Und Hebel schaut von oben schmunzelnd zu

Klaus Brust

Von Klaus Brust

Sa, 14. Mai 2016

Hausen im Wiesental

Kindertrachtengruppe Zell, Heidi Zöllner und das Musikantenduo Bühler/Ückert begeistern beim Hebel-Altennachmittag.

HAUSEN. Voll besetzt war das Pfarrheim am Donnerstag beim traditionellen Altennachmittag nach dem Hebelfest, zu dem Helga Kundlacz auch die Senioren aus Gersbach, einen nach den Hebelfeierlichkeiten entspannten Bürgermeister Martin Bühler und Gemeindepfarrerin Martina Weber-Ernst begrüßen konnte. Nach dem abwechslungsreichen Vier-Stunden-Programm waren sich alle einig: Johann Peter Hebel hatte schmunzelnd von oben zugeschaut und sich gefreut, dass nur Alemannisch gesprochen und gesungen worden war.

Nach der vorzüglichen Bewirtung durch das Helferteam mit Kaffee, Hefezopf und Rhabarberkuchen trat das Musikantenduo Alfred Bühler (Violine) und Adolf Ückert (Akkordeon) in Aktion und animierte die sangesfreudigen Besucher mit badischen, elsässischen und schweizerischen Mundartliedern, wobei das Repertoire von "D’Zit isch do" über "De Hans im Schnoogeloch" bis "Ne Burebüebli mag i nit" reichte. Auch Hebellieder wie "Der Mann im Mond", Hans und Verene" oder "Der Schwarzwälder im Breisgau" durften nicht fehlen.

Als "neue Dichterin" wurde die Vorsitzende der Muettersproch-Gsellschaft Gruppe Wiesetal, Heidi Zöllner, angekündigt. Die Senioren staunten, wie vielseitig die Hausener Mitbürgerin ist. Ob Gedanken zu "Woran man sieht, dass 10. Mai ist" oder Assoziationen zum Maiengrün in Reime gefasst wurden, ein Sprichwörtersalat für Heiterkeit sorgte oder eine Glosse zum Wort "Mohrechopf" – alles war trefflich formuliert. Alltagsbeobachtungen aus der Kinderzeit in Zell und Geschichten vom Schulkameraden Peter bannten die Aufmerksamkeit.

Der Höhepunkt des Nachmittags war der Auftritt der 16 Jungen und Mädchen der Kindertrachtengruppe aus Zell in ihren schmucken Gewändern. Nicht nur der dreijährigen Lara, die ihre erste öffentliche Aufführung absolvierte, merkte man die Begeisterung für das Singen alemannischer Lieder, das Tanzen und das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe an. Alfred Knauber erwies sich als fachkundiger Moderator, der die Arbeit der Leiterinnen der Kindergruppe, Andrea Hornburg und Steffi Wassmer, ins rechte Licht rückte. Bestens erläuterte er auch die Tänze der Schuster und Müller, eine Kreuzpolka, den Tanz der Ponypferdchen oder die Szene vom Wetterhüsli.

Auch Heidi Zöllner wurde für die Trachtengruppe nochmals aktiv, zitierte den "allzeit vergnügten Tabakraucher" oder Heimatgefühle beim Anblick des Möhrenturms.

Nach der Stärkung und der Ehrung der Mai-Geburtstagskinder gestaltete Pfarrerin Martina Weber-Ernst den Abschluss mit Gedanken zum Pfingstfest. Dieser Mai-Altennachmittag dürfte allen Besuchern, den Mitwirkenden und dem Vorbereitungsteam noch lange als ein schönes Ereignis im Gedächtnis bleiben.