Dreh

Hinter den Kulissen beim BZ-Film über Lörrach und die Region

Dorothee Soboll

Von Dorothee Soboll

Di, 25. September 2018 um 20:00 Uhr

Lörrach

Der BZ-Film über Lörrach und die Region nimmt Gestalt an. Ende November soll er im Kino laufen. Nun wurden die Zeitzeugen aufgenommen. Ein Besuch am Filmset.

Wie war das, als die Straßenbahn noch durch Lörrach fuhr? Wie haben die Bürger den Abriss des alten Hotels Hirschen erlebt? Diese und andere Fragen beantworten Menschen, die schon lange in der Region wohnen oder sich mit ihrer Geschichte beschäftigen. Sie sind Zeitzeugen für den Lörrach-Film, den Matthias Kirchhoff für die Badische Zeitung produziert. Die Aufnahmen stammen aus den Archiven unserer Leser, die persönlichen Erinnerungen steuern die Zeitzeugen bei. Ein Blick hinter die Kulissen.

Zwischen der alten Kirchturmuhr und Ritterrüstungen

Das Filmset könnte kaum passender sein. Im zweiten Stock des Dreiländermuseums, zwischen der alten Rötteler Kirchturmuhr und Ritterrüstungen, sitzen die Zeitzeugen vor Matthias Kirchhoff. Der führt locker durch das Interview, streut immer mal wieder kleine Anekdoten ein. Das hilft seinen Gesprächspartnern, die keine Erfahrung vor der Kamera haben. "Was soll ich denn jetzt erzählen?", ist die häufigste Frage, die am Anfang gestellt wird. "Sie antworten einfach auf meine Fragen", beruhigt Kirchhoff. Er produziert den Film über Lörrach und die Region.

Das Material dafür hat er von unseren Lesern und aus Archiven bekommen. Ausreichend, wie er sagt. Aus zehn Stunden Bewegtbild macht er einen Film, der 70 bis 90 Minuten dauern soll. Er hat das Material gesichtet, viel telefoniert und recherchiert. Jeder, der nun vor ihm sitzt, hat ein Schwerpunktthema, um das es im Interview geht. Hubert Bernnats Steckenpferd ist die Zeit um den Zweiten Weltkrieg. Kirchhoff ist begeistert: "Es ist toll, wie lebendig Sie erzählen." Das ist nicht immer der Fall,schließlich stand nicht jeder Zeitzeuge Jahrzehnte lang vor Schulklassen.

Erinnerungen wachrufen

Wenn das Gespräch ins Stocken kommt, ist der Produzent vorbereitet. Um den Redefluss in Gang zu bringen, ruft er Erinnerungen wach. So erzählt einer, wie er als Kind unverhofft dazu kam, Schafe zu hüten. Um die Geschichten noch persönlicher zu gestalten, stellt Kirchhoff jedem Interviewpartner zum Abschluss dieselben Fragen. Wie haben Sie Ihre Einschulung erlebt? Was kostete die Fahrt mit der Straßenbahn?

Die wohl wichtigste Frage kommt zum Schluss: "Was fühlen Sie, wenn Sie nach dem Urlaub wieder nach Lörrach kommen?" Damit erzeugt er immer ein Leuchten in den Augen des Erzählers.
Information

Der Lörrach-Film läuft voraussichtlich Ende November in Lörrach in einem der beiden Kinos.