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27. Dezember 2013

Spenden statt Geschenke

Gottenheimer Firma AHP Merkle spendet gemeinnützigen Organisationen insgesamt 34 000 Euro.

  1. Spendenübergabe bei der Gottenheimer Firma AHP Merkle (von links): Seniorchef Gerhard Merkle, Katrin Merkle, Peter Schuster (Verein Sommeraufbruch), Hatto Müller (Freiburger Tafel), Martin Sieber (Vereinigung Hilfe für psychisch kranke Kinder und Jugendliche), Daniela Hauser (Freiburger Haus des Lebens), Steffen Noack (Jugendclub Gottenheim), Renate Merkle (Renate-Merkle-Stiftung), AHP-Geschäftsführer Christen Merkle, Sabine Dietsche (Freiburger Kleiderladen), Horst Zahner (Förderverein Essenstreff), Birgit Schuster-Merkle. Foto: schöneberg

GOTTENHEIM. Spenden statt Geschenke – so lautet seit einigen Jahren zur Weihnachtszeit das Motto der Firma AHP Merkle aus Gottenheim. Über Spenden in Höhe von insgesamt 34 000 Euro, die kürzlich von Firmenchef Christen Merkle übergeben wurden, konnten sich die Vertreter und Leiter von acht Vereinen und gemeinnützigen Institutionen freuen.

"Ich war vergangene Woche in Hongkong, und dort habe ich im Schaufenster eine Uhr gesehen, die so viel kostet, wie wir heute an Spenden übergeben – da habe ich mir gedacht, was hätte ich davon, wenn ich für so viel Geld sehe, wie schnell ich älter werde", berichtete der Geschäftsführer von AHP Merkle, Christen Merkle, anlässlich der Spendenübergabe am Firmensitz in Gottenheim. Merkle erklärte, er freue sich, dass es hier doch so viele Menschen gebe, die sich für andere einsetzen und interessieren. Anschließend wurden die Spenden übergeben und jeder Verein, der davon profitierte, stellte seine Arbeit kurz vor.

Mit der Spende vom vergangenen Jahr habe man das Ladenlokal neu eingerichtet, berichtete Annette Theobald vom Freiburger Tafelladen. Die diesjährige Spende in Höhe von 5000 Euro soll hingegen als Anschubfinanzierung für ein neues Projekt dienen, bei dem Langzeitarbeitslose Obst und Gemüse für die Tafel in Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei selber anbauen.

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Im Haus des Lebens in Freiburg wiederum werden junge Frauen aus schwierigen Lebensverhältnissen, die schwanger sind, aufgenommen, betreut und fit gemacht für ein selbstständiges Leben mit ihrem Kind. Die Spende über 5000 Euro solle nun dem Ausbau der hauseigenen Kindertagesstätte dienen, wie Christoph Lengsfeld erläuterte.

Geld hilft beim Aufbau des offenen Jugendtreffs

Horst Zahner vom Förderverein Freiburger Essenstreff, der 6000 Euro erhält, nutzte anschließend die Gelegenheit, besonders Senior-Firmenchefin Renate Merkle danke zu sagen, die nicht nur Geld spendet, sondern aktiv mitarbeitet. Renate Merkle selbst, die für ihre Ukraine-Stiftung ebenfalls 6000 Euro übergeben bekam, betonte, dass der Tag, an dem sie selber Essen an Bedürftige ausgebe, für sie der schönste in der Woche sei.

Steffen Noack, vom Gottenheimer Jugendclub erläuterte, dass man die Spende von 1000 Euro für den Neuaufbau eines offenen Jugendtreffs gut gebrauchen könne, und Sabine Dietsche vom Freiburger Kleiderladen berichtete, dass man zwar zehn Tonnen gespendete Kleidung im Jahr ausgebe, es aber meist an den Dingen fehle, die gerade wohnsitzlose Menschen bräuchten. Diese Dinge, wie Isomatten, Schlaf- und Rucksäcke, aber auch winterfeste Schuhe sollen nun von den 5000 Euro aus den Spendenmitteln angeschafft werden.

Ebenfalls wieder unterstützt wurde mit 3000 Euro der Verein Sommeraufbruch, der es im Rollstuhl sitzenden Kindern ermöglicht, einmal im Jahr in Urlaub zu fahren.

Zum ersten Mal eine Spende von ebenfalls 3000 Euro bekam die Freiburger Vereinigung zur Hilfe für psychisch kranke Kinder und Jugendliche, deren Leiter Martin Sieber berichtete, dass gerade psychisch kranke Kinder keine Lobby hätten. Die Eltern der Kinder würden sich eher schämen. Vereinsmitglieder seien daher eher Lehrer und Therapeuten. Spendenmittel flössen hier meist in neue Projekte, die später auch ohne die Unterstützung des Vereins weiterlaufen sollten, so Sieber. Aktuell seien das unter anderem Beratungsangebote für Kinder psychisch- oder suchtkranker Eltern und spezielle Angebote für traumatisierte Flüchtlingskinder.

Autor: Mario Schöneberg