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03. August 2017

Frauen machen sich auf die Spuren der großen Maler

Hobby-Künstlerinnen zeigen ihre Werke derzeit in einer Ausstellung im Gundelfinger Rathausfoyer.

  1. Für dieses Portrait wand eine der Künstlerinnen die Technik des russischen Malers Alexej von Jawlensky an, der in kraftvollen, dunkel konturierten Farbflächen vor allem Landschaften malte. Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Ausdrucksstarke Bilder hat Nazila (31) auch Zuhause im Iran gemalt. Doch dann musste sie fliehen. Seit eineinhalb Jahren ist sie in Deutschland. Jetzt hat sie den Pinsel wieder in die Hand genommen. Zusammen mit anderen Hobby-Künstlerinnen aus Gundelfingen zeigt sie derzeit ihre Werke im Rathausfoyer.

"Ich hatte schon immer Freude und Spaß an den Farben, an der Kunst und am Malen", erzählt die Iranerin am Rande der Ausstellungseröffnung. Ein halbes Jahr hat sie den Kunstworkshop des Kunstvereins Gundelfingen besucht. Angeleitet wurden die Frauen, von Franziska Reisen, die den Kurs speziell für Flüchtlingsfrauen ins Leben gerufen hatte. Doch schon nach kurzer Zeit war die Teilnahme sehr ausgedünnt und Gundelfinger Frauen übernahmen die freien Plätze.

Gemeinsam haben die Frauen sich an die Mal-Techniken, auch von großen Künstlern, gewagt. Zum Beispiel tupften sie wie Claude Monet mit einem dicken Pinsel das Motiv vollständig auf, in der Hoffnung so wie der große Künstler Lichtreflexe zu erzeugen. Oder die Frauen nahmen Sigmar Polke als Vorbild und schufen Bilder mit Farbverlauf. Dazu ließen sie flüssige Farbe auf dem Untergrund in alle Richtungen fließen. Die entstandenen Linien und Spuren hinterließen interessante Bilder. Auch die Technik "Papierbatik" haben die Kursteilnehmerinnen angewandt und Kunst geschaffen. Auf einem saugfähigen Papier, das mit einer Holzbeize behandelt wurde, haben sie mit flüssigem Kerzenwachs das Motiv aufgetragen. Hübsche Collage-Bilder sind ebenfalls ausgestellt, die in Abklatschtechnik hergestellt wurden und bunte kräftige Bilder, gemalt mit eingefärbten Walzen – ganz nach der Methode von Gerhard Richter.

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Für die Frauen war es die erste Ausstellung. Keine ist ein Profi, alle malen, weil es ihnen einfach Spaß macht, verdeutlichte Franziska Reisen. Sie hat den Frauen die verschiedenen Techniken beigebracht. "Aber die Kompositionen erstellten die Frauen selbst, und jede interpretierte das Thema anders", sagte sie. So lernten alle die gleiche Technik, doch bei jeder Frau entstand ein anderes abstraktes Bilder mit vielen verschiedenen Farben – ganz nach dem Motto des Kurses: "Experiment und Zufall". Die Kurse sind für Jedermann – ob Einheimisch oder Flüchtling – und vielleicht bekommen die Besucher der Ausstellung Lust, am nächsten Kurs teilzunehmen, den Reisen ab Oktober wieder anbietet.

Autor: Andrea Steinhart