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11. April 2016

Form- und Farbenspiele in Acryl

Bilder der Künstlerin Simone Valenzuela sind im Rathausfoyer Gundelfingen ausgestellt.

  1. Simone Valenzuela vor ihrem Bild „Ganz früh“, einer der Mohnblütendarstellungen der Künstlerin. Foto: Annette Preuss

GUNDELFINGEN. "Es ist nicht die Aufgabe der Kunst, die Natur zu kopieren, sondern sie auszudrücken", so Honoré de Balzac. Simone Valenzuela hat diese Erkenntnis scheinbar beherzigt und eröffnet mit ihren Bildern eine besondere Welt eigenständiger Naturdeutung. Denn Malen heißt für die Künstlerin "in erster Linie die Freude, etwas selbst zu schaffen".

Nach der Eröffnung der Vernissage durch Bernd Bauer, als Vertreter des Bürgermeisters, begrüßte auch Ulrike Bach, die Vorsitzende des Kunstvereins, die Künstlerin Simone Valenzuela. In ihrer Rede thematisierte Bach ausführlich das künstlerische Anliegen Valenzuelas.

Ästhetik und Ruhe, besondere Stimmungen und Lichtverhältnisse wie auch von der Realität abweichende Farben und Kontraste sollen die atmosphärische Wirkung der Bilder verstärken. Hierfür stehen zarte Mohnblüten, einige mit unscharfen Konturen, andere einer genauen Studie gleich. Viel Weiß und Grau im Hintergrund, der Titel des Bildes "Ganz früh" – im Gegensatz dazu "Gewittermohn" vor braun-beigem, lastendem Himmel. "Seerosen", nicht durchweg impressionistisch gemalt, sondern auch ganz konkret dargestellt. Das Malen als Schule des Sehens bewirkt bei der Künstlerin eine Vorliebe für das Gegenständliche und Realistische.Weibliche Porträts mit entschlossenem Gesichtsausdruck, kühles Blau auf warmem Ocker und Rot. "Albanien dazumal" zeigt drei Frauen in landesüblicher Tracht, repräsentative, in üppige Gewänder gehüllte Weiblichkeit, auf sich besonnen und letztlich dem Betrachter entrückt. Im Gegensatz dazu das Objekt: Ein riesiger, das Bild dominierender verrosteter Schiffsrumpf vor graublau-braun-rostfarbenem Himmel mit lastendem Gewölk, dem gegenüber ein gestrandetes Boot aus Holz, graublauer Himmel mit Cirruswolken, die Wind ankündigen. Beide Bilder tragen den Titel "Ausgedient" und weisen auf Endlichkeit.

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Das Spielen mit Formen und Farbe bedeutet für die Künstlerin ein Abtauchen in eine eigene Welt. Davon zeugen expressionistisch anmutende Bilder, kräftige Töne zwischen Türkis, Violett und Orange, um das Farbspiel des Himmels zu zeigen. "Wechselhaft", so der Titel der Bilder. Der Blick des Betrachters verliert sich in der Ferne eines unruhigen Firmaments.

Claudia Spahn (Klavier) und Charlotte Spahn (Trompete) geleiteten das Publikum musikalisch durch die Vernissage mit hervorragend dargebotenen Stücken der Komponisten Thorwald Hansen und Astor Piazolla. Wie so oft ist es dem Kunstverein auch diesmal gelungen, mit Simone Valenzuela eine ganz besondere Künstlerin vorzustellen, deren Bilder durch ihre Farben den Betrachter verzaubern.

Info: Die Ausstellung im Rathausfoyer Gundelfingen läuft bis zum 4. Mai und ist zu den Geschäftszeiten täglich von 8 bis 18 Uhr – freitags nur bis 16 Uhr – geöffnet.

Autor: Annette Preuß