Kunst, die Geschichten erzählt

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Fr, 27. Oktober 2017

Gundelfingen

24 Künstler zeigen bei der Jahresausstellung des Gundelfinger Kunstvereins ihre Werke im Rathausfoyer.

GUNDELFINGEN. Es ist ein jährliches Ereignis: Die Jahresausstellung des Kunstvereins Gundelfingen. 24 Künstler zeigen ihre Werke in Öl-, Acryl- und Aquarellmalerei. Auch Fotografien, Steinobjekte und textile Kunst sind bis zum 29. November im Rathausfoyer zu sehen.

Die Themenvielfalt der ausgestellten Werke umfasst Landschaften, Portraits abstrakte und gegenständliche Arbeiten. Das zeigte sich bei der Vernissage. Alle Bilder sind mit Hilfe unterschiedlicher Techniken entstanden. 42 Werke sind insgesamt im Rathaus zu sehen. Es gibt großformatige Fotos und gestische Malereien, die mit breitem Pinselstrich aufgetragen wurden, wie etwa "Ein Schöpfungstag" von Rod Brandsch.

Unter all den sehenswerten Werken zieht ein großes, sonnengelbes, textiles Bild mit dem Titel "Horizonte III" die Blicke ganz besonders auf sich. Die Künstlerin Isabelle Wiesler aus Gundelfingen hat es erschaffen. Nicht zu übersehen ist aber auch das Werk namens "Reiselandschaft" von Stefan Bohl. Künstlerin Ingrid Metz stellt Tulpen in der Vase aus und der Künstler Franz Quitter zeigt Blumenkompositionen.

Drei abstrakte Blumenbeete stellt Margot Busch aus. Die Künstlerin hat dazu bunte Papierkügelchen verwendet. Birgit Huber verarbeitete für ihr Kunstwerk Tablettenverpackungen, die farblich aufeinander abgestimmt im Rahmen hängen. In kräftigen Farben angemalt waren die Pfosten in der Ostsee, die Uwe Nedela im Foto festgehalten hat. Abstraktes und Schillerndes haben Gisela Findel-Tölke und Heidelore Hartmann entstehen lassen. Die "Besinnlichen Spuren" von Rita Bausch durchzieht Glitzerspuren. Ausgefallen auch zwei Fotobilder von Jürgen Köhler, auf denen er Bäume gebannt hat.

Inspiration haben viele der Künstler auch im Ausland bekommen: Sechs Jahre lang lebte Erika Gothe van der Zwaag in Ghana an der Seite ihres Mannes, ein Tropenmediziner und Chirurg. In Ghana malte sie Kinder und Frauen. Eines dieser Kunstwerke, nämlich das namens "Afrikanisches Paar", hängt nun auch im Rathausfoyer. Wolfgang Woseipka hat 1959 die Uferpromenade im italienischen Brissago in Öl gemalt. 60 Jahre später, im vergangenen Jahr, hat er wieder an der gleichen Stelle seine Staffelei aufgestellt und nochmals das gleiche Motiv gemalt. Was dabei entstanden ist, ist nun in der Ausstellung zu sehen.

"Wieder einmal wurde eine gute Auswahl von den Organisatoren getroffen – es ist eine ganz besondere Ausstellung", sagte Bürgermeister Raphael Walz lobend bei der Vernissage. "Künstler sind davon besessen Kunst herzustellen – jeder mit seiner eigenen Geschichte", erklärte die Vorsitzende des Kunstvereins, Ulrike Bach. In jedem Werk steckten die Gedanken des Künstlers. Er stelle in der Kunst sein Inneres dar. "Jedes Kunstwerk hat sein eigenes Gesicht und jedes Bild ist etwas sehr Persönliche."