Das erste Konzert mit Bravour gemeistert

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Mi, 24. Januar 2018

Grenzach-Wyhlen

Die vier Jungmusiker des Alcina Quartetts zeigen ihr besonderes Talent in den Evangelischen Kirche.

GRENZACH-WYHLEN. Am Ende waren alle glücklich: Die jugendlichen Ausnahmetalente vom Alcina Quartett, die in der vollbesetzten Evangelischen Kirche in Grenzach ihr erstes Konzert gegeben haben, die Eltern, die Lehrer, der Veranstalter Helmut Bauckner vom Verein für Heimatgeschichte und das Publikum.

Das Alcina Quartett hatte sich der Königsdisziplin Kammermusik gewidmet und diese Herausforderung mit jugendlichem Elan und spielerischer Sicherheit glänzend gemeistert. Die Besucher haben in der Grenzacher Kirche schon viele große Kammermusikensembles erlebt, aber noch nie ein so junges Streichquartett, das Meisterwerke der klassisch-romantischen Literatur mit einem solch ausgewogenem Ensembleklang aufführte.

"Das gemeinsame Musizieren macht uns großen Spaß", hatte der 13-jährige Geiger und Primarius des Ensembles, Jonathan Zipperle aus Menziken im Kanton Aargau, bei den Proben vor dem Konzert erzählt. Die zweite Violine spielt Minami Dettweiler (15) aus Grenzach, Tochter des Cellisten Georg Dettweiler und der Pianistin Fumi Dettweiler, an der Bratsche ist die gleichaltrige Lea Erni aus Basel zu hören. Der 13-jährige Johannes Liesum aus Riehen am Cello komplettiert das Quartett, das seit vier Jahren zusammen spielt und schon einige Preise bei Jugendmusikwettbewerben gewonnen hat.

Kennengelernt haben sich die Nachwuchsmusiker beim Unterricht in der Talentförderklasse der Musik Akademie Basel. Alle kommen aus musikalischen Familien und verstehen sich persönlich sehr gut, was für das harmonische Quartettspiel natürlich förderlich ist. Angeleitet werden die Vier von Emilie Haudenschild.

Die Violonlehrerin setzt hohe professionelle Maßstäbe an, fordert sehr viel von ihren Schülerinnen und Schülern und geht gleichzeitig sensibel und mit viel Einfühlungsvermögen auf sie ein. Es sei schon außergewöhnlich, dass sich jugendliche Talente schon in so jungen Jahren zu einem Streichquartett formieren, sagt die Violinpädagogin. "Wichtig ist, dass alle auf einem Niveau sind."

Für ihr erstes Konzert haben sich die Musiker gewichtige Meisterwerke dieser Gattung ausgesucht: Beethovens Streichquartett c-Moll op. 18 Nr. 4 und Mendelssohn Bartholdys Streichquartett D-Dur op. 44/1. "Sie sind spieltechnisch sehr gut in der Lage, das zu spielen. Der Mendelssohn kommt ihnen entgegen, er hat etwas Virtuoses, Spritziges, Lebendiges", sagt Haudenschild. Sich an so schwierige Werke heranzuwagen, sei musikpädagogisch sinnvoll, denn es fordere die jungen Musiker und lasse sie wachsen.

Bei Beethoven begeisterte der energische Bogenstrich der jugendlichen Streicher, der starke Ausdruckswillen, der rhythmisch gut durchgeformte Klang. Das bewegte, lebendige Spiel und die dynamischen Akzente waren ebenso begeisternd wie die hervorragend durchgezeichneten Stimmenverläufe im zweiten Satz, wo das graziöse Thema sehr schön durch alle Instrumente wandert.

Den Mendelssohn gingen die Vier voller Vitalität und mit sichtbarer Spielfreude an. Auch die lyrischen Stellen gelangen den jugendlichen Streichern sehr ausdrucksvoll. Vor allem Jonathan Zipperle an der ersten Geige tat sich mit ausnehmend schönem, präzisem Ton und spannungsvollem Spiel hervor, Minami Dettweiler gefiel mit ihrem weichen Klang und tadellos sicherer Technik, die Bratschistin und der Cellist spielen ebenso engagiert und konzentriert.

"Ganz beglückt" zeigte sich Helmut Bauckner vom Verein für Heimatgeschichte, der auch humorvoll moderierte, über dieses beeindruckene Nachwuchs-Ensemble.