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22. Januar 2011

Neue Wege für Fußgänger, Radler und Traktoren

B 31-Bau verändert bei Gottenheim Wege- und Straßenverlauf.

  1. Am Ortsschild soll der von Bötzingen kommende Radweg entlang der L 115 enden, in Gegenrichtung erst nach der Einfahrt hinten rechts beginnen. Die Gemeinde Gottenheim will, dass die Wege bis über die Gleise der S-Bahn in den Ort reichen, was der Bund aber nicht bezahlt. Foto: manfred frietsch

GOTTENHEIM/BÖTZINGEN. Läuft alles glatt, wird im Frühjahr 2012 die neue B 31 West von Umkirch bis Gottenheim fertig. Bis dahin muss dann die Landesstraße 115 von Bötzingen nach Gottenheim ganz auf die Ostseite der Kaiserstuhlbahn verlegt sein. Für die damit verbundene Veränderung des Wegenetzes hat das Regierungspräsidium Freiburg den Planfeststellungsbeschluss erlassen. Alle Wünsche, die dazu aus Gottenheim gestellt wurden, erfüllt er indessen nicht.

Schon 1994, als die Planung das erste Mal beschlossen wurde, hatte die Gemeinde dagegen geklagt. Das ganze B 31-Vorhaben hatte sich dann aber ohnehin verzögert. In einem Hauptpunkt kam es zur Einigung: Eine Radwegverbindung zwischen Bötzingen und Gottenheim wird nun nicht auf die Ostseite der neuen L 115 gelegt, sondern direkt westlich neben das Gleis der SWEG-Kaiserstuhlbahn. Andernfalls hätte der Radweg nämlich die Abfahrt von der B 31 zur L 115 kreuzen müssen und weiter südlich die Kaiserstuhlbahn queren müssen,. Der nun geplante Radweg unterquert dagegen kreuzungsfrei gemeinsam mit Bahn und neuer L 115 die derzeit im Bau befindliche Brücke der B 31, die hier blind endet, steht doch die Fortsetzung der Bundesstraße bis Breisach in den Sternen.

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Der Radweg soll an der – 1994 noch nicht bestehenden – Zufahrtstraße ins Bötzinger Gewerbegebiet von der L 115 her beginnen. Von einem Seitenast dieser Straße wird noch eigens ein Wirtschaftsweg auf den dann breiter zu bauenden Radweg Richtung Gottenheim geführt. Die Gemeinde Gottenheim wollte, dass der Radweg komplett bis Gottenheim auch als Wirtschaftsweg alle westlich der Bahn gelegenen Feldflächen erschließen soll. Dafür sollte der wegfallende, weit ausholende Bogen der jetzigen L 115 westlich der Bahn vollständig zurückgebaut werden. Doch dies lehnt das Regierungspräsidium ab. Es hält den landschaftlichen Gewinn für zu gering. Zudem müssten dann alle von der jetzigen L 115 abführenden Wege, wie die Zufahrt zum Ponyhof, verlängert werden, um Anschluss an den Rad- und Wirtschaftsweg neben der Bahnlinie zu finden. Der Bogen soll nur teilweise zurückgebaut werden, als Fahrweg.

Wenn vor Gottenheim die Bahnlinie unter der neuen Straßenbrücke der L 115 abtaucht, gabelt sich der Radweg. Die Fahrtrichtung nach Gottenheim bleibt westlich der Landestraße, bis zum Ortseingang. Die Gegenrichtung nach Bötzingen beginnt auf der Ostseite der L 115 an der jetzigen Einfahrt zum Landmaschinenhandel, taucht dann neben dem Gleis unter der Straßenbrücke durch und erreicht so die Radweggabelung. Die Gemeinde wollte nun eine Verlängerung beider Radwegäste in den Ort hinein, über die Gleise der Breisgau-S-Bahn hinweg. Doch dies sei nicht mehr Teil der vom Bau der B 31 verursachten Straßen- und Wegverlegungen, argumentiert das Regierungspräsidium. Will Gottenheim es dennoch verwirklichen, müsste es mit dem Land und Bahn verhandeln und auch selbst Geld dafür in die Hand nehmen. Denn der just jetzt neu geplante Supermarkt erfordert es geradezu, eine vernünftige Fuß- und Radverbindung auch über die S-Bahn anzulegen.

Autor: Manfred Frietsch