Bilder eines Sommers am Meer

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Fr, 11. Juli 2014

Gundelfingen

Die schönsten Orte der Erde: Christoph Blanke zeigt sie im Rathaus Gundelfingen noch bis 4. August.

GUNDELFINGEN. Den "Sommer am Meer" und Eindrücke aus der Stadt Venedig hat Christoph Blanke eingefangen in seinen schwungvoll gemalten Aquarellen. Seit Mittwoch – und noch bis zum 4. August – sind seine Arbeiten auf Einladung des Kunstvereins im Foyer des Gundelfinger Rathauses zu sehen. Die Vernissage umrahmte Pianist Gio Abuladze mit Gondelliedern von Hoffmann und Mendelssohn.

Kaum einer ihrer Besucherinnen und Besucher kann sich dem malerischen Charme der Stadt Venedig entziehen. So erging es auch dem Freiburger Künstler Christoph Blanke. Auch für ihn ist das magische Auftauchen der Stadt aus dem Meer bildwürdig, ebenso wie die berühmte Hauptwasserstraße, der Canale Grande, in der die Palazzi unterschiedlicher Epochen, unnahbar und stolz am Betrachter vorübergleiten. "Venedig ist eine Stadt der Architektur, der Linien, Proportionen und eine Stadt im Meer. Beides wirkt aufeinander ein", erläuterte Christoph Blanke bei der Vernissage. So erlangen einzelne Gebäude durch die Wetterstimmung den Ausdruck von Persönlichkeit. Auch das Licht und die Atmosphäre spielen beim Malen eine Rolle: "Nachmittags beginnen die Schattenfarben abzukühlen, und in der Dämmerung entstehen die malerische Unschärfe."

Dann tritt neben der perspektivischen Zeichnung die Aquarellmalerei in den Vordergrund. Zahlreiche Kirchtürme hat der Künstler stimmungsvoll in der Lichtmalerei übertragen. Die Bilder von Venedig sind nicht bunt, vielmehr beschränkt sich ihre Farbskala auf wenige, miteinander harmonierende Farbtöne. Weitere ausgestellte Werke von Blanke sind der Werkgruppe "Sommer am Meer" zugeordnet. "Der Strand, einer der schönsten Orte auf Erden, verbindet zwei Welten", verdeutlichte der Künstler. Deshalb würden die Menschen stets von einem Glücksgefühl erfasst, wenn sie im Meer stehen, noch festen Boden unter den Füßen spüren, aber schon vom Wasser umspült werden. Blanke malte solch glückliche Menschen direkt vor Ort mit Stiften oder Pinsel. Er versuchte dabei, das Wesentliche einer Bewegung zu erfassen. In der großen Badeszene, einem Holzschnitt, zeigt Christoph Blanke eine Vielfalt an Bewegungen, und die Badenden scheinen in der Tiefe mit dem Rhythmus der Wellen zu verschmelzen. Insgesamt stellt der Freiburger Künstler 51 Werke aus.

Geboren wurde Christoph Blanke 1943 in Dippoldiswalde in Sachsen. Nach seinem Staatsexamen an der Hochschule der Künste in Berlin konnte er 1971 seine erste Ausstellung in Bonn eröffnen. Ab dem Jahr 1975 war Blanke als Kunstlehrer an Gymnasien in Freiburg tätig.

Info: Die Ausstellung im Rathaus Gundelfingen ist bis 4. August jeweils montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 8 bis 19 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr besichtigt werden.