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03. April 2014

Schultern runter, Kinn hoch

Kinder und Jugendliche des "Tanz- und Ballettprojekts Häusern" zeigen ihr Können.

  1. Anmutig, wie damals bei Hof, tanzt hier das Jugendballett den „La Chacona“. Foto: Cornelia Liebwein

  2. Der Kuscheltiertanz der Ballettklasse „Tänzerische Früherziehung II“.“ Foto: Cornelia Liebwein

HÄUSERN. Sie tanzten mit dem Herzen: 71 Ballettschülerinnen und ein Junge des "Tanz- und Ballettprojekts Häusern" sowie des "Kinder und Jugendballetts Freiburg-Opfingen" zeigten während zwei wohltuenden Stunden vor vollen Stuhlreihen im Kur- und Sporthaus in der "Ballett-Werkstatt" hingebungsvoll und ausdrucksstark unterschiedliche Darbietungen aus dem neuen Ballett "Ein König tanzt Ballett".

Tanzschöpfungen, die ihre Tanzlehrerin Evelyn Puefken und der musikalische Leiter Helmut Timpelan mit ihnen meisterhaft einstudierten.

Man wähnte sich an einem rauschenden Fest im Schloss Versailles, als sich die biegsamen Körper in den raschelnden Tutus an die vielfältigen Klänge der Epoche schmiegten. Die talentierten kleinen und großen Künstler tanzten mit ihren Schritten und Körperspannungen die Geschichte des Balletts in der Zeit von König Ludwig XIV, als selbst der herrliche Frühlingstag draußen in Vergessenheit geriet. Gleichzeitig brachten sie in 16 unterschiedlichen Auftritten, von denen viele Rekonstruktionen aus den drei wichtigsten Tanzbüchern des 16. bis 18. Jahrhunderts entstammen – nämlich denen von Thoinot Arbeau (16. Jahrhundet), John Playford (17. Jahrhundert) und Feuillet (18. Jahrhundert) – das vertraute Parkett zart zum Vibrieren.

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Die Kastagnetten an den Händen klackerten, doch mit den weißen Ballettschuhen an den Füßen schienen die Darsteller den Boden lediglich zu streicheln.

Schultern runter, Kinn hoch, den Rücken durchgestreckt: Voll Grazie ließen die Vorführenden die Vergegenwärtigung des Balletts liebevoll schillern – im Stil des Barocks. Lebhaft, überaus geschickt und absolut glaubwürdig formten die Balletttänzer ästhetische Bewegungsstürme, stets zuvor von Evelyn Puefken angekündigt.

Anmutig und bunt, wie das Leben am französischen oder spanischen Hof, legte das Ensemble die Schönheit der Ballettsprache den begeisterten Zuschauern in Häusern höchst kurzweilig und fesselnd zu Füßen.

Autor: Cornelia Liebwein