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28. Juni 2010
Vorfreude aufs neue Gemeindehaus
Der Teilabriss ist erledigt, jetzt wird wieder aufgebaut / Bürger und Firmen spendeten überraschend viel Geld.
GOTTENHEIM. Die erste Etappe der Renovierung des katholischen Gemeindehauses St. Stephan in Gottenheim ist geschafft. Das erforderliche Eigenkapital ist beisammen und die Abrissarbeiten sind erledigt. Nun wird das Haus wieder aufgebaut. Aus diesem Anlass wurde am Freitag in der Festhalle erst einmal angestoßen – und über die Bauarbeiten, die Finanzierung und die weiteren Plänen informiert.
Der besondere Dank des Pfarrers der Seelsorgeeinheit, Markus Ramminger, galt den Helfern und großzügigen Spendern. Aber auch "Hirn und Muskelschmalz" der freiwilligen Helfer hätten beim Vorankommen eine große Rolle gespielt. Ein Bauausschuss habe sich viele Gedanken dazu gemacht. "Ohne Mampf kein Kampf": der Pfarrer dankte auch den Freiwilligen, die freundlicherweise für Verpflegung während der Bauarbeiten gesorgt hatten. "Momentan erinnert mich die Baustelle noch an Dresden nach dem zweiten Weltkrieg," scherzte Ramminger, "das ist aber schon ein Fortschritt, denn vorher hat man gar nichts gesehen." Die Bauarbeiten seien voll im Gange, damit der Ort bald nicht mehr wie "ein möblierter Bombenkrater" aussehe.Werbung
Der Bürgermeister Volker Kieber hielt den Wiederaufbau für eine "gute Entscheidung". Die politische Gemeinde nutzte das Landessanierungsprogramm und konnte somit 106 000 Euro zur Renovierung beitragen. 40 Prozent der Gesamtkosten übernahm die Gemeinde, 60 Prozent das Land Baden-Württemberg. Normalerweise unterstützt das Land zwar keine kirchlichen Vorhaben. Aber man konnte sich schnell darauf einigen, dass auch die politische Gemeinde die Räume für eine bestimmte Anzahl von Sitzungen nutzen darf.
Auch sonst soll das Haus nicht nur von der Kirchengemeinde genutzt werden: Das Altenwerk, die Frauengruppe, die Mutter-Kind-Gruppe und die Ministranten werden sich hier treffen.
Architekt Uwe Ristau berichtete über den Stand der Bauarbeiten und informierte über die Nutzungsmöglichkeiten der neuen Räume. Bei den Planungen sei es vor allem darum gegangen, den Eingangsbereich sinnvoller und den Saal heller zu gestalten. Die Dachverglasungen werden mit einem Sonnenschutz versehen sein, so dass sich der Raum im Sommer nicht zu sehr aufheizt. Zudem werden Dach und Fassaden gedämmt und solide Fenster eingesetzt werden. Da das Gemeindehaus baurechtlich eine Versammlungsstätte ist, müssen Bestuhlungspläne eingehalten, Fluchtwege markiert und neun Autostellplätze angelegt werden. Ristau erklärte: "Ein richtiger Neubau wäre nicht mehr das Gemeindehaus St. Stephan", zudem habe man viel Geld und Arbeit gespart, da Fundament, Bodenplatte und Außenwände weiter vdrwendet werden.
Das Gemeindehaus ist für viele Gottenheimer von nostalischem Wert, da es Erinnerungen an frühere Zeiten weckt: Kindergartenjahre, das erste Schuljahr, das einige dort verbracht haben, gemeinsame Gruppenstunden in der Pfarrjugend und die Krankenstation. Diese Bindung an das Haus trug dazu bei, dass sich viele Bürger gemeinsam dafür stark machten, das baufällige Haus nicht zu verkaufen.
Verrechnungsstellenleiterin Marianne Gerber informierte über die Finanzierung des Wiederaufbaus. Die "unübliche Spendenbeteiligung" in Höhe von 55 000 Euro von Unternehmen und Bürgern sei "sehr löblich". Da diese die Erwartungen übertraf, konnte ein Jugendtreff für 40 000 Euro mit in die Planung aufgenommen werden. Jetzt brauche man noch Geld für die Inneneinrichtung, Geschirr und Lampen.
Autor: Antonia Felber
