Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

15. November 2013

Künstler gestalten, was sie bewegt

27 Mitglieder des Gundelfinger Kunstvereins stellen bis 4. Dezember ihre Werke im Gundelfinger Rathaus aus.

  1. Ulrike Bach, Vorsitzende des Kunstvereins Gundelfingen, rückt noch vor Eröffnung der Ausstellung die Bilder zurecht. Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. 27 Künstlerinnen und Künstler des Gundelfinger Kunstvereins stellen ihre Werke zurzeit im Foyer des Rathauses aus. Da für die Mitgliederausstellung kein Thema vorgegeben war, zeigt jetzt jeder seine Lieblingsbilder, was die Technik und Motivauswahl betrifft. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 4. Dezember.

"Was malt ein Künstler – er malt was ihn bewegt", sagte Ulrike Bach, Vorsitzende des Gundelfinger Kunstvereins, bei der Begrüßung. Mit Landschaften, Porträts, abstrakter Kunst und Skulpturen locken die Aussteller in die neue Schau. Bach: "Die einen lieben Abstraktes, andere reale Ereignisse, die gerade in der Welt passiert sind." Etwa Doris Wollandt, die eine brennende Stadt zeigt und das Bild "Mädchen in Syrien" nennt. Eine Schau mit so vielen ausstellenden Künstlern sei immer schwer zusammenzustellen, sagt die Vorsitzende. Jeder kann nur ein Bild zeigen, und um da allen gerecht werden zu können, bräuchte es doppelt so viel Fläche.

Von sanften Tönen und kräftigen Farben

In der Ausstellung können die Besucher den "Hornist" von Hans-Werner Drawin und zwei Stillleben von Erika Gothe van der Zwaag bestaunen oder verblüfft vor der dem "Lichten Morgen" von Elke Brutzer stehen bleiben. Sie schafft es immer wieder, mit scheinbarer Einfachheit faszinierende Bilder zu zaubern. Stefan Bohl zeigt ein überdimensionales rotes Bild mit dem Titel "Roter Horizont". Mit kräftig leuchtenden Ölfarben hat Wilfried Klausmann seine "Grünen Aue" gemalt. Zarte, sanfte Töne dagegen benutzte Wolfgang Peter Woseipka für sein Gemälde "Venedig im Licht".

Werbung


Dass ein Künstler eine "Eishöhle" so darstellen kann, dass der Betrachter die Kälte der Farben zu fühlen glaubt, beweist Ingeborg Pether. Martina Sailer zeigt ein Marokkobild mit dem Titel "Schein und Wirklichkeit", und das neue Kunstverein-Mitglied, Franziska Reisen Veith präsentiert zwei Werke, die keinen Namen haben. Die graphischen Formen aus der Hand von Gisela Findel-Tölke gehen der Frage der Seele nach.

Beeindruckend sind auch die Werke von Jürgen Köhler. Man muss schon genau hinschauen, um zu erkennen, dass es gemalte und nicht fotografierte Flaschen, Gläser oder Äpfel sind. Bilder aus der Natur präsentieren Marianne Eickelpasch und Eva Maria Wedel.

Kunstverein feiert 2014 sein 30-jähriges Bestehen

"Brautgabe" nennt Reinhard Framke sein beeindruckendes Bild: Es zeigt bei genauem Hinsehen einen Vogel, der seiner Braut einen Fisch als Gabe mitbringt. Erst kürzlich zeigte Roderich Brandsch eine ganze Reihe seiner Werke. Aus dieser Formenwelt des Mikrokosmos präsentiert er jetzt das "Generative Feld".

"Ein feiner Geist" betitelt Mona Augsburg ihr abstraktes Werk. Barbara Ostwald Kunstwerke "Unter Wasser" ist nicht in Öl, Aquarell oder Acryl gemalt – sondern mit Stoff gestaltet. Ihre Technik ist der Quillt. Auch Isabell Wiessler stellt Kunstwerke aus Stoff her und lässt beim Bild "Sturm auf Rügen" die Farben ineinanderfließen. Die klassische Kunst der Stillleben zeigt Ingrid Mez. Nora Schütz-Minorovics Bilder in dicker Ölfarbe sind blau mit Gold durchtränkt, ähnlich dem Bild ohne Titel von Gunhild Sander. Ingeborg Kaschig nimmt den Betrachter mit in eine bunte "Stadt mit roten Bäumen" die Luftballons gleichen.

"Jedes Jahr weht ein feierlicher Hauch durchs Rathaus, wenn die Mitglieder ausstellen", versicherte Bürgermeister Reinhard Bentler. Mit den "erfüllenden Ausstellungen" und der bunten Palette interessanter und origineller Veranstaltungen habe sich der Kulturverein Gundelfingen weit über den Gundelfinger Raum hinaus bekannt gemacht. "Wir freuen uns, im kommenden Jahr gemeinsam mit Ihnen das 30-jährige Bestehen des Kunstvereins zu feiern."

Info: Die Ausstellung im Gundelfinger Rathaus kann bis 4. Dezember montags bis freitags zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden: Montag bis Donnerstag 8 bis 12 Uhr, Freitag 8 bis 12.30 Uhr, nachmittags außerdem am Montag 14 bis 17 Uhr und am Mittwoch 14 bis 18 Uhr.

Autor: Andrea Steinhart