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08. Januar 2015 16:54 Uhr

Franziska Reisen-Veith stellt in Gundelfingen aus

"Ich male viele Tage an einem Bild"

"Das ist ja unglaublich, so viele Gäste, Franziska, das haben wir Dir zu verdanken", freute sich Ulrike Bach, Vorsitzende des Gundelfinger Kunstvereins und Organisatorin der ersten Vernissage im neuen Jahr im Foyer des Gundelfinger Rathauses.

  1. Franziska Reisen-Veith stellt in Gundelfingen aus. Foto: Anja Ihme

Rund 80 Gäste und zwei Enkelkinder folgten am 7. Januar um 19 Uhr der Einladung zur Ausstellungseröffnung von Franziska Reisen-Veith.

Die ortsansässige Künstlerin präsentierte der Öffentlichkeit damit erstmalig ihre zahlreichen eindrucksvollen Werke und gab zugleich Raphael Walz Gelegenheit für seine erste offizielle Begrüßungsrede als nun amtierender Bürgermeister von Gundelfingen. Insgesamt schlug er sich dabei tapfer, "aber wie Sie sehen, muss ich noch ein bisschen üben", meinte er selbstkritisch und übergab das Wort dann an Ulrike Bach, die schließlich kurzweilig die Künstlerin und deren Werke vorstellte. Den musikalischen Akzent setzte Pianist Berthold Metz mit selbst komponierten Werken. Sekt, Selters und Häppchen rundeten den launigen und entspannten Abend ab.

Franziska Reisen-Veith wurde 1948 in Überlingen am Bodensee geboren. Sie ist im eigentlichen Sinne keine "Spätberufene", denn schon als Kind zählten Malen und Zeichnen zu ihren Hobbys. Jedoch konnte sie sich erst nach ihrer Pensionierung im Jahr 2010 gänzlich ihrer Leidenschaft widmen, der informellen und experimentellen Malerei, bei der ihr jegliche Oberflächen und sämtliche Materialien recht sind.

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Zuvor hatte sie in Heidelberg mit dem Schwerpunkt Kunst studiert, anschließend weitere zwei Jahre Gehörlosen- und Sprachbehindertenpädagogik. Später unterrichtete sie das Fach Kunst und andere Fächer an verschiedenen Schulen. Berufsbegleitend folgten ungezählte Kurse etwa in Aktzeichnen, Lithografie oder Aquatinta-Radierung.

Zuletzt beeinflussten die zweifache Mutter und Großmutter zweier Enkelkinder die Künstlerinnen Marianne Hopf, Beate Bitterwolf, Bärbel Bähr sowie Gabriele Middelmann. "Ich male meist viele Tage an einem Bild, da ich immer wieder etwas verändere, übermale, neu beginne. Das gibt meinen Bildern die visuelle Tiefe", so die Naturbegeisterte. Und weiter: "Ich begebe mich gerne auf die kindliche Ebene, experimentiere, erforsche."

Auf die Frage nach dem eher späten Start ihres öffentlichen Künstlerdaseins antwortet die sympathische Malerin, der die Lebensfreude deutlich anzusehen ist, gut gelaunt "Jetzt traue ich mich! Und jetzt will ich vor allem noch viel größer malen", so Reisen-Veith mit leuchtenden Augen über ihre Zukunftspläne.

Vielleicht einmal mehr der lebende Beweis dafür, dass das Leben frei nach Udo Jürgens erst so richtig mit um die 66 anfängt?

Info: Die Ausstellung der Künstlerin Franziska Reisen-Veith ist noch bis 30. Januar im Foyer des Rathauses werktäglich von 7.30 bis 18 Uhr zu sehen. Die Werke können auch käuflich erworben werden.


Autor: Anja Ihme