2000 Quadratmeter voller Vielfalt und mit Ausblick

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Di, 05. Juni 2012

Herrischried

Norbert und Rosemarie Barth aus Hornberg machen mit bei der Aktion "Offene Gartentüre" und laden am 1. Juli in ihren Garten ein.

HERRISCHRIED. Die Aktion "Offene Gartentür" am Hochrhein versammelt zahlreiche Gärten, die teilweise mehrfach an verschiedenen Tagen bis Ende September angeschaut werden können. Einer dieser Gärten befindet sich im Herrischrieder Ortsteil Hornberg auf 950 Metern über dem Meeresspiegel und gehört Norbert und Rosemarie Barth.

Sie sind seit drei Jahren bei der Aktion dabei. "Wir haben uns zuerst einmal ein paar Gärten angeschaut, gesteht Rosemarie Barth, denn sie hatte Bedenken, ob ihr Garten in der Reihe der Mitwirkenden bestehen könne. "In unserer Höhenlage ist es immer ein Risiko, ob und wann in überhaupt was blüht", erklärt sie. Aber nachdem sie auf der Liste die Verschiedenheit der Gärten gesehen hatten, haben sich die Barths dann doch zum Mitmachen entschieden – ganz nach dem Motto "Was blüht, das blüht, und wenn es gerade wenig ist, dann entschädigt der weite Blick bis in die Vogesen und den Schweizer Jura".

Als Außenstehender kann man die Bedenken der Eigentümer gerade jetzt kaum nachvollziehen, strotzt er doch vor Hinguckern. Die Rosen haben zwar in diesem Winter teilweise stark gelitten, sind aber dabei, sich zu erholen. Pfingstrosen und Iris blühen um die Wette, nachdem die Rhododendrensträucher ihre volle Pracht bereits hinter sich haben und noch als weiße, orangene, zartviolette und natürlich rote Tupfer am Rande zu bewundern sind. An der Dachrinne rankt sich eine Clematis empor, die gerade ihre riesigen tiefblauen Blütenkelche geöffnet hat, und allein die nahezu unendliche Vielfalt der unterschiedlichen Grüntöne von Hecken und Sträuchern sowie der Pflanzen, die rund um den kleinen Gartenteich wachsen, ist großartig. Dazu kommen noch etliche Kakteen, die speziellen Lieblinge von Norbert Barth. Und auch die Tonfiguren, die überall hervorlinsen, das kleine Mäuerchen mit dem alten, malerisch eingebundenen steinernen Fenster, überhaupt die ganze Anlage, ist hinreißend gestaltet.

"Mein Vater hat irgendwann die Schwüle im Rheintal gesundheitlich nicht mehr gut verkraftet", erzählt Rosemarie Barth. Deshalb waren ihre Eltern 1975 nach Hornberg gezogen, nachdem sie das alte Bauernhaus mit seinen zugigen Bruchsteinmauern von Grund auf umgebaut hatten. Damals war alles rund ums Haus herum Wiese, und die Familie pflanzte erstmal Bäume. Rund 15 Jahre lebten die Eltern in Hornberg, danach wurde das Haus zeitweise nur als Ferienwohnung genutzt, bis Norbert Barth und seine Frau selbst in Rente gingen und von Bad Säckingen nach Hornberg zogen. Die Bäume waren inzwischen gewaltig gewachsen, und nach Sturm Lothar verursachte deren Nähe zum Haus Rosemarie Barth ein eher mulmiges Gefühl. Also wurden sie umgehauen – und das den ganzen Tag füllende Hobby Garten zunehmend kultiviert. "Manchmal artet das inzwischen schon fast aus", räumt Norbert Barth mit einem Blick auf die 20 Ar – 2000 Quadratmeter –, die es zu pflegen gilt, ein. Aber wenn sie ihre Lieblinge wachsen sieht, ist Rosemarie Barth ganz stolz, wie etwa auf die weiße Sternmagnolie, die drei Jahre gebraucht hat, um sich an ihrem Standort zu akklimatisieren. Wenn eine Pflanze mal ersetzt werden muss, finden das die Barths nicht tragisch, denn so bekommt der Garten ja auch immer wieder neue Akzente.

Der Garten der Barths ist am Sonntag, 1. Juli zu besichtigen.