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18. März 2017 16:31 Uhr

Protest-Musik

Anti-Gema-Marsch-Komponist freut sich über große Resonanz

"Kostet nix" heißt der Marsch, den Heinz Benz geschrieben hat, um gegen die Gema zu protestieren. Der Dirigent des Musikvereins Grenzach freut sich über reichlich positives Feedback.

  1. Da ist das Ding: Der Marsch „Kostet nix“ kommt ins Fernsehen. Foto: Heinz u. Monika Vollmar

Mit einem eigens für Generalversammlungen komponierten Marsch hat der Dirigent des Musikvereins Grenzach, Heinz Benz, vor gut einer Woche die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) ausgetrickst. Der Marsch, der den passenden Titel "Kostet nix" trägt, hat im Netz für Furore gesorgt und sogar Radio und Fernsehen auf Benz und seine Musiker aufmerksam gemacht.

BZ: Herr Benz, mittlerweile haben weit über 4000 Menschen das Video der Premiere Ihres Marsches auf der BZ-Facebookseite aufgerufen und auch mit Kommentaren bedacht. In der kommenden Woche werden sogar das Radio und auch das Fernsehen über Ihre Idee berichten. Wie fühlen Sie sich, seit Sie so bekannt geworden sind?

Benz: Ich bin überrascht, dass diese Kleinigkeit so viel Staub aufgewirbelt hat. Ich selbst hatte erst kurz vor Weihnachten von den relativ neuen Gema-Regelungen vom Kassierer des Musikvereins Grenzach erfahren. Als ich dann zu Hause am Computer saß, um zu komponieren – ein altes Hobby von mir – kam mir die Idee, mit einer Eigenkomposition die Vereinskasse zu entlasten.

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BZ: Was bedeutet für Sie der große Zuspruch aus allen Gesellschaftsschichten, der Ihnen jetzt zuteil wird?

Benz: Ich habe die vielen Beiträge und Kommentare aufmerksam durchgelesen. Es geht mir dabei nicht darum, die Gema in Misskredit zu bringen. Vielmehr geht es mir darum, dass es nicht sein kann, bei internen Veranstaltungen wie bei Generalversammlungen von Musikvereinen auch noch Gebühren zu verlangen. Ich finde, dass damit eine Grenze überschritten wird, die nicht mehr akzeptabel ist. Viele Musikvereine haben allein deswegen das Musizieren bei Generalversammlungen eingestellt, was ich sehr bedaure.



BZ: Sind Sie diesbezüglich auch schon von anderen Musikvereinen oder gar von der Gema selbst angesprochen worden?

Benz: Nein, aktuell noch nicht, Es fanden jedoch diesbezüglich bereits lose Gespräche mit Musikerkollegen und auch mit Dirigenten statt.

BZ: Wie wurde Ihre Idee denn vom Musikverein Grenzach aufgenommen?

Benz: Zunächst gab es irrsinniges Gelächter, dann folgte die Freude über meine Idee. Künftig werden wir aufgrund der Gema-Regeln daher nur noch den von mir komponierten Marsch sowie die ebenfalls von mir komponierte Polka "Freundschaft fürs Leben" bei Generalversammlungen spielen.
Zur Person

Heinz Benz ist seit 1965 Blasmusiker. Seit 1976 arbeitet er als Dirigent. Er leitete bereits die Musikvereine Adelhausen, Maulburg, Egringen, Häg-Ehrsberg und die Concordia Nunningen (Schweiz). Benz ist verheiratet, lebt in Rheinfelden und hat zwei Kinder.

Die Gema-Gebühren

Seit zwei Jahren sehen entsprechende Gema-Regelungen vor, dass auch dann Gebühren zu entrichten sind, wenn bei Generalversammlungen durch die Musikvereine musiziert wird und Stücke anderer Komponisten zu Gehör gebracht werden. Die Musikvereine im Alemannischen Musikverband müssen jeden Titel melden und entrichten eine entsprechende Pauschale an den Verband, der sich um die Bezahlung der Gebühren kümmert.

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Autor: mar