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06. Mai 2011

Früher lieferten die Brunnen das Wasser

Ewald Kaiser hat im Ortskern von Wyhlen noch neun Brunnen aus den Jahren 1848 bis 1862 erfasst.

  1. Der Brunnen am Eck Klosterstraße/Schützenstraße steht seit 1857 und lädt auch zum Verweilen (im Foto Ewald Kaiser) ein. Foto: Albert Greiner

GRENZACH-WYHLEN. Die derzeit im Kreisgebiet Lörrach vorgegebene Erfassung der Kleinstdenkmale bezieht auch die Dorfbrunnen ein. In Wyhlen hat sich Ewald Kaiser damit beschäftigt.

In Wyhlen gibt es neun Dorfbrunnen aus den Jahren 1848 bis 1862. Sie stehen in den Bereichen des früheren landwirtschaftlich geprägten Ortskerns und dienten als Tränke für Vieh und als Wasserentnahme für die Bevölkerung. So hatten sie damals auch zwei Eisen vom seitlichen Brunnenrand zum Wasserzufluss, wo die Einwohner die Eimer zum Füllen aufstellen konnten. Sie sind inzwischen bei den meistern Brunnen entfernt worden. Die dörflichen Brunnen wurden von der Karstquelle in der Bergstraße, wo sich die erste Brunnenstube der Gemeinde Wyhlen befindet, versorgt und war bis 1929 die Trinkwasserversorgung. Erst danach gab es die ersten Hauszuleitungen. Noch heute sind, mit Ausnahme des Brunnens am Solvayplatz, alle noch an die Brunnenstube in der Bergstraße angeschlossen, das wasser ist jedoch kein Trinkwasser mehr. 1912 kam für die Bevölkerung im Bereich des Kraftwerks Wyhlen mit dessen Bau noch die Brunnenstube in den Buttenhalden hinzu.

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Alle Brunnentröge sind aus einem Stück gefertigt. Die Brunnen sind in den meisten Fällen aus Laufener Kalkstein. Lediglich der Brunnen in der Gartenstraße/Ecke B 34 ist aus Soltener Kalkstein. Bei einigen ist auch noch die Jahreszahl am Brunnentrog sichtbar. Der Brunnenstock ist überwiegend dreiteilig (Sockel, Kapitell, Obelisk (Pyramide), in einigen Fällen auch nur zweiteilig.

An folgenden Stellen befinden sich die von Ewald Kaiser erfassten derzeit neun Dorfbrunnen: Gartenstraße (Ecke zur B 34) ohne Jahreszahl, Solvayplatz (früher Baumgartenstraße (Jahreszahl 1848), Rheinstraße (längster Brunnentrog)

Kirchstraße/Ecke- B 34 (Dorfbrunnen mit einem doppelläufigen Wasserzulauf, Jahreszahl 1862 breitester Brunnentrog), Kirchstraße (ehemalige Küferei Kaiser), Kirchplatz St. Georg (Jahreszahl 1848), Lörracher Straße (vor Anwesen Lauber,Jahreszahl 1857), Bergstraße (unterhalb der ersten früheren Wasserversorgung) und Klosterstraße/Ecke - Schützenstraße (Jahreszahl 1857). Dieser Brunnen ist der einzige, der noch genau am gleichen Platz steht, während die anderen Brunnen teilweise geringfügig versetzt oder gewendet wurden.

Ein weiterer Brunnen befindet sich noch im Klosterhof. Doch dies ist kein Dorfbrunnen, sondern ein vom Kloster Himmelspforte erstellter Brunnen. Er hat auch einen anderen Brunnenstock. Dieser ist als einziger nach innen ausgeschaffen und trägt die Jahreszahl 1771.



Autor: Albert Greiner