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05. April 2012

Mit Distanz weiblich, kraftvoll und voller Leben

Barbara Egin: "Malen ist pures Glück und grenzenlose Freiheit" / Kunstverein Gundelfingen zeigt neue Ausstellung im Rathausfoyer.

  1. Ausstellung von Barbara Egin Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN (ast). Vollkommene Gesichter, attraktive Gesichter, liebreizende Gesichter – gemalt von Barbara Egin, zu sehen im Gundelfinger Rathausfoyer. Um Porträtkunst in der Malerei geht es bei der laufenden Ausstellung, die der Gundelfinger Kunstverein bis 25. April in der Ortsmitte zeigt.

Die Ausstellung trägt den Titel "Leben". Dazu gehört alles, was lebendig ist. In der Ausstellung sind es nun hauptsächlich Frauen zu sehen, die an einem Ort in einem bestimmten Augenblick dargestellt werden. Die Frauengesichter schauen den Betrachter direkt in die Augen, und doch wollen sie keinen Kontakt aufnehmen. "Es ist ein Blick ins Leere, so schaffen sie Distanz und doch fühlt man sich angezogen von ihnen", erläuterte Ulrike Bach bei der Vernissage in ihrer Einführung. Die meisten Frauen auf den Bildern wirken ernst, aber sehr selbstbewusst. Man bekommt den Eindruck, dass die Frauen auf den Bildern schon einige Erfahrungen in ihrem Leben gemacht haben. Sie wirkten ruhig und gelassen. "Ich will nicht krampfhaft Kunst machen, ich versuche Poesie und Ästhetik im banalen Alltag meiner Wesen einzufangen", verdeutlichte die Künstlerin Barbara Egin.

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Träumend dagegen erscheint "Miss Mascarpone": Nackt und zusammengekauert liegt sie auf der Couch. Madonnengleich auch die Dame auf dem Bild "Der Prinz an ihrer Seite". Porzellangleich ist die freie Schulter, die lediglich mit einem Frosch begleitet ist. Der Frosch taucht auch noch auf einem anderen Bild auf, wo er auf einem Sessel sitzt und bereits die Farben der Umgebung angenommen hat. Manchmal lenkt die Künstlerin ihren Blick auf scheinbar kleine Accessoires, wie Schuhe oder Handtasche. Die Farbe Rot spielt dabei eine wichtige Rolle. Dort, wo die Figuren in Landschaften eingebettet sind, herrscht Einsamkeit. Durch die meist plakative Flächengestaltung, wirkt die Figur wie eine Dekoration. Der Blick zieht zwar den Betrachter auf die gemalte Frau, aber auch in die große Weite, die die Künstlerin durch ihre Maltechnik gut dargestellt hat. "Ich lege großen Wert auf leere, unberührte Flächen, ich liebe die Ruhe und die Klarheit, die sie verströmen. Diese scheinbare Leere erzeugt Spannung, die den Betrachter anregt sich selbst einzubringen", so die Künstlerin gegenüber der BZ .

Barbara Egin wurde 1948 in Lörrach geboren. Sie studierte Biochemie an der Universität Freiburg und schloss 1981 mit der Promotion ab. Danach hatte sie Lehraufträge an der Universität in Genf. Seit 1998 ist sie freischaffende Künstlerin. Sie studierte an internationalen Kunstakademien in den Bereichen Malerei, Fotografie und Skulptur. Sie erhielt den Fotografiepreis des Stadtkreises Freiburg. Egin: "Malen und Fotografieren ist pures Glück und grenzenlose Freiheit."

Seit 1998 hatte Barbara Engin zahlreiche Ausstellungen in Freiburg und Umgebung, in Berlin, Stuttgart und der Schweiz. Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch von Cordula Sauter umrahmt.

Autor: ast