"Kultur unter die Bürger bringen"

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Mo, 08. November 2010

Gundelfingen

Jahresausstellung: Der Kunstverein Gundelfingen zeigt bis zum 1. Dezember im Rathausfoyer Werke von 23 Mitgliedern.

GUNDELFINGEN. 23 Mitglieder des Gundelfinger Kunstvereins beteiligten sich diesmal an der Jahresausstellung ihres Vereins. Die Bandbreite ist immens, und die Techniken sind sehr verschieden. "Das macht die Ausstellung besonders spannend", sagte Ulrike Bach bei der Vernissage. Bis 1. Dezember können Interessierte die Ausstellung im Rathausfoyer besichtigen.

Gundelfinger Bürger müssen nicht weit gehen, um beachtliche Kunstwerke bewundern zu können – nur bis in Rathausfoyer. Mit Bildnissen von Landschaften und Natur, abstrakter Kunst und Porträtmalerei locken die Kunstschaffenden, die in ihren Werken ihre Vorlieben und Neigungen für Techniken und Motive zeigen: Die einen lieben es, ihre Bilder abstrakt mit Strukturen zu gestalten, die anderen bevorzugen Pusteblumen, Lavendel oder klassische Porträts in Öl. Nicht zu vergessen die althergebrachten Stillleben.

Zu sehen sind zum Beispiel die abstrakten Bilder von Paul Rösch oder über die "Letzte Instruktion" von Hans-Peter Friedrich. Ruth Caspars leuchtende Mohn-Bilder bringen Freude und Glanz ins Rathaus, Heidelore Hartmanns "Park"-Ansichten verleiten zum Träumen. Der abstrakte Malerei, in der Licht und Raum sich durch Farbe kundtun, hat der Lehrer Wilfried Klausmann auf Leinwand gebracht. Er hat seine Kunstwerke schon in etlichen Ausstellungen gezeigt. Dieter Dörle bannt seine Motive auf schwarzen Hintergrund. Seine Pusteblumen kommen dadurch besonders gut zum Ausdruck. Bevor Hans-Werner Drawin sein Gemälde "Barcelona" ausarbeiten konnte, machte er vor Ort Skizzen. Franz Quitter zeigt Blumenbilder, die in der Vitrine ausgestellt werden und Elke Brutzer möchte mit ihren Arbeiten Emotionen, Erfahrungen und Erlebnisse zum Ausdruck bringen, etwa mit ihrem Gemälde "Marsch".

Der Schwerpunkt in der Malerei von Nora Schütz Minorovicz ist die Umsetzung von Farbe und Formen. Sie ist seit mehr als 25 Jahren Mitglied im Kunstverein. Zwei aus ihrem Bilderzyklus, bei der sie Makro-Fotografien mit Zeichnungen ergänzt, sind in der Ausstellung zu sehen. Ingeborg Kaschig stellte Stillleben vor. Ein Teil ihrer bekannten Bilder zieren einen von ihr herausgegebenen Kalender, den es in der Buchhandlung Brand zu kaufen gibt. Erika Gothe van der Zwaag hat klassische Porträts mitgebracht; eines zeigt den Bildhauer S. Jakob. Textilkunst in freundlich leuchtendem Gelb präsentiert Isabelle Wiessler. Die "Stickquadrate mit Blumenmuster", ein Projekt der deutsch-afghanischen Initiative (DAI), waren schon 2009 bei einer Ausstellung zu sehen. Künstlerische Fotografien aus der Serie "Schatten" stellt Stefan Bohl aus. Wilma Bühler zeigt unter anderem einen Naturpark im Murgtal; Anneliese Huber ein herbstliches Farbenspiel.

In den Objekten von Martina Sailer manifestiert sich das Verschmelzen einer Künstlerseele mit dem zu bearbeitenden Material. Schicht für Schicht schuf sie ihre "Stuktour"-Werke. Collageteile kommen von der Künstlerin Brigitte Goecke und Margot Busch zeigt ihr Bild "Der rote Fleck". Landschaften, in denen man gerne spazieren gehen würde, enthüllen die eindrucksvollen Gemälde von Doris Wollandt-Andree, ebenso beeindruckend die Sicht auf Heuweiler von Wolfgang-Peter Woseipka. Die feine Sprache der Stillleben hat auch Hilde Zimmermann auf die Leinwand gebracht. Ihre Exponate sind auch Zeugen der Naturverbundenheit der Malerin. Und Bettina Ruge widmet sich in ihren neuesten Bildern den schattenlosen Steinen.

"Ziel des Vereins ist, Kultur unter die Bürger zu bringen", führte die Vereinsvorsitzende Ulrike Bach in ihrer Eröffnungsansprache aus. Daher fiel ihr Dank an die Kunstschaffenden auch reichlich aus. Auch Bürgermeisterstellvertreter Thomas Danner (CDU) zeigte sich erfreut über das Engagement des Kunstvereins und der Künstler, habe die Kunst doch eine starke Wirkung auch über die Grenzen Gundelfingens hinaus. Alle Bilder stehen übrigens zum Verkauf, die Preise liegen zwischen 90 Euro und 2400 Euro.

Für ihre musikalische Begleitung der Vernissage sorgte Stefan Pflaum mit alemannischen Liedern und manchem Gundelfinger ging das Herz beim Hören der Akkordeonklänge auf.

Öffnungszeiten der Ausstellung: montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr, Montag von 14 bis 17 Uhr, Mittwoch von 14 bis 18 Uhr und freitags von 8 Uhr bis 12.30 Uhr.