Eine neue Strecke für Mountainbiker

Louis Groß

Von Louis Groß

Do, 14. September 2017

Gundelfingen

Kanadier bauen Trail zwischen Freiburg und Gundelfingen.

GUNDELFINGEN/FREIBURG. Fünf Kanadier bauen zwischen Gundelfingen und Freiburg eine Mountainbike-Strecke. Die neue, über drei Kilometer lange Abfahrt startet am Rosskopf und soll vor allem das Angebot für erprobte Fahrer erweitern. Ungefähr vier Wochen dauert der Bau. Die Kosten von rund 10 000 Euro werden vom Mountainbike Verein Freiburg getragen.

Graue Wolken, bedeckter Himmel. Eine kühle Brise weht über den Rosskopf. Aus scheppernden Minilautsprechern dröhnt das historische Blood Sugar Sex Magic Album der Red Hot Chili Peppers. Es fällt schwer, keinen Vergleich zu der Band zu ziehen. Ein paar verrückte Jugendfreunde, mit durchtrainierten Oberkörpern, verbringen jede freie Minute mit dem, was ihnen am meisten Spaß macht. In diesem Fall bedeutet das: Statt zu musizieren gehen Kristopher McMechan und seine Freunde jeden Tag in den Wald und jagen mit ihren Rädern in halsbrecherischem Tempo die selbstgebauten Strecken hinab. Die fünf kommen aus British Columbia, eine Provinz im Westen Kanadas. Genauer gesagt aus Nelson, einer Stadt im Herzen der Kootenays – Kanadas Mountainbikeregion schlechthin. Sie kennen sich aus mit dem Bau der engen, kurvigen Strecken über Schanzen und andere Schikanen, die als sogenannte "Singletrails" bekannt sind. Die jungen Männer waren bei der Fertigstellung des "Canadian-Trail" am Kybfelsen beteiligt – einer der beliebtesten Abfahrten in der Region. Nun bauen sie an einer Strecke des Freiburger Mountainbike Vereins, die vom Rosskopf über den Gundelfinger Wald hinab nach Zähringen führen soll. Im Oktober soll der Trail fertig sein. Freiwillige Helfer sind gerne gesehen. 65 hätten sich im vergangenen Jahr beim Bau beteiligt. In ungefähr drei Wochen soll es wieder einen Tag für freiwillige Helfer geben.

Der Spaß steht im Vordergrund
"Wir sind alle professionelle Trailbauer – beziehungsweise sind es gewesen", korrigiert sich McMechan. Mittlerweile hätte man "richtige" Jobs für "erwachsene Menschen", sagt er und lacht. Die Zeit hier sei wie Urlaub, fährt er fort. Sie sind extra für den Bau der Strecke für vier Wochen aus Kanada angereist. "Wir sind in der Natur, wir haben Spaß und bekommen den Kopf frei von unserer normalen Arbeit." Geld verlangen die Fünf dafür nicht. Lediglich Flug, Kost und Logis werden vom Verein und einem Sponsor übernommen. Zum Vergleich: Laut dem Kanadier gibt es Trailbauer in der Schweiz, die verlangen 50 000 bis 100 000 Euro – und das pro Kilometer.

Gefahren für Wanderer minimieren
"In Kanada gibt es unendlich große Wälder. Wir können einfach hineingehen und einen Trail bauen", erklärt McMechan. Hier dagegen lägen bürokratische Hürden an der Tagesordnung. Seines Wissens nach habe der MTB-Verein etwa fünf Jahre auf die Erlaubnis zum Bau des ersten Trails warten müssen. Wanderer bekundeten Sorge um die Sicherheit und mögliche Schäden im Wald. Deshalb sei es wichtig, so der Trailbauer, Natur und Gefahrenpotentiale ernst zu nehmen. "Bevor wir anfangen, begehen wir das Waldstück ausführlich mit einem Förster. Bäume, deren Rodung erlaubt ist, werden markiert." Man versuche das Fällen junger Bäume zu vermeiden, zudem werde um denkmalgeschützte Stellen herumgearbeitet. Abschnitte, an denen ein Wanderweg gekreuzt werde, würden so gebaut, dass sowohl Fahrer als auch Wanderer schon von weitem zu sehen seien. Insgesamt solle die Strecke 3,2 Kilometer lang und fahrtechnisch anspruchsvoller sein, als andere Trails in der Region. "Man muss aber nicht alle Schanzen nehmen", erklärt McMechan. Wer sich einen der hohen Sprünge nicht zutraue, könne einfach eine Route um das Hindernis herum wählen. Ein leichter Nieselregen hat in der Zwischenzeit eingesetzt. "Perfektes Wetter", strahlt der Kanadier und schaufelt einen kräftigen Stoß Erde auf eine entstehende Steilkurve.

Ein Trail benötigt Pflege

Pascal Haupt ist für die Trailpflege im MTB-Verein Freiburg zuständig. Acht bis zehn Stunden in der Woche ist er unterwegs und hält die Strecken instand. Auch er hilft beim Bau. "Arbeiten im Wald bedeutet, arbeiten mit dem Wald", so der 37-Jährige, den alle "Paco" nennen. Entscheidend sei, dass keine Fremdmaterialien benutzt werden, so könne sich der Wald später zurückholen, was ihm gehöre. So wird zum Ausgleich etwa ein Tümpel für Frösche und Molche unterhalb der Zähringer Burg angelegt. Der genaue Termin für die Eröffnung steht noch nicht fest. Einen Namen für den neuen Trail haben die Jungs schon im Kopf, der bleibt aber noch ein Geheimnis.

Weitere Infos im Internet unter mountainbike-freiburg.com