Verschmutzte Flüsse und sinkender Grundwasserspiegel

Lena Roser

Von Lena Roser

Mi, 11. Juli 2018

Gundelfingen

Wasser ist Leben: Gundelfinger Verein finanziert Brunnen für ein Hilfszentrum in Indien / Weitere Projekte sind in Planung .

GUNDELFINGEN. Klares und sauberes Wasser gibt es von jetzt an im Hilfszentrum Dapada in Indien. Der Gundelfinger Verein "Indienhilfe – Wasser ist Leben" hat einen Brunnen finanziert, der dort seit Anfang Juni von den Bewohnern genutzt wird. Ziel des Vereins ist es, die Not der Menschen zu bekämpfen.

"Bis vor zwei Jahren hatten sich unsere Kinder im nahe gelegenen Fluss gewaschen. Auch die Kleider wurden im Fluss gewaschen. Das geht jetzt nicht mehr. Das Wasser ist stark verschmutzt, seitdem sich mehrere Industrieunternehmen entlang des Flusses angesiedelt haben", erklärte Schwester Asha, ehemalige Ordensleiterin der Zentralprovinz, in einem Schreiben an den Gundelfinger Verein. Das Abwasser der Unternehmen sei ungefiltert in den Fluss gelangt, und die im Hilfezentrum lebenden Kinder hätten an Durchfällen, Hautausschlägen, Kopfweh und Gelbsucht gelitten. Daraufhin musste das gesamte Wasser angekauft werden.

Ende März begann eine Firma mit Sitz in Mumbai mit der Bohrung des Brunnens, finanziert wurde das Projekt durch Spenden des Gundelfinger Vereins. 2200 Euro seien es gewesen, die man für Bohrung, Rohrleitungen, zwei Wassertanks mit je 5000 Litern und Arbeitslöhne benötigt habe, erklärt Vereinsvorsitzende Gerda Geretschläger. Das Geld kam durch private Spenden an den Verein zustande.

Für den Gundelfinger Verein ist es bereits das zweite Projekt mit dem Hilfszentrum Dapada: Vorausgegangen war die Finanzierung einer Solaranlage zur Erzeugung von Licht und Warmwasser. Das Hilfszentrum, das im Bundesstaat Maharashtra liegt, wurde 1970 mit einer Krankenstation eröffnet. Einige Jahre später wurden eine Entbindungsstation und ein Krankenhaus angeschlossen. Seit Mitte der 80er Jahre gibt es zudem ein Internat für Mädchen aus der indigenen Bevölkerung, aus sogenannten Adivasi-Familien.

Die Liste der bereits vom Verein finanzierten Brunnen in Indien ist lang und wächst immer weiter: Fünf Brunnen seien in Mädchenheimen und zehn in Siedlungen kastenloser Familien installiert worden, erklärt Geretschläger. Mit Spendenmitteln konnten außerdem die Erneuerung von zwei Brunnen und der Bau von Regenwasserspeichern in vier weiteren Hilfszentren erreicht werden. In Planung seien derzeit die nächsten fünf Brunnen in verschiedenen Siedlungen und Hilfszentren, sagt Geretschläger.

Das nächste Großprojekt wird in der Nähe von Mumbai umgesetzt. 80 Meilen von der größten Stadt Indiens entfernt, soll in einem Gesundheitszentrum ein natürliches Bewässerungsprojekt realisiert werden. Auslöser für die Anschaffung ist laut Geretschläger das Sinken des Grundwasserspiegels in der Region: "Bis vor wenigen Jahren konnten die 200 Menschen dieses Zentrums aus der eigenen Landwirtschaft versorgt werden. Das geht nicht mehr. Der Grundwasserspiegel sinkt mehr und mehr ab, die Farm ist am Verdursten", erklärt sie.

Weitere Infos über den Verein: http://www.indienhilfe-wasser-ist-leben.de