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21. November 2008

Verzicht auf Hauptschule

Gottenheim will künftig schon Fünftklässler nach Bötzingen schicken / Platz für Kindergarten

  1. Geht es nach dem Gemeinderat, werden bis in einem Jahr an der Gottenheimer Schule nur noch Grundschüler unterrichtet. Die Hauptschüler sollen von Anfang an nach Bötzingen wechseln. Foto: mario schöneberg

GOTTENHEIM. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, die derzeit noch aus den Klassen fünf und sechs bestehende Gottenheimer Hauptschule aufzugeben und dafür in absehbarer Zeit den Kindergarten in das große Schulgebäude zu integrieren.

Derzeit gingen noch elf Gottenheimer Kinder in die zwei Hauptschulklassen, hinzu kämen vier Kinder aus Breisach, erläuterte Bürgermeister Volker Kieber die Situation. Von Klasse sieben an gingen die Hauptschüler sowieso ins Schulzentrum nach Bötzingen. Die Klassen fünf und sechs würden in Gottenheim in vielen Fächern gemeinsam unterrichtet, in Mathe und Deutsch jedoch getrennt.

Nach einer aktuellen Prognose kämen auch in den kommenden Jahren nur vier bis sieben Schüler aus der Grundschule in die Hauptschule. Dafür weiterhin einen Physik-, einen Werk- und einen Computerraum vorzuhalten, sei für die wenigen Schüler sehr aufwendig, meinte Kieber. Überhaupt sei die vor wenigen Jahren komplett sanierte Schule mit ihren 14 Klassenräumen nur sehr gering genutzt. Die Grundschule mit derzeit zwischen 21 und 27 Schülern je Klasse sei auch nur einzügig. Das bedeute, dass aktuell die Hälfte der Klassenräume nicht genutzt werde. Im Gegenzug gebe es einen Kindergarten am Ort, der dringend saniert werden müsse, was nach aktuellem Stand mindestens 870 000 Euro koste.

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Doch das Hauptargument für die Aufgabe der Hauptschule war für den Bürgermeister die Sicht der Schüler. Egal ob Gymnasiasten oder Realschüler, alle Gottenheimer Kinder wechselten nach der Grundschule auf eine weiterführende Schule nach außerhalb. Nur die Hauptschüler bleiben noch für zwei Jahre am Ort, was für sie wenig motivierend sei. Zudem sei das Bötzinger Schulzentrum besser ausgestattet. Und vom nächsten Schuljahr an sollen dort in den Klassen fünf und sechs die Haupt- und Realschule zusammenarbeiten. Diese Chance auf gemeinsamen Unterricht und den eventuellen späteren Wechsel in den Realschulzweig hätten die Gottenheimer Kinder nicht, wenn sie weiter am Ort blieben.

Letztlich würden überall in der Region die Gemeinden in Zeiten rückgängiger Schülerzahlen miteinander kooperieren, betonte der Bürgermeister. Er berichtete auch, dass das Schulamt einer Aufgabe der Hauptschule und dem Aufbau eines integrativen Modells mit dem Kindergarten positiv gegenüberstehe. Nach dem Gemeinderatsbeschluss werde es nun eine Schulkonferenz geben, dann könne die Abgabe der Hauptschule und die Änderung der Schulamtsbezirke beim Kultusministerium beantragt werden.

"Das ist ein sehr emotionales Thema für Gottenheim", meinte Kurt Hartenbach (FWG). Schließlich sei die Gemeinde mal für den Erhalt der Hauptschule vor Gericht gezogen. Doch letztlich gehe es darum, die Chance für die Gottenheimer Hauptschüler zu verbessern". Dem stimmte der Rat einmütig zu. Zudem möchte die Gemeinde im kommenden Jahr Konzepte zur Integration des Kindergartens ins Schulgebäude entwickeln.

Autor: Mario Schöneberg