Zimmermann will loslegen

Ralf Staub

Von Ralf Staub

Sa, 17. November 2012

Grenzach-Wyhlen

Mit der Offenlegung der Planunterlagen beginnt das Genehmigungsverfahren.

GRENZACH-WYHLEN. Die Firma Zimmermann hat mit der Ankündigung des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren durch das Regierungspräsidium für ihren Entsorgungsbetrieb auf dem BASF-Areal weitere Informationen nachgeschoben. Bis zum 21. Januar 2013 können Bedenken und Einwände gegen das Projekt vorgebracht werden.

"Das ist schon ein großes Projekt", erklärte der technische Leiter der Firma Zimmermann, Jörg Wellenbüscher, auf Anfrage. Das Zimmermann-Areal, auf dem einmal 80 000 Tonnen feste und 60 000 Kubikmeter flüssige Abfälle behandelt werden sollen, ist knapp 5000 Quadratmeter groß, davon entfallen 700 Quadratmeter auf die Laborgebäude mit Sanitär- und Sozialtrakt.

In der Anlage sollen feste Abfälle mit speziellen Zuschlagsstoffen so behandelt werden, dass sie danach im Salzbergwerk als Versatz-Baustoff verwertet oder auf einer Deponie umweltverträglich abgelagert werden können, erläutert Wellenbüscher. Die flüssigen, wässrigen Abfälle werden im chemisch-physikalischen Teil der Anlage so behandelt, dass der wässrige Anteil in die Industriekläranlage der BASF eingeleitet werden kann. Nach der biologischen Behandlung könne das Wasser in den Naturkreislauf zurückgeführt werden. Zu den gefährliche Stoffen, die in Grenzach behandelt werden sollen, zählen etwa Säuren, Laugen, Mineralöle (Ölabscheider aus Tankstellen) oder Bohremulsionen. Weder krebserregende noch leicht entzündliche, Erbgut verändernde oder explosive Stoffe würden hier angenommen, so Wellenbüscher.

Für Bürgermeister Jörg Lutz ist die Firma Zimmermann bekannt als "seriöse Firma", die er eher dem Umweltschutz als der Abfallentsorgung zurechnet: "Hier wird Chemie rückwärts gemacht", sagt Lutz. Abfälle aus der chemischen Produktion würden getrennt und zum Großteil wieder in chemischen Prozessen eingesetzt. Dank der heutigen Auflagen gebe es Auffangbecken und Filteranlagen.

Der Betrieb passe in das BASF-Areal, weil mit der Firma DSM ein weiterer Störfallbetrieb in unmittelbarer Nähe steht, auch wenn "gedanklich ein forschendes Unternehmen lieber gesehen" worden wäre. Für unrealistisch hält es Lutz auch, auf eine neue Chemiefirma zu hoffen, die sich in der Gemeinde niederlässt: "In den letzten 30 Jahren hat es keine Chemieansiedlung am Hochrhein mehr gegeben."

Lutz vertraut darauf, dass die Firma Zimmermann eher zu einer Stabilisierung der noch vorhandenen Chemiearbeitsplätze beiträgt, weil die Firmen gegenseitig voneinander profitieren: Zimmermann könnte etwa von DSM Strom aus der Kraft-Wärme-Kopplung abnehmen, und die Abwasserreinigung könnten gemeinsam unterhalten werden. Synergien seien auch bei der Werksfeuerwehr denkbar.

Die Offenlegung der Planununterlagen als Teil des Genehmigungsverfahren, das in der Regie des Regierungspräsidiums läuft, beginnt zwar erst, politisch aber gibt es wohl keine großen Widerstände gegen die Zimmermann-Pläne: Als es im Sommer um die künftige Nutzung des BASF-Areals ging, erhob sich keinerlei Widerstand mehr gegen die Ansiedlung des Entsorgers. Bürgermeister Lutz geht allerdings davon aus, dass es in der kommenden Gemeinderatssitzung noch einmal Fragen geben wird. Ein etwaiger Erörterungstermin für eingegangene Einwendungen ist für den 28. Februar im Haus der Begegnung vorgesehen.