Internetzugang für Jedermann

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Do, 02. November 2017

Grenzach-Wyhlen

Nur ein Jahr nach der Gründung hat der Verein Freifunk Dreiländereck schon rund 1600 freie Zugangsstellen eingerichtet.

GREANZACH-WYHLEN. Seit einem guten Jahr besteht der Verein Freifunk Dreiländereck. Damals hatten die Gründungsmitglieder die Vision, ein Netz freier, ungehinderter Zugänge zum Internet für Jedermann zu schaffen. Als am Freitagabend der Vorstand zur ersten Mitgliederversammlung seinen Bericht vorlegte, kam schon Staunen auf. Nahezu 1600 Knoten, also freie Zugangsstellen wurden seitdem im gesamten Kreisgebiet eingerichtet, weitere 70 kommen nochmals in Tuttlingen dazu.

Etliche Partner gaben dem Verein inzwischen sachliche und vor alle rechtliche Unterstützung, diese ist vor allem die Bewilligung, Rathäuser und öffentliche Gebäude als Standorte für die Router zu nutzen. Nahezu alle Rathäuser des Kreises sind mit solchen Routern ausgestattet, unterschiedlich selbstverständlich mit Zugangsmöglichkeiten entsprechend des Breitbandausbaus. Dennoch geht es im Kreis Lörrach, so bewertet der Verein, deutlich schneller voran, als in anderen Kreisen.

Zu den Partnern gehören auch Wohnungsbaugenossenschaften und weitere Firmen. In Grenzach-Wyhlen, dem Gründungsort des Vereins, besteht zum Beispiel freier Internetzugang für jedermann ohne Passwort unter anderem am Haus der Begegnung, an den Rathäusern, an der Hochrheinhalle und an der Post. Gemeinsam mit den Landratsämtern Lörrach und Waldshut sowie den Stadtverwaltungen in Schopfheim und Weil wurden Freifunkzugänge für Flüchtlinge eingerichtet. Auch in der Schweiz wurde bereits ein beachtliches Netz eingerichtet, allein in Basel sind 100 Knoten installiert.

Als besondere soziale Komponente sieht der Verein die Möglichkeiten, dass Personen, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen eingeschränkt sind, über die Knoten volle Zugänglichkeit zum Internet erhalten. Freifunk Dreiländereck ist die größte Community dieser Art im gesamten Land. Bewusst stellte der Verein seiner Arbeit das Attribut grenzüberschreitend voran, dies meint er nicht nur durch Einbeziehung der Schweizer und französischen Nachbarschaft, sondern auch technisch, sozial und politisch.

Auch ein Schulprojekt wurde auf den Weg gebracht

Ohne Einschränkung von Geschlecht, Religion und Nationalität darf jeder die Freifunk-Angebote nutzen und sich auch gerne an der Vereinsarbeit beteiligen. Vor allem sucht die Community mehr Mitarbeiter, die sich um den Einsatz neuer Hardware-Modelle engagieren. Als gelungene Nachwuchsarbeit kam ein Projekt am Gymnasium Mössingen/Thalheim zur Sprache, bei dem ein Lehrer eine Arbeitsgemeinschaft Freifunk für Schüler gründete.

Bürgermeister Tobias Benz bezeichnete den Verein Freifunk Dreiländereck als eine tolle Initiative. Gerne habe er das Anliegen des Vereins unterstützt, auch wenn dazu etliche Gespräche in der Verwaltung, vor allem wegen befürchteten Störerhaftung vorgebracht wurden: "Ich bedanke mich für dieses sehr nützliche ehrenamtliche Engagement." Erfreulich sei, dass nunmehr durch den Zweckverband Breitbandausbau der Anschluss bisher schwach mit Internetzugängen versorgten Ortsteilen vorangebracht werde. Das neue Baugebiet Hornacker wird nur über ein kommunales Netz angeschlossen. Erstaunlicherweise werde nun, da die Bauarbeiten durch den Zweckverband und andere Anbieter beginnen, erneut die Telekom vorstellig und bietet ihr Interesse am Netzausbau an, nachdem sie jahrelang dafür nicht ansprechbar war. Der Verein beendete seine erste Mitgliederversammlung mit der geschlossenen Wiederwahl des bisherigen Vorstandes.

Verein Freifunk Dreiländereck

Mitglieder: 31

Vorstand: Kilian Brogli (Vertreter Schweiz), Roland Zimmermann (Technik), Rüdiger Lorenz (Netz), Raimund Sommer (Verträge), Tilo Levante (Vertrieb).

Erreichbarkeit: ff3l@ff3l.net