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30. Oktober 2014

Hornacker ist weiter auf gutem Weg

Solararchitekt arbeitet an Energie-, Mobilitäts- und Raumkonzepten / Erschließung beginnt im kommenden Jahr.

  1. So soll Dischs Solarsiedlung am Hornacker aussehen. 350 bis 500 Menschen werden hier ein Zuhause finden. Öffentlicher Lebensraum wird groß geschrieben. Foto: Visualisierung: Stiftung Abendrot / Architron

GRENZACH-WYHLEN. Gleich zwei Solarsiedlungen sollten es zu Beginn sein in Grenzach-Wyhlen. Der Freiburger Solararchitekt Rolf Disch hatte sich das Gelände des Hornackers gesichert und auf dem Neufeld-Süd die Hälfte des bebaubaren Landes gekauft und eine Option für den Rest gehalten. Nach langen Querelen über die Art der Bebauung auf dem Neufeld hatte sich Disch von dort zurückgezogen. Der Hornacker wird aber vom Besitzer, der Basler Pensionskasse Stiftung Abendrot, durch Disch bebaut. Das Projekt schreitet voran.

Die Pensionskasse Abendrot sieht sich der Nachhaltigkeit verpflichtet und möchte in Grenzach ökologisches Wohnen mit angenehmem Leben verbinden. Bei den Basler Wohn-Projekt-Tagen im September hatte die Pensionskasse die Planungen für den Hornacker bereits vorgestellt. 13 Mehrfamilienhäuser sollen auf 26 500 Quadratmetern (dreieinhalb Fußballfelder) zwischen Friedhof Hörnli und Hochrheinbahnlinie entstehen. 170 Wohneinheiten für 350 bis 500 neue Einwohner sind vorgesehen. Die sollen möglichst gemischt leben: Mietwohnungen für Studenten sind geplant, ebenso Eigentumswohnungen oder auch Wohnegemeinschaften, in denen Generationen sich begegnen können.

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Alle Häuser werden im Plusenergiestandard gebaut, soll heißen, sie erzeugen mehr Strom als sie verbrauchen. Alles, was der Haushalt an Strom benötigt, an Wärme und an Energie für die Elektromobilität soll selbst erwirtschaftet werden. Die Planer denken gerade bei der Erstellung eines Energiekonzepts darüber nach, wie man zu viel erzeugten Strom so ins Stromnetz speist, dass das Stromnetz nicht überlastet, sondern gestützt wird.

Nicht nur die Häuser sind wahre Kraftwerke. Da aufgrund des Bahnlärms ohnehin eine hohe Lärmschutzwand entlang der Bahnlinie gebaut werden muss, plant Disch die direkt als Begrenzung für eine lange Überdachung für Autos und Fahrräder. Dieses Dach soll ebenfalls der Energiegewinnung dienen.

Neben dem Energiekonzept arbeiten Dischs Büro und die Stiftung Abendrot an einem Mobilitätskonzept und einem Gestaltungskonzept für die öffentlichen Räume. Alles wird demnächst mit der Gemeinde vorbesprochen und kommt dann in den Technischen Ausschuss und den Gemeinderat. Disch geht davon aus, dass 2015 die Erschließungsarbeiten abgeschlossen werden – und vielleicht noch im selben Jahr, ansonsten aber 2016 mit den Bauarbeiten begonnen wird.

Bereits gebaut wird im Neufeld-Süd. Nachdem ein großer Teil von Dischs Grundstück von der Deutschen Reihenhaus AG gekauft wurde (wir berichteten), seien nur noch vier Grundstücke zu haben. Es gebe aber bereits Interessenten.

Disch meinte, er hätte gerne auf dem Neufeld ein Leuchtturmprojekt realisiert wie im Hornacker. Die Deutsche Reihenhaus habe architektonisch einen Weg gefunden, "günstige Häuser zu bauen und zu verkaufen." Seine Planungen für das Neufeld-Süd wären individueller ausgefallen, aber auch teurer.

Autor: Ralf H. Dorweiler