Ein Theater, ein Kino, ein Kabarett

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Mo, 10. Oktober 2016

Grenzach-Wyhlen

Das "Theater im Zehnthaus" hat sich in fünf Jahren vielfältig entwickelt – neue Projekte sind bereits in Planung.

GRENZACH-WYHLEN. Es war im Jahre 2011, als Josef Gyuricza, Vorsitzender des Fördervereins für Kinder, Jugend und Kultur, und der damalige Gemeinderat Heinz Engelhardt die Idee hatten, etwas Neues für ständige kulturelle Erlebnisse in der Gemeinde in Gang zu setzen. Gemeinsam mit Tom Müller nahmen sie den Keller des Zehnthauses in Augenschein. Bis dahin war der große Raum nur zum Abstellen von Mobiliar genutzt worden.

Schauspieler und Regisseur Müller setzte sich den Erzählungen zufolge hinten auf einen verschmutzten Stuhl, dachte sich die abgestellten Tische weg und stellte sich dafür eine ordentliche Beleuchtung vor. "Das ist es!", soll er ausgerufen haben: Die Idee für das Theater im Zehnt-haus war geboren. Mitstreiter und Freunde dieser noch jungen Erlebnisstätte in der Gemeinde trafen sich am Freitagabend, um die Bilanz des vergangenen Jahres zu hören. Gyuricza, inzwischen Erster Vorsitzender des Anfang dieses Jahres gegründeten Vereins "Freunde des TiZ" erinnerte an das erste Stück: "Jedermann/Jedefrau" brachte Tom Müller auf die Bühne.

Gleich zu Beginn ihrer Geschichte hatten sich die Theatermacher auch an Jugendliche gewandt. Zwar war der Zuschauerraum bei den ersten Vorstellungen nicht immer voll besetzt; aber was Mundpropaganda bewirken kann, zeigte sich sehr schnell. Henning Kurz verwies auf die vier Kabarettvorstellungen seit Jahresbeginn; allesamt waren sie ausverkauft. "Besonders erfreulich ist doch, dass zu uns auch landesweit bekannte Künstler kommen, obwohl wir mit den Gagen großer Häuser nicht mithalten können," meinte Kurz. Da spiele eben auch eine Rolle, dass in einer solch intimen Spielstätte gerade Kabarettisten eine besonders enge Tuchfühlung zum Publikum erreichen. Die Vorstellung mit Rena Schwarz habe dies gezeigt, als die Künstlerin nicht nur allein auf der Bühne, sondern auch sehr intensiv mit dem Publikum gespielt habe.

Bei den beiden musikalischen Veranstaltungen kamen jeweils etwa 30 Zuhörer (50 Personen finden Platz im Raum). Ein neuer Versuch war das Kino für Kinder während der Sommerferien. Großes Kino werde eben doch anders empfunden als die kleinen Bildschirme von Smartphone und Fernseher. Eine neue Reihe konzipierten Kerstin Mehle und Fritz Rumpf: "Kino für Entwachsene" soll es geben mit Filmen, "die man einfach gesehen haben muss". Dazu gehören "The Artist" und "Casablanca". Demnächst soll es losgehen, jeweils mittwochs 19 Uhr; die genauen Einzelheiten werden noch bekanntgegeben.

Doch das Theater im Zehnthaus muss auch investieren: Müller wies darauf hin, dass die Bühne unbedingt eine bessere Beleuchtung brauche, um die Qualität zu steigern. Auch für die Kinoveranstaltungen müsse die Technik aufgerüstet werden, um von der bisher häufigen Improvisation zu stabilen Anlagen zu kommen. Mehle plant außerdem eine Veranstaltung für Jugendliche, bei der diese selbst mit ihren Auftritten auf der Bühne das Programm gestalten.