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13. April 2012

"Die Deutschen – ein Volk der Dichter und Dämmer"

5. Bleibacher Baugespräche mit Fachthemen wie Einzelhandelsansiedlungen, Innenstadtentwicklung und Ökologie bei der Planung.

GUTACH. Um die Entwicklung der Region, Chancen für Kommunen, Einzelhandelsansiedlungen und Agglomerationsverbot und um energie- und kostenoptimierte Planung öffentlicher Gebäuden ging es bei den 5. Bleibacher Baugesprächen im neuen Bauinformationszentrum Bizzz am Stollen in Bleibach.

Eingeladen zu diesem Fachgespräch, zu der wiederum viele Bürgermeister, Gemeinderäte, Vertreter von Wohnbaufirmen und Architekten gekommen waren, hatten die Klimapartner Oberrhein, Bender Harrer Krevet, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte und die Carré-Planungsgesellschaft Bleibach. Moderator war wieder Jörg Hemmerich, Herausgeber von "Baden intern".

Im Eingangsreferat ging es um "Nachhaltigkeit und Energie als Grundlage für eine positive Entwicklung unserer Region" von Dr. Johannes Dreier, Abteilungsdirektor beim Regierungspräsidium. Seine Forderung: "Wir müssen so leben, dass auch unsere Kinder eine Möglichkeit zum Leben haben". Also Flächen sparen, Bauen im Bestand (=Innenentwicklung in den Orten) und Orientierung der Siedlungsentwicklung am ÖPNV. Dreier ging auf die Änderung vom Landesplanungsgesetz und Auswirkungen auf künftige Bauleitplanung ein und auf den Ausbau der Windkraft. Die Aussichten für nachhaltiges Bauen und Windenergie seien gut.

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Detlev Kulse, Stadtbauamts-Chef in Waldkirch, griff zunächst Probleme der Windenergie, "ein Herzensanliegen auch der Stadt Waldkirch", auf. Er schilderte "Stolpersteine" bei der Planung, gesetzliche Rahmenbedingungen, Windkraft versus Natur-/Landschaftsschutz und die Diskrepanz zwischen politischem Wunsch und Planer-Realität. "So fallen", wie Kulse mit Bildern zeigte, "viele ins Auge gefassten Standorte wegen ’höherwertigen Anforderungen’ aus". So müsse man vor Ort schauen, welchen Beitrag man leisten könne und ob es den Aufwand lohne.

In seinem Referat, "Innenentwicklung als Chance für Kommunen am Beispiel Waldkirch" ging Kulse von der Entwicklung der Einwohnerzahlen der "Zuzugsregion", der demographischen Entwicklung und vom Wohnungsbedarf aus. Die "Rückbesinnung" (vom Land wieder in die Stadt) zeige sich deutlich. Mit Bildern veranschaulichte Kulse die Entwicklung in Waldkirch, wie sie besonders im Innenstadtbereich (zum Beispiel Lange Straße, "Villengarten", Unteres Amtsfeld, Mack-Areal) sichtbar sind.

Dr. Thomas Baumeister (Bender Harrer Krevet) sprach danach über "Einzelhandelsansiedlungen und was bewirkt das Agglomerationsverbot"? Letzteres "sieht vor, dass auch für nicht großflächige Einzelhandelsbetriebe mit innenstadtrelevanten Sortimenten außerhalb des zentralen Versorgungsbereiches keine räumlichen Häufungen, also Agglomerationen auftreten dürfen". Der Referent schilderte anhand praktischer Fälle, vor allem aus der Ortenau, die großen Auswirkungen solcher Agglomerationsregelungen.

Dann noch Architekt Klaus Wehrle von Carré. Sein Thema: "Energie- und kostenoptimierte Planung öffentlicher Gebäuden". Seit über zehn Jahren achte man auf ökologische und ökonomische Qualität bei Planung im öffentlichen Bau und beim Gewerbebau. Im kommunalen Bereich gehe es vor allem um die Kosten, wobei die Ökologie sich doch immer mehr in den Vordergrund schiebe. Wehrle: "Die Deutschen haben sich vom Volk der Dichter und Denker zu einem Volk der Dichter und Dämmer entwickelt".

Autor: Eberhard Weiß