Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

06. Juni 2015

Runde Formen in kräftigen Farben

Auf Einladung des Gundelfinger Kulturvereins zeigt Mi Jean Kang aus Berlin ihre neuesten Arbeiten im Rathausfoyer.

  1. Ausstellung im Gundelfinger Rathaus mit Werken von Mi Jean Kang Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Mi Jean Kang aus Berlin zeigt seit Mittwoch in der neuen Ausstellung im Gundelfinger Rathaus ihre Arbeiten. Es sind kleinformatige Bilder und Zeichnungen. Eingeladen wurde die südkoreanische Künstlerin vom Kunstverein Gundelfingen. Die Ausstellung ist noch bis 1. Juli im Foyer zu sehen.

Die Bilder von Mi Jean Kang gleichen sich auf den ersten Blick: Zum einen sind sie alle gleich groß, zum anderen sind alle in kräftigen Farben gemalt. Auch das Motiv scheint immer ähnlich oder sogar gleich zu sein. Die Bilder sind als Serie gedacht – sagt die Künstlerin, während sie noch die letzten im Rathaus für die Vernissage, die am Mittwoch stattgefunden hatte, aufhängte. Für die Ausstellung ist sie extra aus Berlin angereist – die Bilder im Handgepäck. Ihre großformatigen Werke hat sie nicht dabei.

In den bunten Bildern sind immer wieder runde Formen im Vordergrund zu sehen, die zu schweben scheinen. Den Hintergrund bilden Sterne oder Blätter, oder er ist undefiniert und einfarbig. In einigen Ölbildern ist noch etwas anderes auszumachen: Schaut man genauer hin, erkennt man Schmetterlingsformen, die manchmal mit dem Hintergrund verflochten sind. Aufgebaut sind die Gemälde in sensiblen, hauchdünnen Lasuren, die raffiniere unterschiedliche Strukturen setzen.

Werbung


Die zweite Serie der ausgestellten Werke trägt den Titel "Lebensspuren". Es sind Zeichnungen, gemalt mit Buntstiften auf Papier. Auch hier hat man es mit einer bewussten Regelmäßigkeit zu tun. Das Motiv sind Landschaftsformationen, die sich spiegeln.

Auffällig ist der sehr feine Strich und die sensible Struktur, die durch das Hoch- und Runtergehen der Formen und Strichen einen mehrdeutigen Sinn haben: Das Auf und Ab des Lebens, vergleichbar mit einer medizinischen Visualisierung des Herzrhythmus, wird auf originelle, Art und Weise dargestellt. "So sind die scheinbaren Landschaften Metapher für das Leben an sich", verdeutlichte die Künstlerin.

Mi Jean Kang wurde 1968 in Pusan/Südkorea geboren. Sie absolvierte an der Universität in ihrer Heimatstadt ein Studium der Freien Kunst. Anschließend studierte sie an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf sowie an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Seit 2002 erhielt sie ein Wohn- und Arbeitsstipendium im Künstlerhaus in Menersen. Seit dem Abschluss ihres Studiums in Korea gab es etliche Ausstellungsbeteiligungen, Einzel- und Doppelausstellungen in verschiedenen großen Städten wie Berlin, Hannover, Magdeburg, Braunschweig und auch in China, in Shanghai.

Beim Kunstverein bewerben sich jedes Jahr zahlreiche Künstler aus ganz Deutschland. Ulrike Bach, die Vorsitzende, entscheidet zusammen mit einem Gremium, welche Künstler im Gundelfinger Rathaus ihre Werke ausstellen dürfen.

Info: Die Ausstellung im Rathaus ist von montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr zu sehen.

Autor: Andrea Steinhart