Belgier wollen Partner sein

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Fr, 03. November 2017

Grenzach-Wyhlen

Ecaussinnes ist eine Partnerstadt Pietrasantas und mit Grenzach-Wyhlen bereits befreundet.

GRENZACH-WYHLEN. Bei der kürzlich stattgefundenen Jahrestagung der Partnerstädte sagte der neue Vorsitzende des Partnerschaftskomitees von Ecaussines (Belgien), Emmanuel Decafmeyer, die Gemeinde sei interessiert daran, mit Grenzach-Wyhlen eine offizielle Städtepartnerschaft einzugehen. Ingeborg Staab, die Vorsitzende des heimischen Komitees, würde sich freuen, wenn sich zuvor noch mehr Beziehungen ausbilden würden.

Seit 27 Jahren hat Grenzach-Wyhlen mit Pietrasanta in Italien eine sehr lebendige Städtepartnerschaft. Pietrasanta hat ansonsten Partnerschaften mit Villeparisis (Frankreich) und Ecaussinnes (Belgien). Längst hat sich auch zwischen den "Cousins und Cousinen", wie Ingeborg Staab es nennt, eine gute Freundschaft entwickelt. Villeparisis und Ecaussinnes sind aus den Aktivitäten des Komitees für Städtepartnerschaften nicht wegzudenken. Dazu kommen – um im Bild zu bleiben – noch entferntere Verwandte: Ecaussinnes ist verschwistert mit Letavertes in Ungarn. Und der Ort wiederum mit Sacueni in Rumänien. Auch zu diesen beiden Gemeinden existiert eine gute Verbindung. Seit einigen Jahren fahren Privatleute mit vielen Sachspenden aus der Gemeinde nach Sacueni, um dort dem Kinderheim zu helfen. Und noch ein weiterer Akteur befindet sich mehr oder weniger sichtbar auf der Bühne der Städtepartnerschaften: 2013 hat die chinesische Stadt Mengzi Interesse an einer Partnerschaft geäußert. Dieses Jahr wollten die Chinesen gar eine Delegation zu den Sommersprachkursen schicken, was aber aufgrund terminlicher Schwierigkeiten nicht gelang.

Die EU fördert den partnerschaftlichen Gedanken. Ab drei Partnerschaften kann man für neue Projekte EU-Gelder beantragen. Ecaussinnes hat bisher zwei Partnerschaften. Käme auch das rund 575 Kilometer entfernet Grenzach-Wyhlen dazu, könnte man von den EU-Hilfen profitieren, wie Decafmeyer auch erklärte. Dabei sah er die ohnehin existierenden Beziehungen zwischen der belgischen und der südbadischen Gemeinde als gute Grundlage.

Ingeborg Staab sieht die EU-Hilfen als nicht so wichtig an. Zumal es einen großen bürokratischen Apparat zu bedienen gelte, um Anträge zu stellen. Sie selbst hatte kürzlich wegen eines Antrages von Pietrasanta damit zu tun. Alleine das Ausfüllen von zahlreichen Unterlagen habe sehr viel Zeit gekostet.

Zudem sagt Staab, dass eine Verschwisterung gut gewählt sein will, weil man sich aneinander bindet – und dafür bereits die Inhalte da sein sollten, auf die man die Partnerschaft gründen will. "Ich denke, dass eine Verschwisterung an der Qualität der Begegnung nichts verändern würde", sagt sie im BZ-Gespräch.

Eine Verschwisterung bedeutet die Unterzeichnung einer Vereinbarung. "Ein solches Papier der Freundschaft unterschreibt man aber natürlich nicht im Stillen", erklärt Staab. Dazu gehöre auch, ein großes Fest zu organisieren, bei dem auch Vertreter des Konsulats eingeladen würde. Die 72-jährige Staab würde einen solchen Aufwand nicht scheuen, aber lieber in jüngere Hände geben. So sagt sie auch: "In Sachen Partnerschaft mit Ecaussinnes ist noch nichts Konkretes abzusehen."