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27. Dezember 2014

Spenden ersetzen Präsente

Die Gottenheimer Firma AHP Merkle spendet 42 000 Euro für soziale Projekte in der Region.

  1. Mehr als 42000 Euro spendete die Firma AHP Merkle an zehn wohltätige Organisationen. Foto: Mario Schöneberg

GOTTENHEIM. Mehr als 42 000 Euro spendete die Gottenheimer Firma AHP Merkle an zehn soziale Projekte in der Region. Vertreter der Einrichtungen und Vereine waren kürzlich ins neu eröffnete Technikum der Firma eingeladen, um die Spenden entgegenzunehmen und ihre Arbeit kurz vorzustellen.

"Wir geben nicht, weil wir haben – wir haben, weil wir geben." Mit diesem Satz beschreibt Seniorchefin Renate Merkle den Geist von Firma und Familie. Sie selbst leitet eine nach ihr benannte Stiftung, die sich für bedürftige Menschen in der ukrainischen Region um Tschervonograd einsetzt. "Der Tag der Spendenübergabe ist für mich der Höhepunkt im Jahr", betonte auch Geschäftsführer Christen Merkle. Seit einigen Jahren verzichte man bei AHP auf Weihnachtsgeschenke und spende das Geld lieber, denn "es gibt auch viel Not hier in unserer Nachbarschaft, das war uns früher nicht so bewusst". 2014 sei für die Firma ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen, erläuterte Merkle, man habe viel gearbeitet, sei aber auch dankbar, denn nur so sei diese Spendenübergabe erst möglich. Zehn Projekte, darunter die Renate-Merkle-Stiftung, wurden diesmal mit Beträgen in Höhe von 5000 oder 3000 Euro bedacht.

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Eines davon ist der Freiburger Kleiderladen. Bis zu 6500 Obdachlose werden hier jährlich unterstützt, berichtete Anke Eilers vom Förderverein. Besonders Schlafsäcke, Rucksäcke und Isomatten würden benötigt. Solche Spenden würden den letzten Schubs geben, um weiterzumachen, erklärte Horst Zahner, der sich im Freiburger Essenstreff engagiert. Der Treff sei zum Beispiel am Sonntagmorgen die einzige Möglichkeit für Obdachlose, auf die Toilette zu gehen oder Wäsche zu waschen.

Bis zu 300 Menschen stünden täglich bei der Freiburger Tafel Schlange, erzählte Hatto Müller. Und es würden immer mehr. Diente die Spende vom Vorjahr noch dazu, einen eigenen Tafelgarten aufzubauen, in dem Langzeitarbeitslose sogar eine Ausbildung zum Gärtner machen könnten, möchte man im kommenden Jahr gemeinsam mit einer Mühle eigene Nudeln herstellen, denn gerade haltbare Lebensmittel fehlten oft im Sortiment.

Ebenfalls wieder eine Spende bekam das Haus des Lebens, in dem junge Schwangere in Not betreut werden. Hier soll das Geld dazu beitragen, so Leiterin Daniela Hauser, eine Außenwohngruppe aufzubauen, die jungen Müttern Gelegenheit geben soll, zu lernen, nach und nach selbständig mit ihrem Kind zu leben.

Traumatisierte Kinder von Flüchtlingsfamilien habe sich die Vereinigung zur Hilfe für psychisch kranke Kinder als neuen Schwerpunkt fürs kommende Jahr gesetzt, berichtete Martin Sieber, und der Verein Sommeraufbruch ermögliche es Muskel-kranken Jugendlichen, einmal im Jahr in Urlaub zu gehen, erzählte Peter Schuster, dessen 18-Jähriger Neffe an Multipler Sklerose leidet.

Neu unter den Empfängern ist der Verein für Psychomotorik, der sich laut Dagmar Schröder seit 27 Jahren um Kinder mit Bewegungs- und Wahrnehmungsproblemen kümmert. Ebenfalls sehr froh über die Spende waren Helga Klier von der Freiburger Kinderschutzbund-Ortsgruppe sowie Elisabeth Armbruster vom Förderverein OFF, der obdachlose Frauen in Not unterstützt.

Im Namen der 150 Merkle-Mitarbeiter, bei denen auch gesammelt wurde, übergab Auszubildender Raul Sick Kuverts an den Essenstreff und den Kleiderladen, wo die 20 Azubis drei Tage lang ein soziales Praktikum absolviert hatten. Es sei eine sehr beeindruckende Zeit gewesen, sagte Sick, der dafür warb, dieses Projekt als Teil der Ausbildung fortzusetzen.

Autor: Mario Schöneberg