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30. Juni 2014

Kunst in allen Facetten

Kunstverein Gundelfingen feierte mit Festakt und Kulturfest sein 30-jähriges Bestehen.

  1. Mit künstlerischen Aktionen auf dem Rathausplatz feierte der Kunstverein Gundelfingen seinen 30. Geburtstag. Max (12) stellte dabei ein 3-D-Bild her. Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Mit einem Festakt im Kulturhaus und einer Jubiläumsversteigerung von Kunstwerken feierten Mitglieder und Freunde des Kunstvereins Gundelfingen am Samstag den 30. Geburtstag des weit über Gundelfingen hinaus bekannten Vereins. Ein abendliches Konzert mit lyrischen Lesungen beendete das ganztägige Kulturfest.

"Im Laufe der Jahre haben wir uns mit Ausstellungen, Konzerten und Literaturveranstaltungen einen Namen gemacht", verdeutlichte Ulrike Bach in ihrer Geburtstagsansprache. Das gelang auch deshalb, so die engagierte Vorsitzende, weil der Kunstverein mit dem Rathausfoyer geeignete Ausstellungsräume besitzt. "Wir waren in der glücklichen Lage, beim Bau des neuen Rathauses mitzureden, so dass wir seit 1990 die Möglichkeit haben, unsere Ausstellungen in dem lichtdurchfluteten Foyer stattfinden zu lassen."

Dafür dankte sie Bürgermeister Reinhard Bentler, der den Dank gleich wieder zurückgab: "Der Kunstverein Gundelfingen ist ein Verein mit hohem Anspruch, in dem die Mitglieder die Passion haben, Kunst zu vermitteln." Immer wieder schaffe es der Verein mit seinen sehenswerten Ausstellungen und anderen tollen kulturellen Veranstaltungen, Interessierte nach Gundelfingen zu locken.

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Die wegweisende Arbeit in der Gründungsphase übernahmen Hans Loew, Heinrich Dixa und Erika Gothe van der Zwaag. Sie hoben 1984 den Verein mit 20 Mitgliedern ins Leben. Heute zählt der Kunstverein 105 Mitglieder. Viele Ereignisse gab es seither, zu den spektakulären gehört der Diebstahl einer Skulptur. "Das war 1997 – kurz vor der Eröffnung der Skulpturenausstellung der Spanierin Josephina Miralles verschwand eine Bronzestatue im Wert von 700 Euro. Das Modell einer stehenden Frau ist nie wieder aufgetaucht." Etwas Besonderes war auch die Ausstellung von Jörg Siegele. Eine ganze Ladung Sand durfte der Kunstverein im Rathausfoyer verteilen, auf dem dann eine Badewanne und die Skulpturen des Künstlers standen. Bach: "Wir waren damals selbst verblüfft, dass wir das vom Bürgermeister erlaubt bekamen."

Kunst ist auch nicht immer schön, erläuterte die Vorsitzende. So stellte Rolf Zimmermann Bilder aus, die Szenarien des Lebens im Asyl zeigen. "Wie aktuell, auch nach 16 Jahren." Und dann gab es da noch die Teebeutelentsorgung als Kunstobjekt – da mag sich der eine oder andere gefragt haben: Ist das Kunst? "Darauf möge jeder seine eigene Antwort finden", schloss Ulrike Bach ihre Rede. Den feierlichen Festakt umrahmte Roland Zipfel mit Musik auf dem Hang.

Auch wenn das Wetter im weiteren Verlauf des Festes nicht ganz mitspielte, fanden sich etliche Kunstinteressierte auf dem Rathausplatz ein, wo die beteiligten Künstler ihren kleinen und großen Besucher ein abwechslungsreiches Programm boten. Dabei machten sie Mut, sich selbst als Künstler zu versuchen. Die einfachsten Werke sind Murmelbilder, die Franziska Reiser zusammen mit den Kindern herstellte. Dazu werden farbverschmierte Murmeln in einer Schachtel über Papier gerollt. Eine Volkskunst aus Mali sind Stoffbilder, die aus Pflanzensaft hergestellt werden. Saja (4) probierte das gleich aus. Mit Hilfe der Künstlerin Ingeborg Rether hämmerte sie den Saft von roten, gelben, blauen oder grünen Pflanzenteilen auf einen Stoffstreifen. Am Stand des Künstlers Hans Peter Friederich konnte wer wollte 3-D-Bilder herstellen. Max (12) fand das ziemlich spannend. Außergewöhnliche Steinskulpturen aus Alabaster und Sandstein bot Christina Lotz an. Das mittagtägliche Treiben auf dem Rathausplatz wurde musikalisch von der Jazz-Band untermalt. Michael Bach brachte bei der Versteigerung etliche Kunstwerke an den Mann. Von 20 bis 280 Euro reichten die Startgebote für die verschiedenen Objekte, einige wenige fanden keine Abnehmer, bei anderen drehte sich ein schwungvoller Bieterreigen. Am Ende kamen über 400 Euro zusammen. Den musikalisch-lyrischen Ausklang erlebten dann die Gäste beim Konzert mit jungen Musikanten an Klarinetten, Violinen, Klavier und Gesang. Dazwischen gab es immer wieder Lesungen in bewährter Form von Ulrike Bach, Nikolaus Schurmann und Roland Holzmann.

Autor: Andrea Steinhart