Familienverband bietet künftig Mediation an

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Von tbb

Sa, 27. April 2013

Herbolzheim

Herbolzheimer Ortsgruppe kämpft für Beitragsgerechtigkeit.

HERBOLZHEIM (tbb). "Rente für Mutti" – der Regionalverband Herbolzheim des Deutschen Familienverbandes beschäftigte sich in seiner Hauptversammlung mit familienpolitischen Entscheidungen und dem vergangenen Vereinsjahr.

Vorsitzende Silke Vetter berichtete von der Ausrichtung des Kinderflohmarkts im Sommer und dankte besonders den Familien Penisch und Fees für ihren Einsatz.

Kassenwart Peter Müller bilanzierte trotz wenig Bewegung in der Kasse ein kleines Plus. Der stellvertretende Vorsitzende Ernst Schilling informierte detailliert von den Ergebnissen einer Verbandstagung zur familienpolitischen Entwicklung, die in Mannheim stattfand. Dem Verband, so Schilling, gehe es um die Beitragsgerechtigkeit für Familien in den gesetzlichen Pflege-, Renten- und Krankenversicherungen. Konkret gehe es um die Forderung, dass sich Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, drei Jahre Erziehungszeit auf ihre Rentenansprüche anrechnen lassen können. Momentan ist es maximal ein Jahr für Kinder, die vor 1992 geboren wurden. Für Kinder, die später geboren wurden, zählen drei Jahre. Der Verband bemühe sich seit Jahren um die Beitragsgerechtigkeit, aber es sei schwer, den Menschen vor Ort das Dilemma klar zu machen, bilanzierte Schilling, "obwohl sehr viele davon betroffen sind". Im Wahljahr sei es daher besonders wichtig, auf diese Forderung des Familienverbandes aufmerksam zu machen. Dazu verabschiedete der Verband auch eine offizielle Stellungnahme und möchte Herbolzheimer Familien zur Teilnahme an einer Unterschriftenaktion aufrufen. Auch die Steuerungerechtigkeit gegenüber Familien mit Kindern ist dem Familienverband ein wichtiges Anliegen, sagte Schilling. Der Gesetzgeber unterscheide nicht gut genug zwischen Familien mit und ohne Kinder, was zu sozialer Ungerechtigkeit führe: "Das führt unweigerliche zu einer Zunahme der Kinderlosigkeit."

Uto R. Bonde, Landesvorsitzender des Deutschen Familienverbandes Baden-Württemberg, ergänzte, dass die familienpolitische Arbeit eine Kernaktivität des Verbandes sei, die wie in Herbolzheim, gut genutzt werden müsse, um zu handeln. Er rief zu Solidarität untereinander auf und dazu, der Familie ein noch stärkeres, politisches Gewicht zu geben.

Am 8. Juni sind die Verbandsmitglieder in den Europa-Park zum Familientag eingeladen, berichtete Silke Vetter. Der Kinderflohmarkt stehe wieder im Veranstaltungskalender und der Familienverband möchte ein Symposium zur Schulentwicklung in Herbolzheim veranstalten. Vetter gab abschließend bekannt, dass es für Mitglieder zukünftig das kostenlose Angebot der Mediation geben werde. Bei Interesse können sich Mitglieder melden. Dabei geht es um die konstruktive Lösung von Konflikten, zum Beispiel in der Familie oder mit den Nachbarn, begleitet durch zwei ausgebildete Mediatorinnen.