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07. August 2017

Überstunden für Domenico Ebner

Der Ex-Marcher im Tor von Bietigheim steht im Mittelpunkt beim Testspiel gegen Zaporozhye.

  1. Glänzte in March mit zahlreichen Paraden: Domenico Ebner Foto: A. Keller

HANDBALL. Testspiel: SG BBM Bietigheim – HC Motor Zaporozhye 36:31 (18:13). Handball auf höchstem Niveau und Volksfeststimmung – beides bekamen die Fans, die am Freitag den Weg in die Marcher Sporthalle gefunden hatten, geboten. Zu sehen gab es das Testspiel zwischen dem ambitionierten Zweitligisten aus Bietigheim und dem ukrainischen Champions-League-Teilnehmer aus Zaporozhye.

Gekommen war es zu dem Event durch die Initiative der Marcher Verantwortlichen, die ein Testspiel der SG BBM ausrichten wollten. Ein viertägiges Trainingslager, über dessen Organisation sich die Bietigheimer nur positiv äußerten, war das Ergebnis. So kam es zur vorübergehenden Rückkehr des gebürtigen Marchers Domenico Ebner, der seit einem Jahr in Diensten der Württemberger steht. Der 23-jährige Keeper stand dann natürlich im Mittelpunkt des Interesses. Jede Parade wurde von den 400 Zuschauern lautstark bejubelt. Mehr Applaus bekamen nur die Wischerinnen des TSV March, deren Einsatz jedes Mal aufs Neue für Heiterkeit sorgte.

"Es war eine wahnsinnige Stimmung heute. Beim Einlaufen hatte ich richtig Gänsehaut", war Ebner beeindruckt von der Marcher Rekordkulisse. Denn: "So voll war die Halle seit ihrem Bau noch nie", wussten Agron Priesner und Alexander Frank vom rundum zufriedenen Marcher Organisationsteam. "Hier in der Region gibt es, was Handball angeht, viel Potential – das hat man gesehen", freute sich Ebner über die gelungene Symbiose zwischen seiner Heimat und neuem Verein, die möglicherweise in einem Jahr in die zweite Runde gehen soll.

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Dass er bei den Bietigheimern voll angekommen und hungrig auf Erfolg ist, hatte er vorher in den 60 Minuten gezeigt. Denn was er und sein Team ablieferten, war aller Ehren wert. Ein Unterschied zwischen dem Zweitligisten und dem Champions-League-Teilnehmer war dabei maximal in der körperlichen Stärke zu erahnen. Diesen Unterschied machten die Bietigheimer jedoch mit Schnelligkeit und Spielwitz mehr als wett. "Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir super gedeckt", sagte Ebner, der von seinem Coach 40 Minuten Spielzeit bekam und zur Freude der Fans einige Paraden zeigen konnte. Im Angriff zeigten sich Ebners Kollegen trotz vieler Trainingseinheiten in den Knochen den Tick frischer und ließen von Anfang an kaum einen Zweifel aufkommen, wer dieses Spiel gewinnen würde. Zwischenzeitlich lag die SG sogar mit zehn Toren in Front, und im Publikum fragte man sich, welche der beiden Mannschaften denn in der Königsklasse spielt. In Halbzeit zwei experimentierten dann beide Trainer und die Ukrainer konnten den Vorsprung etwas verringern, ohne wirklich näher ranzukommen. So stand am Ende ein verdienter Testspielerfolg zu Buche, der den Bietigheimer für die letzten Wochen der Vorbereitung den Schuss Extramotivation geben sollte.

Schluss war für Domenico Ebner jedoch mit Abpfiff noch nicht. Es galt, zahlreiche Autogrammwünsche der Marcher Handballjugend zu erfüllen. Da kam es schon mal vor, dass ein Vater noch mehr Dinge besorgen musste, auf denen die Unterschrift des Marcher Handballstars Platz hat.

Autor: Felix Gieger