück, stets anspruchsvoll zu spielen. An der Piccolo- Flöte überzeugte dabei als Solistin Julia Großklaus.

Wieder volkstümlicher wurde es mit der "Suite on Celtic Folk Songs", gekonnt vorgetragen und von Oktavia Röhl an der Harfe unterstützt. Verträumt war das Stück "Idylle" mit einem Sopran-Saxophon-Solo, sauber gespielt von Marcel Mayer. Ann-Kathrin Kaiser überzeugte danach an der Klarinette in "Csardas", bevor der Konzertmarsch "Die Sonne geht auf" das abwechslungsreiche Konzertprogramm beendete. Als Zugaben spielte die Kapelle noch ein flottes Hit-Medley vom Michael Jackson und einen kleinen Ausschnitt aus dem Programm, bevor der gelungene musikalische Jahresbeginn an der Bar erst spät in der Nacht ausklang.

Autor: Mario Schöneberg