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05. September 2009 10:00 Uhr
Im Schneckentempo zum Einsatzort
Zu viele Hindernisse für die Feuerwehr
Die Feuerwehr kommt später als die Polizei zum Ort des Geschehens und das, obwohl sie rechtzeitig alarmiert wurde. Grund: zugeparkte Kreuzungen, enge Straßen und wuchernde Hecken.
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Kaum Spielraum für die Feuerwehr Gundelfingens zwischen Hecken und geparkten Autos. Foto: Andrea Steinhart
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Hier kommt das Feuerwehrauto nicht um die Kurve. Foto: Andrea Steinhart
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Links ein Auto, rechts der Vorgarten. Mit viel Zirkelei schafft es auch Stefan Kappler nach Minuten daran vorbei zu kommen. Foto: Andrea Steinhart
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Rauf auf den Gehweg um am Hindernis vorbei zu kommen. Foto: Andrea Steinhart
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Die Feuerwehr-Zufahrt bei den Terrassenhäuser ist viel zu eng. Bäume und Hecken versperren die Ein- und Durchfahrt. Foto: Andrea Steinhart
Immer häufiger stoßen die Einsatzkräfte mit ihren Feuerwehrfahrzeugen wegen der Gedankenlosigkeit vieler Autofahrer an die Grenzen des Machbaren.
2,50 Meter breit, 7,90 Meter lang, 3,30 Meter hoch – das sind die Maße des Gundelfinger Feuerwehrautos. Parken Autos falsch, gibt es oft kein Durchkommen. Brennt es oder braucht jemand Hilfe, kann es passieren, dass die Gundelfinger Feuerwehr, deren Gerätehaus nur einige Meter Luftlinie entfernt steht, es nicht rechtzeitig zum Einsatzort schafft. Wie ernst die Lage in Wirklichkeit ist, demonstrierten Kommandant Alfred Lapp und sein Stellvertreter Stefan Kappler bei einer Testfahrt.
Stefan Kappler ist ein langjährig erfahrener Feuerwehrmann. Zu Demonstrationszwecken steuert er das Löschfahrzeug LF 16/12, das üblicherweise als erstes beim Einsatzort ist. Kappler ist bestens mit dem Fahrzeug vertraut. Von der Feuerwache geht es als Erstes in die Scheffelstraße – und dort muss er zum ersten Mal zirkeln, weil ein Auto am Fahrbahnrand steht. Lapp steigt aus, weist Kappler ein. Der rangiert hin und her, fährt rechts fast in den Vorgarten und hat es dann nach Minuten geschafft. Einige Meter weiter ein rotes Auto direkt in der Fahrbahn. In der Vogesenstraße muss Lapp wieder aussteigen und Kappler an vier geparkten Autos vorbeilotsen. Den nächsten Stopp gibt es in der Kirchstraße. Dort steht ein Anhänger, der eine Engstelle bildet. Die Einfahrt in die Reinhold-Schneider-Straße kann das Tanklöschfahrzeug wegen nicht vorschriftsmäßig abgestellter Autos überhaupt nicht nehmen. Hier wäre ein minutenlanger Umweg notwendig.
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Die Autos entlang der Schönbergstraße stehen dicht an dicht. Jedes freie Plätzchen ist dort belegt. Für ein normales Auto kein Problem des Durchkommens. Auch Kappler schafft es, allerdings mit sekundenlanger Verzögerung. Dann will er in die Blauenstraße. Links stehen Fahrzeuge, ein Wohnwagen wird für den bevorstehenden Urlaub gerade hergerichtet, rechts sprießt die Gartenhecke bis zur Straße. Ein Blick genügt, um zu sehen, dass das Feuerwehrauto hier stecken bleiben würde. Die aus ihren Häusern kommenden Autobesitzer gehen schnell in die Verteidigungshaltung. Auf die Konsequenz hingewiesen, dass ein solches Verhalten im Ernstfall Menschenleben kosten könnte, wird kurzerhand abgetan. Generell achten die Falschparker, so Lapp, durchaus darauf, dass der normale Verkehr von ihnen nicht behindert wird. "Viele schauen schon, ob ein anderes Auto vorbeikommt. An ein Feuerwehrauto denke aber niemand." Falls die Freiburger Berufswehr mit einer großen Leiter gerufen werden müsste, wäre für dieses größte Fahrzeug an ein Durchkommen überhaupt nicht zu denken.
Stirnrunzeln auch wenig später bei der Feuerwehranfahrt zu den Terrassenhäuser an der Sonnhalde. , verdeutlichte Lapp. Bei falsch geparkten Autos wird, wenn die Zeit dazu bleibt, zuerst der Halter ermittelt. Wenn der nicht gefunden wird, wird das Auto abgeschleppt. Kosten für den Halter: 330 bis 400 Euro. "Wem das einmal passiert ist, der achtet künftig darauf, wo er sich hinstellt", weiß Lapp aus Erfahrung. Das liegt nicht nur an den Kosten für den Abschleppdienst und dem Verwarngeld, das bis zu 50 Euro betragen kann, sondern auch an der lästigen Rennerei nach dem eigenen Wagen.
Mit einem hohen Aufwand werden die Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr für den Notfall bereitgehalten, Männer und Frauen werden zeitintensiv ausgebildet und stehen parat, um innerhalb von Minuten Leben zu retten. "Wir müssen in zehn Minuten nach der Alarmierung an einem Einsatzort sein", erklärt Kappler. Denn wer zu lange im Brandrauch liegt, kann nicht mehr reanimiert werden. "Wenn wir in zehn Minuten vor Ort sind, bleiben den Kameraden nur noch wenige Minuten, um einen Menschen zu retten. Verbrauchen wir diese wertvollen Minuten um an Falschparkern vorbeizuzirkeln, wächst die Gefahr für Leib und Leben. Und davon könnte jeder betroffen sein. Jederzeit."
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Autor: Andrea Steinhart


