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21. Juli 2012

Zum 15. Geburtstag Kunst aus Bierun

Im Zeichen der Freundschaft: Gemäldeausstellung des polnischen Künstlers Roman Nyga im Gundelfinger Rathausfoyer.

  1. Ausstellung Roman Nyga Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. 15 Jahre Partnerschaft zwischen der polnischen Stadt Bierun und der Gemeinde Gundelfingen ist Anlass einer Ausstellung polnischer Gegenwartskunst im Gundelfingen Rathausfoyer. Zu sehen sind Bilder des international anerkannten Künstlers Roman Nyga. Zur Ausstellungseröffnung reiste sogar der Bieruns Bürgermeister, Bernard Pastelnik, an.

"Ich bin hier so gut wie zu Hause", sagte Roman Nyga bei der Eröffnung am Mittwochabend vor zahlreichen Gästen im Gundelfinger Rathausfoyer. Viel verbindet den 1938 in Oberschlesien geborenen Maler mit Gundelfingen. So ist mit seiner Hilfe vor vielen Jahren die Städtepartnerschaft zwischen Bierun und Gundelfingen entstanden. Er organisierte 1978 zusammen mit dem Gundelfinger Professor Werner Rynski die ersten Treffen zwischen deutschen und polnischen Studenten und Studentinnen. Daraus entstand 1997 eine offizielle Partnerschaft. Die grafische Gestaltung der Partnerschaftsurkunde lag ebenfalls in Nyga`s Händen. Außerdem wurden seine Bilder schon zum zweiten Mal in Gundelfingen ausgestellt.

"Bilder von ganz besonderem Wert"

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Zwei der nun die Gundelfinger Rathausfoyer gezeigten Bilder zeigen das damalige Geschehen der Urkundenunterzeichnung. "Das sind Bilder von ganz besonderem Wert", sagte Bürgermeister Reinhard Bentler nach der Begrüßung. Die anderen 20 ausgestellten Acrylbilder haben jedoch nur partiell etwas gegenständliches, vielmehr sind sie mit ihren aggressiven Farben und kühnen Pinselführungen dem abstrakten Expressionismus sehr ähnlich. Die Bilder beinhalten die Suche nach dem Uranfang der Form, der Gestalt und der Symbole, sagte Bruno Zimmermann, Vorsitzender des deutsch-polnischen Partnerschaftsverein Gundelfingen, der dieses Mal in die ausgestellten Bilder einführte. Alle Bilder haben ein gemeinsames Thema: Gut und Böse, manchmal verkleidet in ein abstraktes, manchmal in ein mythologisch-schlesisches Kostüm. "Die Werke Nygas haben eine große Ausdruckskraft und Dynamik." Deutlich wird das zum Beispiel in dem Bild mit dem Titel "Schritte", in dem der Widerspruch eines gewünschten Lebens mit der Wirklichkeit klar zu erkennen ist.

Nyga selbst erzählt am Rande der Ausstellung, was seine Malerei prägte: Sein Lebenserfahrungen, die Geschichte seines Landes, die tief verwurzelte Religion und die lokale Tradition. Außerdem standen am Anfang seines künstlerischen Wirkens das Studium an der Krakauer Akademie der Schönen Künste und die Begegnung mit Professor Wactaw Taranczewski.

Nyga entwickelte zu dieser Zeit seine künstlerische Individualität und seine Vorliebe für den Expressionismus. Die Jahre des Kriegsrechts in Polen waren für ihn wie auch für andere Künstler eine Zeit der inneren Emigration. Eingeschlossen in seinem Atelier, wandte er sich schlesischen und religiösen Themen zu. "In schlechten Zeiten scheint es eine natürliche Reaktion zu sein, dass man sich dem zuwendet, was einem wertvoll und unvergänglich erscheint", erklärte er. Die Isolation weckte aber noch etwas in ihm: Das Verlangen nach Kontakten und Begegnungen mit der Kunst anderer. Aus diesem Grund ging er in die Schweiz und später nach Deutschland, wo er mit den Künstler Arne-Bernd Rhaue und Romuald Jeziorowski die "Internationale Künstlergruppe RAR" gründete.

Hinweis: Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses täglich von 8 bis 16 Uhr bis 15. August zu sehen.

Autor: Andrea Steinhart