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17. Februar 2012

"Gundelfingen-Süd kann nur Zwischenlösung sein"

Experten diskutieren mit den Bürgern auf Einladung von Bündnis 90/Die Grünen die Vorschläge zur Stadtbahn-Verlängerung.

GUNDELFINGEN (ast). "Was haben die Bürger von einer Straßenbahn, die vor den Toren Gundelfingen hält?" "Wäre es nicht besser, die Straßenbahn würde bis zur Waldstraße fahren?" Darüber diskutierten am Mittwochabend Bürger aus Gundelfingen. Auf Einladung von Bündnis 90/Die Grünen erklärten Wolfgang Plöger, ehemals VAG-Planer, Harald Männer vom Bauamt Gundelfingen und die Gemeinderätin Gisela Gabriel, was Sache ist.

Im Wesentlichen ging es bei der Diskussion darum, wo die neue Stadtbahn enden soll. "Die Straßenbahn kommt – bis Gundelfingen Süd", erläuterte Wolfgang Plöger den rund 30 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer. Anfangs, so der Experte, war zwar geplant die Straßenbahn bis an die Waldstraße Gundelfingen durchzubinden und dies sollte auch bis 2018 fertig gestellt sein. "Das war in den Plänen 2009 noch so festgehalten, doch diese Beschlüsse wurden revidiert, das Teilstück Gundelfingen ist nun weit nach 2019 verschoben."

Nun soll jedenfalls die Stadtbahnlinie 2 quer durch Zähringen bis Gundelfingen-Süd rollen. 2014 wird das 1,8 Kilometer lange Projekt abgeschlossen sein. Am Ende der neuen Straßenbahnstrecke wird neben der Schleife für die Bahn ein Park-&-Ride-Platz für rund 300 Pkw- und 150, teils überdachte Fahrradparkplätze gebaut. Das alles kostet rund 28 Millionen Euro. "Doch Gundelfingen-Süd kann nur eine Zwischenlösung sein, denn das löst nicht die innerörtlichen Verkehrsprobleme", sagte Gisela Gabriel. Das Ziel, eine Straßenbahn bis zur großen Schiene, darf nicht außer Acht gelassen werden. Eine Variante, für die seit 1995 Pläne bei der Gemeinde Gundelfingen existieren, stellte Harald Männer vom Bauamt vor. Demnach ist eine teilweise zwei- und eingleisige Weiterführung der Bahn bis zur Unteren Waldstraße zur Anbindung an die Rheintalbahn geplant. "Die Bahn fährt am Seniorenzentrum vorbei, durch die Ortsmitte, um dann neben der Unteren Waldstraße bis zur Wendeschleife auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Walter zu enden." Trotz der stückweise eingleisigen Bahnführung versprach Plöger eine zehnminütige Taktfolge.

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"Ich bin entsetzt: Eine Durchfahrt durch die Ortsmitte macht den dörflichen Charakter von Gundelfingen kaputt", sagte eine junge Zuhörerin. Eine etwas kleinere regionale Bedeutsamkeit wäre ihr und sicherlich vielen weiteren Bürgern lieber. Außerdem müsste der Bahnhof Gundelfingen nach Norden verlegt werden und das wäre für die Gundelfinger und für die 1000 Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums sehr von Nachteil, gab Gabriele Göhring-Lange zu bedenken. Kurzum: Für die dritte Variante, eine Straßenbahn-Endhaltestelle "Auf der Höhe", am Gundelfinger Seniorenzentrum, gab es am Ende des Abends Applaus von allen Seiten. "Das wäre baulich einfach herzustellen und würde lediglich sechs bis acht Millionen Euro kosten", sagte der ehemalige Planer der VAG, Wolfgang Plöger. 85 Prozent der heutigen (Bus)-Fahrgäste würden dann schon von der Nähe zur Straßenbahn oder S-Bahn profitieren.

Autor: ast