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20. Februar 2016

Aquarelle wecken die Sehnsucht

Der Architekt und Künstler Jürgen Köhler zeigt im Gundelfinger Rathausfoyer seine vorwiegend mediterranen Bilder.

  1. Jürgen Köhler vor einem Aquarell, das im Hafen von Sète entstanden ist. Foto: Gabriele Fässler

GUNDELFINGEN. Der Süden Frankreichs, Reiseindrücke aus Ostasien und skurrile Motive – das sind die Themen von Jürgen Köhlers Aquarellmalerei. Am Mittwoch eröffnete der Gundelfinger Kunstverein mit seiner Vorsitzenden Ulrike Bach und dem stellvertretenden Bürgermeister Bernd Bauer die Bilderausstellung im Rathausfoyer. Bis 16. März können Interessierte Köhlers Werke während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigen.

Die Bilder von Jürgen Köhler wecken Sehnsucht in diesen kalten, grauen Februartagen. Sehnsucht nach der Wärme, dem Licht und den Farben des Südens. Sehnsucht danach, in südfranzösischen Städtchen durch enge Gassen und über Wochenmärkte zu schlendern oder dem Treiben in den Mittelmeer-Häfen zuzuschauen. Sehnsucht nach der einzigartigen, stolzen und zugleich beruhigenden Landschaft des geschichtsträchtigen Languedoc-Roussillon. Musikalisch unterstrichen wurde diese Stimmung im Rathausfoyer vom Duo Akwaaba mit Lutz Thormann (Querflöte) und Achim Zieske (Percussion).

Die ausgestellten Werke von Jürgen Köhler zeigen neben südfranzösischen Landschaftsbildern, Dorf- und Hafenansichten auch Bildkompositionen, in die der Künstler skurrile Elemente hinein kombiniert hat. Etwa bei dem Stillleben "Kein Kolibri", bei dem ein geöffnetes Kellnermesser Kolibri-ähnlich über einem gefüllten Rotweinglas flattert. Ebenfalls zu sehen sind Szenen aus asiatischen Ländern. Jürgen Köhler gewährt darüber hinaus Einblicke in seine Reisetagebücher, in denen er mit markanter Schrift seine Eindrücke und kolorierte Skizzen festgehalten hat.

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"Gekritzelt und gezeichnet habe ich schon, so lange ich denken kann", sagt Jürgen Köhler bei seinen einführenden Worten. Dass er sich nach dem Abitur für ein Architekturstudium entschied, habe damit zu tun gehabt, dass Zeichnen, Malen, Perspektive, Modellieren und auch Aktzeichnen auf dem Lehrplan standen. Die Zeichnung erachtet er als wichtigstes Medium des Architekten, um sich mitzuteilen und auszudrücken.

Darüber hinaus war das Skizzenbuch auch in der Freizeit, im Urlaub und auf Reisen Jürgen Köhlers ständiger Begleiter. Darin habe er festgehalten, was er interessant oder einfach schön fand. Köhler: "Fotos sind schnell geknipst. Das Zeichnen zwingt zum genauen Hinschauen und zur Reduktion auf das Wesentliche; selbst eine schnelle Skizze ist ein Akt der Aneignung, das Gesehene bleibt im Gedächtnis."

Seit seinem Ruhestand hatte Jürgen Köhler viel mehr Zeit für seine Malerei. Seit vielen Jahren verbringen er und seine Ehefrau das Sommerhalbjahr in Südfrankreich – mit seinen vielen fantastischen Motiven. "Das besondere Licht und die Farben des Südens reizten mich, meine Skizzen mit Aquarellfarben lebendiger zu machen", so Köhler.

Dass er bei dieser Maltechnik blieb, habe zum einen an der leichteren Handhabung beim Malen im Freien gelegen – im Unterschied zur Öl- oder Acrylmalerei. Zum anderen reizte Köhler die sportliche Herausforderung, wie er sagt. "Man braucht dafür Mut und viel Erfahrung. Ein falscher Pinselstrich lässt sich nicht einfach übermalen und kaum noch korrigieren."

Seinen Stil bezeichnet Jürgen Köhler als traditionell und seine Werke der Amateurliga angehörend. Doch in dieser seien sie schon mehrfach ausgezeichnet worden. In Frankreich gibt es an vielen Orten Malwettbewerbe oder offene Kunstausstellungen. Jürgen Köhler: "Und am Ende gibt es immer eine Preisverleihung. Da trifft man Gleichgesinnte und man findet Freunde."

Autor: Gabriele Fässler