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Der BZ-Fragebogen, ausgefüllt von Netzwerkerin Ria Hinken

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 24. Januar 2019 um 12:53 Uhr

Freiburg

Ria Hinken, 66, ist Netzwerkerin und Leiterin des Projektes alterskompetenz.info. Was sie als Kind werden wollte, erzählt sie im BZ-Fragebogen.

Ein sorgloser Umgang mit den eigenen Daten in der virtuellen Welt – darin sieht Ria Hinken eine große Gefahr für die Demokratie. Die 66-Jährige stammt aus Waghäusel-Wiesental und kam vor mehr als 20 Jahren der Liebe wegen von Berlin nach Freiburg. Die Netzwerkerin und Bloggerin hat eine Suggestopädieausbildung, mit Künstlern ebenso wie mit Ingenieuren gearbeitet, entwickelt Konzepte und hat vor fünf Jahren alterskompetenz.info gegründet. Hinken ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt mit ihrem Mann in Herdern.

Was ist die Idee hinter dem Projekt alterskompetenz.info? Es ist ja absehbar, dass wir einen Fachkräftemangel kriegen und teilweise schon haben, gleichzeitig gehen auch viele erfahrene Mitarbeiter in den Ruhestand – wir haben festgestellt, dass viele Unternehmen darauf nicht vorbereitet sind. Wir wollen da gemeinsam mit vielen verschiedenen Akteuren Ideen und Konzepte entwickeln, halten Vorträge, geben Workshops und vernetzen die Menschen miteinander.

Ihr Schwerpunktthema ist die Digitalisierung.
Ja, weil ich finde, dass eine Digitalkompetenz bis ins hohe Alter hinein Sinn macht. Dazu gehört für mich nicht nur der Umgang mit digitalen Medien an sich, sondern auch das Bewusstsein für den Schutz der eigenen Daten. Auch das Thema Smart Home treibt mich um – und viele andere ältere Menschen auch, das sehe ich immer wieder an dem großen Interesse bei unseren Vorträgen.

BZ: Was wollten Sie als Kind werden?
Hinken: Modeschöpferin.

BZ: Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Hinken: Das "Joris" im Gewerbehof Stühlinger.

BZ: Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Hinken: Mathe.

BZ: Worüber können Sie herzhaft lachen?
Hinken: Über Situationen, die auf einem totalen Missverständnis beruhen.

BZ: Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Hinken:
Tischtennis spielen, nähen, reisen, lesen, Theater, Kino, mit Freunden treffen. Und ich bin ein großer Kabarett-Fan.

BZ: Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
Hinken: "Warum wir tun, was wir tun" von Jens Förster.

BZ: Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Hinken: Im September in den Niederlanden.

BZ: Welche Musik hören Sie gerne?
Hinken: Alles von Abba bis Zappa, war früher mein Spruch. Gerne Rockmusik, Pop, Klassik, Liedermacher wie Konstantin Wecker, aber auch Jazz.

BZ: Wo machen Sie gerne Urlaub?
Hinken: Dänemark, Island, Niederlande, Kanada. Am liebsten am Meer.

BZ: Ihre Lieblingsinternetseite?
Hinken: netzpolitik.org

BZ: Wovor haben Sie Angst?
Hinken: Davor, dement zu werden.

BZ: Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Hinken: Vergangenes Jahr in "Der Vorname".

BZ: Haben Sie ein Vorbild?
Hinken: Die Politikerin Hildegard Hamm-Brücher – obwohl oder gerade weil ich keine Anhängerin der FDP bin.

BZ: Was mögen Sie an sich selbst?
Hinken: Meine Flexibilität.

BZ: Das bringt Sie auf die Palme?
Hinken: Ungerechtigkeit. Und wenn es um Datenschutz geht und Menschen sagen, dass sie nichts zu verbergen haben.

BZ: Ihr größter Erfolg?
Hinken: Ich habe zufällig einen großen Ring organisierter Schwarzarbeit in den 80er Jahren aufgedeckt und den Behörden gemeldet, die so die Hintermänner verhaften konnten.

BZ: Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
Hinken: Ins Jahr 2100, weil ich gerne wissen möchte, was aus der ganzen digitalen Transformation geworden ist. Ob die Menschen jetzt unsterblich sind. Und was sie mit all dieser Zeit anfangen.

BZ: Ihre Traum-Schlagzeile?
Hinken:
"Der Rassismus ist endgültig besiegt!"

BZ: Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingt mir am besten...
Hinken:...Risotto mit gebratenem grünen Spargel und Jakobsmuscheln.

BZ: Die Zeit vergesse ich, wenn...
Hinken:...ich nette Menschen treffe, mit denen ich gute Gespräche führen kann.

BZ: Einmal im Leben will ich unbedingt...
Hinken:...Edward Snowden kennenlernen.

BZ: Als Oberbürgermeisterin von Freiburg würde ich ...
Hinken:...Künstler, Stadtplaner und Architekten aus verschiedenen Ländern einladen, um mit ihnen völlig neue Konzepte für den städtischen Lebens- und Arbeitsraum zu diskutieren und entwickeln.