Die Not in Indien etwas mildern

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Sa, 16. Juni 2018

Gundelfingen

Der Gundelfinger Verein "Indienhilfe – Wasser ist Leben" zieht in der Jahresversammlung Bilanz / Vorstand wiedergewählt.

GUNDELFINGEN. Die Not vor Ort zu bekämpfen, dieser Aufgabe hat sich der Gundelfinger Verein "Indienhilfe – Wasser ist Leben" verschrieben. Seit 1995 unterstützt der Verein mit Hilfe der christlich-indischen Frauengemeinschaft "Helpers of Mary" verwaisten Mädchen, Slum-Frauen und Kindern aus Ureinwohnerfamilien in Indien. In der Jahresversammlung am Mittwochabend in der Aula der Grundschule erklärten die Verantwortlichen, wofür der Verein weitere Spenden braucht.

"Wir wollen in diesem Jahr Projekte in den Bereichen Gesundheitsfürsorge, Bildung und Klimaschutz für rund 190 000 Euro fördern", verdeutlichte Gerda Geretschläger, Vorsitzende der Indienhilfe. Im vergangenen Jahr finanzierte der Gundelfinger Verein Projekte mit insgesamt 214 000 Euro. Damit wurden fünf Mädchenheime mit 360 Mädchen bei der Versorgung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten unterstützt.

Ebenso bezahlte der Verein für die Mädchen Schulmaterialien, die Uniformen und auch die Schulgebühren. Im Slum Malwani/Mumbai unterrichten die Mary-Schwestern in einem kleinen Schulraum bis zu 300 Kinder im Alter von 5 bis 16 Jahren. Der Verein hilft den Schwestern und übernimmt die Mietkosten für den zweiten Schulraum und die Gehälter für die Betreuung der Kinder.

Außerdem unterstützt der Verein seit Jahren die Berufsausbildung von Slum-Frauen. 2017 wurden 220 Slum-Frauen mit Hilfe von Spenden aus Gundelfingen etwa zu Köchinnen, Kosmetikerinnen oder Näherinnen ausgebildet. Finanzielle Hilfe erhält der Orden auch, um die jungen Ordensfrauen in Sozialarbeit, Krankenpflege, Psychologie und Recht auszubilden. Auch Einzelprojekte werden immer wieder aus Gundelfingen bezahlt. 2017 waren das unter anderem vier Trinkwasser-Brunnen in Musahar-Siedlungen, ein Zaun auf der Farm von Naya Jeeven und die Sanierungsmaßnahmen der Frauen-Bildungsstätte von Malwani. Rund 20 000 Euro plant die Indienhilfe jedes Jahr für die Berufsausbildung von Mädchen in Naya Jeevan ein. Im letzten Jahr wurden 22 Mädchen gefördert.

Dafür setzt die Indienhilfe die Erträge aus der Echo-Stiftung ein. 2017 brachte das Stiftungsvermögen eine Ausschüttung von rund 12 000 Euro. Mittlerweile ist das Stiftungskapital auf rund 640 000 Euro angewachsen. Für die Förderungen 2017 liegen dem Verein staatlich beglaubigte Nachweise vor. Außerdem konnte Inge Dännart im letzten Jahr bei ihrem Besuch die verschiedenen Heimen vor Ort besichtigen und sich von der Verwendung der Gelder selbst überzeugen. "Ich begegnete bei einem Fest in Naya Jeeven vielen jungen Familien, die zu Gast waren, weil die Mütter in den Heimen der Schwestern aufgewachsen waren. Sie alle haben ihr Leben gemeistert, weil die Marys sie in eine lebenswerte Zukunft begleitet haben", sagte Dännart. Andere Eindrücke erlebte sie außerhalb der Mädchenheime: "Ich habe gesehen, wie Menschen auf dem Mittelstreifen einer vierspurigen Zugangsstraße ohne jegliche Ausstattung, ohne Privatheit und Würde leben, wie Kinder im Rinnstein spielen, einen halben Meter von den endlos vorbeirollenden Straßenverkehr entfernt." Die Mary-Schwestern bringen den Menschen Nahrungsmittel und Medizin, um die Not etwas zu lindern.

Wahlen: Bei der Versammlung wurde Gerda Geretschläger als Vorsitzende bestätigt, ebenso Inge Dännart als Vize. Außerdem wurden wieder gewählt: Angelika Burger (Kasse), Susanne Brändle-Schulz (Schriftführerin), Beisitzer Kerstin Niermann, Elli Jäger, Frank Zühl .und Katrin Dännart