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01. Dezember 2011

Nach Gottenheim für Austausch und Ausflüge

Erneut treffen sich Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen in Gottenheim / Regionales Gast- und Reisegewerbe freut sich.

  1. Zahlreiche Wissenschaftler aus aller Welt kamen zur Konferenz des Internation Journal of Arts and Sciences nach Gottenheim. Foto: michael saurer

GOTTENHEIM. Bereits zum sechsten Mal treffen sich Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen zu einem Workshop in Gottenheim. Dabei wird nicht nur diskutiert, auch die Region im Dreiländereck wird bei zahlreichen Ausflügen erkundet. Veranstalter ist eine wissenschaftliche Zeitschrift, das "International Journal of Arts and Sciences” (IJAS). Seine Haupttätigkeit sind die Ausrichtung von zahlreichen Konferenzen, die quer über den Globus verteilt stattfinden. Las Vegas, Toronto, Paris stehen unter anderem auf dem Programm der Zeitschrift – und seit drei Jahren eben auch Gottenheim. Innerhalb Europas ist Gottenheim sogar die Konferenz mit den meisten Teilnehmern und findet mittlerweile zweimal im Jahr statt.

Grund für diesen Erfolg sei vor allem die zentrale Lage im Dreiländereck, erklärt der Leiter der aktuellen Veranstaltung, Joseph Azzopardi. "Die Teilnehmer bekommen drei Länder zum Preis von einem zu sehen", betont der Wirtschaftswissenschaftler der Universität Malta. Denn schließlich müssen die Wissenschaftler Anreise, Unterkunft und Teilnahmegebühr selber bezahlen. Wie groß das Interesse daran trotzdem ist, zeigt die Teilnehmerzahl. Über 200 Doktoranden, Dozenten und Professoren aus insgesamt 42 Ländern sind dieses Mal nach Gottenheim gekommen. Sie stellen ihre jeweilige Arbeit in Kurzreferaten oder Präsentationen vor. Vorträge von Maschinenbauern folgen da auf die von Erziehungswissenschaftlern, Soziologen oder Volkswirten – eine thematische Einordnung gibt es bei IJAS ebenso wenig wie ein großes Leitmotto, unter dem die zahlreichen Konferenzen stehen.

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Damit stehen die IJAS-Konferenzen sowohl in ihrer Struktur, als auch ihrer Anzahl ziemlich allein im Kanon internationaler Fachtagungen da. Joseph Azzopardi sieht darin aber gerade ihre Stärke. Durch die interdisziplinäre Ausrichtung würden eben auch Fragen und Anregungen von Menschen außerhalb des eigenen Fachbereichs aufkommen und so den Horizont der Referenten erweitern. Wichtiger als die Präsentationen selber seien auch der gegenseitige Austausch und die Vernetzung untereinander, die oft gerade außerhalb der Tagungsräume auf einer der zahlreichen Ausflugsfahrten passieren. In den Europa-Park ging es ebenso wie nach Freiburg, Colmar, Straßburg und Basel. Auch der Schwarzwald mit dem Titisee stand auf dem Programm und sorgte bei den Teilnehmern für Begeisterung.

Für Gottenheim und das Umland haben sich die Konferenzen mittlerweile zu einem echten Wirtschaftsfaktor entwickelt, gibt Bürgermeister Volker Kieber offen zu. "Jetzt ist sowieso gerade Saure-Gurken-Zeit, da sind die Pensionen und Hotels über so viel Kundschaft froh." Tatsächlich sind praktisch alle Unterkunftsmöglichkeiten im Umkreis ausgebucht, auch in den Restaurants und in den Busunternehmen, welche die Ausflugsfahrten übernehmen, freut man sich über die zusätzliche Kundschaft. Die Gemeinde Gottenheim selbst verlangt jetzt für die Überlassung der Räumlichkeiten im Feuerwehrhaus und der Grundschule erstmals eine Pauschale von 500 Euro.

Im Namen der Gemeinde begrüßte Kieber am Montag die Gäste und brachte mit Christa und Willi Rambach vom Gottenheimer Trachtenverein noch ein wenig Tradition und Folklore in die Konferenz. Die Teilnehmer zeigten sich ob der beiden Trachtenträger begeistert und nutzten die Möglichkeit für gemeinsame Fotos. Annette Senn von der Breisach-Touristik präsentierte danach in ihrem englischen Vortrag eine detaillierte Ausarbeitung der touristischen Bedingungen in der Region.

Bis Freitag wird die Konferenz noch andauern, dann werden die Teilnehmer wieder in ihre Heimatländer wie Ägypten, Irak, Malaysia, USA oder Kanada zurückfliegen. Die ungewöhnliche Kooperation mit der kleinen Tuniberggemeinde wird aber weitergehen. Bereits für April hat sich die nächste Delegation angekündigt. "Ich habe jetzt schon die ersten Buchungsanfragen nach Unterkünften", erklärt Annette Senn.

Autor: Michael Saurer