Neue Indien-Projekte im Blick

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Sa, 21. April 2012

Gundelfingen

Hauptversammlung der Indienhilfe "Wasser ist Leben" bestätigt Vorstand im Amt / 300 000 Euro wurden im Vorjahr investiert.

GUNDELFINGEN. Die Indienhilfe "Wasser ist Leben" in Gundelfingen hat im vergangenen Jahr Projekte vor Ort mit rund 300 000 Euro unterstützt. In der Jahreshauptversammlung am Mittwoch wurde der Vorstand im Amt betätigt. Außerdem wurden Ehrenamtliche geehrt, die das Hilfswerk seit vielen Jahren begleiten und "Wasser ist Leben" durch ihren intensiven Einsatz zum jetzigen Erfolg verholfen haben.

Im vergangenen Jahr wurden vom Verein "Wasser ist Leben" in Indien Projekte mit rund 305 000 Euro unterstützt. "Hinter dieser Zahl stehen 3500 Kinder, denen die uns anvertrauten Spenden zugutekamen", verdeutlichte Gerda Geretschläger, Vorsitzende des Gundelfinger Vereins, vor der Versammlung Darin nicht eingerechnetsind langfristig angelegte Aktionen. Der Schwerpunkt der Hilfe lag dabei auf dem Fortführen der seit Jahren laufenden Projekte, die in Indien in der Hand der katholischen Hilfsorganisation Helpers of Mary liegen.

Mit den Patenschaftsgeldern in Höhe von 48 000 Euro konnten 155 Mädchen, die im Kinderdorf Naya Jeevan leben, unterstützt werden. Eine Rundumversorgung von 140 Mädchen aus leprösen Familien wird ebenso finanziert wie die dazugehörende Farm, die das komplette Nahrungsangebot für die Kinder erwirtschaftet. Neu gekauft wurden hierfür mit Gundelfinger Spendengelder zwei Büffelkühe und Kälbchen.

Einen großen Posten macht der Bildungsbereich aus, denn Bildung, so sagt Gerda Geretschläger, "ist der Schlüssel zu allem". Im Schuljahr 2011/2012 wurde 455 Kinder ein Schulbesuch ermöglicht. In die Berufsausbildung steckte der Verein 25 000 Euro, wovon 162 Mädchen profitierten. Sie ließen sich als Krankenpflegerin oder Näherinnen ausbilden. Für die Weiterbildung der jungen Mary-Schwestern gab der Verein 10 000 Euro aus.

Eine Schule im Slum für 300 Kinder

Im Slum Malwani unterhalten die Mary-Schwestern eine Schule, die von 300 Kindern im Schichtbetrieb besucht werden. Spenden des Gundelfinger Vereins unterstützt seit einigen Jahren den jährlichen Schulbetrieb mit rund 6500 Euro. Davon werden die Gehälter der Lehrer bezahlt, die ständig ausgebuchten Computerkurse finanziert und den Kindern Obst und ein Vesper ermöglicht. Im Nähzentrum Malwani lernen junge Mädchen nähen. Dafür investierte der Verein im Vorjahr 3500 Euro. Die jungen Frauen erhalten nach dem Abschluss ein Zertifikat und eine handbetriebene Nähmaschine als Startkapital.

2011 unterstütze das Gundelfinger Hilfswerk mit 14000 Euro die Hüttensanierung einer Adivasi-Siedlung in Korlai. 200 Kilometer nördlich von Mumbai ließen sie sechs Brunnen für 4000 Euro bohren und helfen damit 120 Bauernfamilien mit frischem Trinkwasser. Erstmals wurde auch das Mädchenheim in Shevgaon unterstützt. "In dem Kinderhaus Anand Niwas, das die Schwestern vor 35 Jahren gegründet hatten, herrschte große Wasserknappheit", verdeutlichte Inge Dännart. Sie besichtigte im Januar alle Projekte, die von den Spendengeldern unterstützt werden. Die Mädchen in dem Heim sind Töchter von Wanderarbeitern und Tagelöhnerns der "Unberührbaren", die in ihren Heimatdörfern die eigene Schule nicht besuchen dürfen. "Wasser ist Leben" ließ nun in dem Kinderheim ein Regenwasserspeicher für die Bewässerung der Felder errichten und das Pumpenhaus sanieren. Zusätzlich wurde das Dach des Pumpenhauses für 22 500 Euro mit acht Quadratmeter Solarpaneelen bestückt, die Strom für die solarbetriebene Pumpe liefern.

Eine private Großspende ermöglichte im vergangenen Jahr den Kauf von warmen Pullovern und Mützen für die Schulkinder der Slumschule Varanasi. Neue Schulkleider konnten mit Hilfe der Spende der Johann-Peter-Hebel-Schule für die Mädchen im Kinderdorf Naya Jeevan gekauft werden. Große Freude bereitete der Verein außerdem den bedürftigen Familien mit einer Eimeraktion: "Wir haben über 500 Zinkeimer im Slum Malwani und in der Adivasi-Siedlung in Korlai verteilt."

Finanziert hat der Verein die direkten Hilfen aus den Spendengeldern (111 244 Euro), den Patenschaftsgeldern (57 200 Euro) und aus den Stiftungserträgen der E.C.H.O.-Stiftung. "2011 waren das 12 612 Euro", berichtete Fritz Karcher, der die Stiftung verwaltet. Nach den Berichten der Kassiererin Angela Burger und der Kassenprüferin Anja Schimeck wurden der Vorstand im Amt bestätigt. Neu als Beisitzerin wurde Kirstin Niermann aufgenommen, die sich seit Jahren im Verein engagiert.

Weitere Informationen: unter Telefon: 0761/ 52406 (Gerda Geretschläger) oder http://www.indienhilfe-wasser-ist-leben.de