Toller Gesang, Selbstironie und Humor

Karin Heiß

Von Karin Heiß

Di, 07. Oktober 2014

Gutach im Breisgau

Äußerst amüsantes Konzert der "Ohrwürmer" aus Oberried in der Bleibacher Güterhalle.

GUTACH. Amüsant war das Konzert der "Ohrwürmer" im Bürgersaal Bleibach. Hinter der netten Bezeichnung verbergen sich seit über zehn Jahren stimmgewaltige Männer vom Männergesangverein "Schwarzwald" aus Oberried. Auf Einladung des Vereins "Kleinkunst in der Güterhalle" kam die Formation und die Besucherreihen im Saal füllten sich für sie restlos. Horst Bock vom Vorstandsteam drückte seine Freude über die große Resonanz aus und sollte mit seiner Versprechung: "Das wird ein besonderer Abend!" Recht bekommen.

Der Slogan auf dem Transparent über der Bühne "a cappella live – Ohrwürmer, die älteste Boygroup zwischen Zastler und Notschrei" verwies auf das, was kam, in mehrdeutiger Hinsicht wohlgemerkt. Kabarett mit augenzwinkernder Stichelei im Hinblick auf partnerschaftliche Realzustände und Wunschvorstellungen, geschlechts- und berufsspezifische Ausprägungen und Defizite, Selbstironie, viel Humor und das vorgetragen mit sehr guten Stimmen. Wechselnde Outfits sorgten neben dem Gesang für Belustigung, überspitzten dessen jeweilige inhaltliche Aussage. Unter Leitung von Michael Weh, der mal am Klavier saß und ansonsten viel mitsang, entstand ein beeindruckender Konzertabend. Mehrstimmige Passagen wurden ergänzt mit Soli. Spannend war es immer wieder, die Darstellungskunst der Einzelnen auf sich wirken zu lassen. Kurzum, jedem der Männer gelang es mit seiner Stimme zum tollen Chorgefüge und einem stimmigen, abwechslungsreichen Programm beizutragen. Mit "Cabaret" ging die Show los, dem folgte der Stimmungsmacher "Sommer ist, was in deinem Kopf passiert" – schon klatschte das Publikum mit. Ruhiger wurde es bei der Reflexion eines Beziehungswahns in "Nur für Dich", das aber temperamentvoll endet. Die angekündigte "Choreografie mit Erotik" spielte auf Grönemeyers "Ich drehe schon seit Stunden ..." und sorgte für Lacher bei den Zuhörern. Das Lied über das Auto als Waffe des kleinen Manns war auch nicht zu verachten. Der tonangebende "King of the road", unter den Chormännern ebenso passend auserkoren wie der, welcher den "Gigolo" mimte, mit süßholzraspelndem Gesang und galant-bezirzendem Auftreten. Bei "Bauer sucht Frau" ging’s bodenständig, modernitätsentrückt weiter. Immer wieder wurden Geschichtchen und Anekdoten zwischen den Gesängen kundgetan. Da kam keine Langeweile auf, die Ohrwürmer wurden ihrem Namen gerecht und ernteten immer wieder viel Applaus.